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tami_w

am 25.08.2008 um 15:12 Uhr

Königskinder Gedicht

Eines meiner liebsten Gedichte, so was wie eine Volksweisheit.

Total traurig, aber irgendwie total schön und ich glaube das kennen total viele oder? Wie findet ihr das Königskindergedicht? Es waren zwei Königskinder… Es waren zwei Königskinder, Die hatten einander so lieb; Sie konnten zusammen nicht kommen,
das Wasser war viel zu tief.

“Ach Liebster, könntest du schwimmen, So schwimm doch herüber zu mir! Drei Kerzen will ich anzünden, Und die sollen leuchten zu dir.” Das hört in falsches Nörnchen, Die tät, als wenn sie schlief; Sie tät die Kerzlein auslöschen, Der Jüngling ertrank so tief. Es war an eim Sonntagmorgen, Die Leut waren alle so froh; Nicht so die Königstochter, Ihre Augen saßen ihr zu.

“Ach Mutter, herzliebste Mutter, Mein Kopf tut mir so weh! Ich möchte so gern spazieren
Wohl an den grünen See.” “Ach Tochter, herzliebste Tochter, allein solltest du nicht gehen, Weck auf dein jüngste Schwester, und die soll mit dir gehn!”

“Ach Mutter, herzliebste Mutter, Meine Schwester ist noch ein Kind, Sie pflückt ja alle die Blümlein, Die auf Grünheide sind.” “Ach Tochter, herzliebste Tochter,allein sollst du nicht gehen,Weck auf deinen jüngsten Bruder,Und der soll mit dir gehn!” “Ach Mutter, herzliebste Mutter, Mein Bruder ist noch ein Kind, Der schießt ja alle die Vöglein, Die auf der Grünheide sind.”

Die Mutter ging nach der Kirche, Die Tochter hielt ihren gang, Sie ging so lang spazieren, Bis sie den Fischer fand. “Ach Fischer, liebster Fischer, Willst du verdienen großen Lohn, So wirf dein Netz ins Wasser Und fisch mir den Königssohn!”

Er war das Netz ins Wasser, Es ging bis auf den Grund; Er fischte und fischte so lange, Bis er den Königssohn fund. Sie schloss ihn in ihre Arme Und küsst seinen bleichen Mund: “Ach Mündlein, könntest du sprechen, So wär mein jung Herze gesund!”

Was nahm sie von ihrem Haupte? Eine goldne Königskron: “Sieh da, du wohledler Fischer, hast deinen verdienten Lohn!” Was zog sie von ihrem Finger? Ein Ringlein von Gold so rot: “Sieh da, du wohledler Fischer, Kauf deinen Kindern Brot!” Sie schwang sich um ihren Mantel, Und sprang wohl in die See: “Gut Nacht, mein Vater und Mutter, Ihr seht mich nimmermeh!” Da hört man Glöcklein läuten, Da hört man Jammer und Not, Hier liegen zwei Königskinder, Die sind alle beide tot!
(Volksballade, wahrscheinlich seit dem Mittelalter in vielen Textvarianten überliefert)

Antworten

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  • von Sonnenblume84 am 25.08.2008 um 15:41 Uhr

    Wer kennt es nicht? Ich mag es auch

    0
  • von Melly83 am 25.08.2008 um 15:34 Uhr

    Das kenne ich schon total lange. Es ist total schön.

    0
  • von Marita_K am 25.08.2008 um 15:27 Uhr

    Eines meiner Lieblingsgedichte, ich kann aber überhaupt nicht erklären warum.

    Antwort
    0

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