HomepageForenGedichte & KurzgeschichtenWenn ich ihn sehe – Verliebt sein, wie es sich anfühlt

CashmereTouch

am 04.02.2016 um 21:51 Uhr

Wenn ich ihn sehe – Verliebt sein, wie es sich anfühlt

Wie ich mich fühle, wenn ich ihn sehe?
Ich bin plötzlich wieder 14, habe noch nie mit einem Jungen geredet, geschweige denn einen geküsst. Ich vergesse meine Gelassenheit, mein über Jahre angesammeltes
Selbstbewusstsein und mein Verstand setzen mit einem Mal aus. Ich sehe ihn und zack, ein Blitz vor meiner Netzhaut, der mein Gehirn blitzdingst und alles löscht,
was da grade noch an Gedanken an Gott und die Welt im Kopf war. Error.
Ich sehe ihn und erkenne schon von weitem, dass er es ist. An seiner Frisur, seiner Haarfarbe, seiner Größe und wie er da so steht, auf seine Weise. Ein Schlag
trifft mich in den Bauch und mir bleibt verdammt noch mal die Luft weg. Wie ein heißer Schwall überläuft es mein Gesicht und ich reiße die Augen auf. Ganz automatisch.
Es kommt einfach, ich kann nichts dagegen tun.

Vom Schlag in den Magen werden langsam meine Knie zittrig und ich merke schon, wie ich anfange zu wanken wie eine Betrunkene. Meine Hände zittern, mein Hals schnürt
sich zu. Ich kann meinen Blick nicht mehr von ihm abwenden, während ich auf ihn zulaufe.
Die Aufregung bringt mich dazu ihn regelrecht zu fokussieren, mein Gehirn blendet alle Störfaktoren rundherum aus. Ich habe Angst wie vor einer schlimmen Prüfung,
gleichzeitig freue ich mich auch unglaublich, dass er da einfach so steht. Dass ich ihm einfach so, ungeahnt in die Arme laufe.

Ich merke, ich würde jetzt keinen Ton herausbekommen. Nicht, bevor ich mich nicht rasch an diesen berauschenden Überschuss an Emotionen gewöhnt habe. Ich biege
schnell, bevor er mich bemerkt hat, zu den Getränkeautomaten ein. Er darf mich auf keinen Fall sehen. Ich will wirken, als ob die Automaten mein Ziel wären.
Dass ich eigentlich vorhatte mir genau wie er ein belegtes Bröchten an der Theke zu holen, kann er ja nicht wissen. Nur, falls er mich doch gesehen hat, denke ich mir.
Irgendwie würde ich jetzt wahnsinnig gerne mit ihm reden, ihn einfach sehen, in seine Augen schauen, die mir jedes Mal ein schmerzhaft schönes Ziehen im Bauch
bescheren. Doch ich kann nicht. Ich wüsste nicht was. Allein der Gedanke an ihn lässt mich schon kribbelig werden überall an meinem Körper, in mir.Er macht mich
so wunderbar unkonzentriert und ich muss ununterbrochen Lächeln.

Irgendwann, irgendwie, wird mir auf dem Weg zu den Automaten klar, habe ich mich verliebt.

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