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Anonym

am 14.01.2009 um 12:45 Uhr

Familenprobleme von früher wirken sich auf die Beziehung aus

Liebe Erdbeermädels…

Ich hatte eine ziemlich schwere Kindheit. Mein Vater war (Bier-)Alkoholiker und kam jeden Abend betrunken und agressiv nach Hause. Er schlug mich und meine Schwester des öfteren, machte vor allem mich psychisch völlig fertig (du wirst es nie zu etwas bringen; du hast keine Freunde und ich weiss auch wieso; du bist lästig und ich bereue es, Kinder zu haben…) und ging auch auf meine Mutter los, was für mich besonders schlimm war. Ich musste mitanhören wie er ihr Morddrohnungen machte und sie auch schon so verletzte (Loch im Kopf), dass sie ins Krankenhaus musste.

Das Schlimmste für mich war jedoch folgender Abend: Mein Vater rastete wegen einer Kleinigkeit völlig aus und schlug mich fast bewusstlos…als ich da nur noch wie ein Embryo uf dem Bett lag und schrie trat meine Mutter dazwischen. Sie verlor jedoch – gegen jegliches Erwarten – die Beherrschung und schlug plötzlich auch noch auf mich ein. Mein Vater packte daraufhin die Tastatur und zerbrach sie über mir. Hätte ich meine Hände nicht vor den Kopf gehalten, wäre ich jetzt wahrscheinlich behindert.

Meine Mutter hat mir nie den Schutz gegeben, den sie eigentlich sollte. Ich war sozusagen täglich der Angst vor meinem Vater ausgeliefert und von diesem Abend an auch der Angst vor meiner Mutter.

Ich habe meinen Freund mit 18 kennengelernt und bin mit 19 ausgezogen. Seit 1 Jahr wohnen wir nun zusammen und ich merke, dass ich im Streit die Probleme mit meinen Eltern auf meinen Freund übertrage. Ich werde völlig hysterisch und fange an, ihn aufs Übelste zu beschimpfen, schlage ihn (nie ins Gesicht, so weit kommts nie) und schmeisse mit der halben Einrichtung um mich.

Ich weiss, ihr denkt bestimmt ich soll mich therapieren lassen, aber das ist ja das Schlimme: Seit ich 17 bin gehe ich in die therapie und es nützt nichts, es kostet mich bloss Unmengen von Geld…

Kennt sich jemand ein wenig damit aus, oder hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich bin echt am Anschlag, fange auch schon an, meinem Freund zu sagen er sei so wie er ist nicht in Ordnung und kritisiere ihn ständig. Dabei liebe ich ihn so wie er ist…

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  • von x3_enqeLcHen am 14.01.2009 um 21:32 Uhr

    hei..
    iich sage auch oft sachen zu meiinem freund die ich nicht so meine ich weiß wie scheiße des is..
    aba viill solltesd du ersd mal über deine gefühle nachdenken.. ob es wirklich an deinen eltern liegt das du so mit ihm umgehst oder ob mehr dahinter steckt..
    rede einfach mal mit ihm darüber.. deine therapie hiilft dir ja anscheinend nicht.. aber viill könnt iihr zusammen mehr erreichen..

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  • von finnchy am 14.01.2009 um 21:19 Uhr

    Hallo, ich habe ähnliches miterlebt, wenn auch nicht so schlimm wie bei dir und es wirkt sich auch auf mein jetztiges leben aus auch wenn ich es teilweise schon gut unter kontrolle habe, wenn auch leider mit einigen ausrastern.

    klar bin ich bei meinem exfreund auch oft ausgerastet und habe oft abgeblockt und ihn nicht meine mauer durchbrechen lassen, also bei mir ist es auch schon ausgeprägt, trotzdem habe ich nach jedem vorfall immer die initiative ergriffen danach mit ihm zu sprechen und ihn in meine gedanken mit einzubeziehen, das war oft nach meinen blockaden erst ein paar tage später, aber ich habs bei ihm immer wieder geschafft zu sagen, wo mein schuh drückt

    allerdings habe ich irgendwann aufgehört mit ihm danach zu sprechen und wollte alleine fertig werden und habe mich selbst unter druck gesetzt und genau da ist dann die beziehung zerbrochen, weil er ständig im dunkeln tappte was mich betrifft…

