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LeylaRoseLee

am 21.12.2009 um 20:03 Uhr

Weihnachtsgeschichte (Teil 2)

-„ Weißt du wo Vani ist?“ fragt Mina mich plötzlich. Vani, also Vanessa ist auch eine Mitbewohnerin von uns. Sie ist aber eigentlich so gut wie nie zuhause. Meistens wohnt sie bei ihrem Freund Luca. Mina und Vani können sich nicht leiden. Ständig zickt eine von den beiden die andere an und ich bin dann immer die Streitschlichterin. Mina kommt anscheinend mit Vanis „Tussiger- Art“ nicht zurecht und Vani findet Mina „kindisch“.
-„Weiss nicht, wahrscheinlich bei Luca. Warum?“ frage ich Mina.
-„ Ich wollte mit ihr reden weil ich finde es total blöd von ihr dass sie diese hässlichen Weihnachtsdekorationen auf unsren Balkon aufhängt ohne uns zu fragen..! Oder hat sie dich etwas gefragt?”
-„Ja.. also mich hat sie schon gefragt..“
-„ Oh man, das war ja mal wieder klar. Vani ist meine Meinung scheissegal so eine… wenn sie zurück kommt dann kann sie aber was erleben.“ Jetzt ist Mina total genervt. Die gute Laune von dem Weihnachtssong ist sofort verflogen. Und alles nur wegen dieser Weihnachtszeit.

Ich lasse Mina jetzt lieber mal alleine und verziehe mich wieder in mein Zimmer. Mein Blick fällt wieder auf meinen kaum beschriebenen Brief und in diesem Moment beschließe ich meinen Eltern doch ein Paket zu schicken. Das wird mich zwar ein bisschen was kosten aber das werde ich verkraften.

Ich ziehe also los in die Stadt um etwas schönes für das Paket zu finden. Am Besten etwas das es nur im Deutschland gibt. Schnell verabschiede ich mich noch von der immer noch wütenden Mina und springe in die nächste Straßenbahn Richtung Stadt.
Das ist das Einzige was mich an unserer Wohnung stört, man braucht 20 Minuten mit der Straßenbahn bis man in der Stadt ist.
Ich stecke meine Kopfhörer in die Ohren und schalte meinen iPod an. Draußen schneit es. Die Schneeflocken fallen langsam. Ich mag Schnee, Schnee ist besser als Regen. Nicht so nass.
Aber dass alle Leute immer diskutieren müssen zu welcher Wahrscheinlichkeit an Weihnachten Schnee liegt ist doch Quatsch. Anscheinend ist nichts wichtiger als Weihnachten.

Die Straßenbahn ist voll. Es steigen immer mehr Menschen ein. Menschen mit Nikolausmützen, Menschen die den Schnee von ihren Kleidern abklopfen, Menschen die lachen, Menschen die fasziniert nach draußen schauen… Aber eins haben alle gemeinsam: Alle sehen fröhlich aus.
Ich stelle mir vor wie ich wohl zwischen all diesen Menschen aussehe. Mit meinen Augenringen und meinen hängenden Mundwinkel. Ich versuche zu lächeln. Wahrscheinlich sieht das sehr verkrampft aus aber ich bemühe mich.
Die nächste Haltestelle muss ich aussteigen. Ich packe den iPod wieder in meine Tasche und schlängele mich durch die Menschenmasse zu Tür.

In der Stadt ist Weihnachtsmarkt. Alles leuchtet und blinkt.
An jedem Stand, auch wenn ich mir nur etwas ansehe, wünscht man mir fröhliche Weihnachten. Alle sind fröhlich. Nur ich nicht. Die mürrische Lara. Da fällt mir wieder Mina ein, die zuhause mindestens so schlecht gelaunt wie ich ist. Also. Nicht jeder liebt Weihnachten. Mina liebt eigentlich Weihnachten. Doch auch sie ist nicht glücklich.
Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es Mützen, Schals, Handschuhe und vieles mehr. Aber ich denke nicht, dass meine Eltern so etwas auf Hawaii gebrauchen können.

Plötzlich höre ich ein Kichern das sich ganz genau wie das von Vani anhört. Und es ist auch Vani. Zusammen mit, was nicht anders zu erwarten war, Luca. Sie stehen, wie immer, dicht beieinander. Als sie mich sehen kommen sie auf mich zu und Vani fällt mir um den Hals.
-„Oh Lara, wir haben uns ja lang nicht mehr gesehen! Tut mir Leid dass ich so selten zuhause bin aber ich verbringe doch so gerne Zeit mit meinem Luca!“
Verliebt schaut sie Luca an der für mich nur ein kurzes „Hi“ übrig hat.
Ich mochte diese Verliebten nie sonderlich, es sei denn ich war selbst einer von ihnen. Aber im Moment kann ich nichts leiden was mir zu fröhlich scheint. Deswegen bin ich froh das Mina so ziemlich die Einzige ist, mit der ich längere Zeit zusammen bin.

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