    so etwas kann man nie vergessen und es wird immer ein teil davon sein wer wir sind und wie wir sind, aber es kann auch oft positiv sein indem wir mehr verständnis für situationen und andere menschen aufbringen können wie andere menschen, die solches nicht erlebt haben… ich merke es oft, dass ich diejenige bin, wo alle freunde kommen, wenn sie ein problem haben, auch wenn ich selten zu jemandem hingehe…
    mein ex-freund hat sich mir mittlerweile auch wieder zugewendet doch wir nehmen uns zeit und habe da sowieso nochwas anderes (offtopic) zu erklären…

    ich denke mit der zeit wirst du für dich und deinen freund einen weg finden, wie du deine gefühlsausbrüche haben kannst, ohne ihn im dunkeln stehen zu lassen und ohne, dass er es persönlich aufnimmt und zeig ihm zwischendurch einfach andauernd, wie sehr du ihn liebst, wenn er der richtige für dich ist, dann wird er alles, aber auch alles verstehen und dich so lieben wie du bist, denn du bist liebenswert, egal was sonst jemand jemals sagte, und er weiss das, denke ich auch :-)
    ich wünsche dir alles alles gute dieser welt und du wirst schon deinen weg finden und hoffentlich mit ihm gemeinsam =)
    lg

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  • von Miss_Mary am 14.01.2009 um 15:07 Uhr

    Hallo….ich erkenne mich sehr gut in Deiner Ausführung wieder, obwohl meine Mutter Alkoholikerin ist und mein Vater schon drei Monate vor meiner Geburt gestorben ist. Sie ist mir gegenüber zwar nie gewalttätig geworden, doch generell ist die Familienstruktur von Grund auf verseucht, wenn ein Elternteil eine Suchterkrankung hat. Das wirkt sich auf die Kinder aus und man entwickelt quasi Überlebensstrategien, um mit der Belastung fertig zu werden. Auch ich habe schon mehrere Therapien hinter mich gebracht, doch habe ich meine Bewältigungsstrategien noch nicht ganz abgelegt. Überlege Dir mal wie lange Du Dich vor Deinen Eltern schützen musstest…dein Vertrauen ins bis ins tiefste erschüttert und Du musst nun langsam wieder lernen anderen Menschen zu vertrauen. Dieser Prozess vollzieht sich machmal schleppend und manchmal erlebst Du regelrechte Entwicklungssprünge. Was ich dir eigentlich ans Herz legen möchte ist…Vertraue auf dei Potenzial..alees wieder zum Positiven zu wenden. Es ist völlig normal, dass wenn ihr beide Euch streitet Du dich versuchst gewaltsam zu wehren….doch musst Du Dir immer ins Bewusstsein rufen, dass Du Deinen Freund und nicht Deine Eltern vor Dir hast. Positiv ist zumindest, dass Du Dir über Dein Fehlverhalten bewusst bist und das alleine ist der erste Schritt zur Veränderung. Probiere Dich bei jedem Streit ein bisschen mehr zurückzuhalten und vorerst solltest Du Dich nur an Materiellem vergreifen und Deinen Freund schlagen geht garnicht!!!! Dann peu a peu wirst Du mehr Ruhe in Dir spüren und mehr Gelassenheit an den Tag legen, einfach aus dem Bewusstsein heraus, dass Dein Freund dir nichts Böses will und Du ihm vertrauen kannst. Jedes Paar streitet sich..das ist so wenn zwei Individuen mit einer unterschiedlichen Vergangenheit aufeinander treffen und ständig müssen i-welche Kompromisse ausgehandelt werden. Als letztes wollte ich Dir sagen, dass ich genauso ungeduldig mit meinen Therapien war…alles ging mir viel zu langsam und ich konnte keine Fortschritte erkennen, doch oft waren diese nur für mich nicht ersichtlich. Der erste Fortschritt von Dir ist z.b dass Du deinen Fehler erkennst, dass du Dich andren anvertrauen kannst und dass Du in deinem Alter schon eine Therapie begonnen hast.
    Mach weiter so es wendet sich alles zum Guten. Viel Glück weiterhin
    lg

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  • von pipaa am 14.01.2009 um 14:43 Uhr

    Also das wird mal wieder ein langer Beitrag. Als erstes möchte ich dir sagen dass es mir leid tut was dir alles passiert ist. Ich hab zwar auch vieles durchgemacht aber so schlimm war es nicht. Meine Mutter ist Alkoholikerin und das belastet mich bis heute weil es nicht einfach ist damit umzugehen, als ich noch ein Kind war bin ich auch geschlagen worden, habe aber von alleine angefangen mich zu wehren, dass hat meinen Eltern damals einen kleinen Denkanstoß gegeben. Ich weiß ja nicht inwiefern du noch Konkakt zu deinen Eltern hast aber ich würde das für den Anfang weitestgehend vermeiden, das reißt nur “alte“ Wunden wieder auf. Du musst lernen mit deinen Aggressionen klarzukommen, bzw deine Ruhe finden, und dafür müsstest du das was dich belastet loslassen. Ich rede nicht davon deinen Eltern zu verzeihen, sondern nicht dem was deine Eltern dir angetan haben, weiterhin zu erliegen. Im Klartext:
    Meine Kindheit war scheiße, meine Eltern auch, wen juckts. Sinnvoll agieren, das tun was gut für dich ist. Du bist jetzt weg von ihnen, du bist frei davon dir irgendetwas gefallen lassen zu müssen aber auch frei davon dir weiter Gedanken machen zu müssen.
    Sprich dich mit deinem Freund aus, lass ihn dich unterstützen, lass dich bei den AA als Angehöriger beraten, dann kannst du das was damals gewesen ist vielleicht besser verstehen. Vereinbare doch für den Anfang Verhaltensregeln mit deinem Freund für den Fall eines Konflikts. Ansonsten kann ich nur sagen, dass dich eine Selbsthilfegruppe sicher am besten weiterbringt.

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  • von LadyNadya am 14.01.2009 um 13:47 Uhr

    was dir passiert ist ist sehr schlimm und ich kann gut verstehen das du dir dieses verhalten abgeschaut hast und es in deine beziehung überträgst. den ersten schritt hast du schon gemacht indem du dir professionelle hilfe gesucht hast. da gehört schon sehr viel mut dazu. vielleicht solltest du dir eine selbsthilfgruppe suchen, mit leuten die das gleiche durchgemacht haben wie du. ich denke das könnte dir mehr helfen als irgendein therapeut der nur aus büchern weiß was in dir vorgeht. und versuch auf jedenfall mit deinem freund über deine probleme zu reden, dass er dich unterstützen kann.

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  • von Erdbeerheike am 14.01.2009 um 13:41 Uhr

    vielleicht solltets du in einer soclhen situation einfach mal kurz vor die tür. also mir hilfts dann immer kurz mal weg zu gehen um mal wieder zu checken wer da vor mir steht, und dass das der mensch ist, der mir eig kraft gibt. also versuch einfach mal kurz vor die wohnungstür zu huschen und mal weng lust zu schnappen.

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  • von Erdbeerheike am 14.01.2009 um 13:36 Uhr

    hallo, ich kann dir zwar nicht wirklich helfen, aber ich kann dir sagen, dass es mir ähnlich geht, obwohl nicht so schlimm. bei mir in der familie sind auch einige alkoholiker, und jedes mal wenn mein freund feiern geht und dabei kräftig mittrinkt, werd ich innerlich so wahnsinnig sauer, dass ich ihn meisten wahsinnig angreife(verbal) und stinksauer bin. dabei is trinken ja sein gutes recht, weil er es wirklich maßvoll macht und auch nur bei besonderen anlässen. aber ich verstehe, dass du die wut von früher auf ihn ablässt. was du dagene tun kannst, weiß ich leider auch nicht.

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  • von Lunaris am 14.01.2009 um 12:57 Uhr

    ich hab sogar schon hypnose versucht…

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  • von schpatzi am 14.01.2009 um 12:52 Uhr

    vielleicht solltest du eine andere art der therapie machen, also mehr eine art verhaltens- als eine gesprächstheapie…..
    tut mir leid mehr weiß ich darüber auch nicht…

    Antwort
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