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Anonym

am 03.09.2008 um 14:10 Uhr

Fühle mich einsam und unverstanden… Gleichgesinnte?

Ich fühle mich schrecklich einsam.
Ich hab eine Familie – Eltern die mich über alles lieben und eine ältere Schwester -, doch auch hier scheine ich schon immer das „schwarze Schaf“ zu sein. Ich passe nirgends so richtig rein, bin oft launisch und unfreundlich. Mit meiner älteren Schwester lebe ich im Dauerstreit. Seit ich aus dem Kindesalter heraus bin (ich bin momentan 18, und weiblich; sie 24) und sie nicht mehr als Autoritärperson ansehe, gibt es nur noch Streit. Sie kommandiert mich herum, was ich mir wiederum nicht gefallen lassen will. Auf alle Hausarbeiten habe ich keine Lust, da sie alle nur von einem Befehl ausgehen. Sobald ich mal etwas vergesse, kommt sie in mein Zimmer gestürmt, hält mir vor, was ich noch alles zu erledigen habe. Es ist kaum auszuhalten. Ich hab es ihr schon oft gesagt, doch stets ohne Erfolg. Nur wenn ich mal alleine zu Hause bin blühe ich etwas auf, was mich andererseits auch an mir zweifeln lässt. Was bin ich bloß für ein Mensch, wenn ich alleine am glücklichsten bin, obwohl ich meine Familie doch eigentlich mag?
Trotzdem fühle ich mich von ihnen schrecklich unverstanden.
Ich mache mir sehr viele Gedanken über mich, über das Leben, über andere Menschen. Einfach über alles. Ich sitze oft lange da und denke einfach über alles nach.
Ich habe zwei beste Freundinnen, die mich mögen und die auch ich mag. Trotzdem hab ich nicht das Gefühl mit ihnen auf einer Wellenlänge zu sein. Mit ihnen kann man Spaß haben, aber mehr nicht. Genauso wie mit allen anderen Menschen, die ich kenne.
Ich habe niemanden, mit dem ich darüber reden kann, was mich bewegt und worüber ich mir Sorgen mache. Niemand kennt mein wahres Gesicht, jeder bloß eine kleine Seite an mir. Ich kenne keinen Menschen, der wirklich nur mein wahres Ich kennt. Die meisten sehen in mir eine Person, die ich nicht bin. Bloß eine aufgesetzte Fassade, um zu ihnen zu gehören.
Das Gerede von Gleichaltrigen langweilt mich. Ich mache mit, um nicht unterzugehen, um von ihnen akzeptiert zu werden. Doch deren Verhalten ist oft kaum auszuhalten. Was andere cool und mutig finden, finde ich oft nur unheimlich unreif und kindisch.
Mit meinen 18 Jahren hatte ich auch noch nie einen festen Freund. Ich bin eigentlich recht hübsch, kriege oft Komplimente und auch genug Angebote. Doch nach einem Kuss, oder etwas Kennenlernen langweilen mich die meisten. Ich habe nicht das Gefühl, in ihnen jemanden zu sehen, zu dem ich aufblicken kann. Jemand, der mich versteht. Jemand, zu dem ich mitten in der Nacht kommen kann wenn es mir schlecht geht. Und auch ich fühle mich nicht gebraucht.
Ich bin gerne für andere da. Meine Freunde wissen, dass sie mit allen Problemen zu mir kommen können und ich sie verstehe und schätzen es auch an mir. Doch in den letzten Monaten weine ich sehr oft, liege abends unglücklich im Bett und fühle mich von der ganzen Welt verlassen, da es niemanden gibt, dem auch ICH mich anvertrauen kann. Niemand, der mich kennt. Niemand, der mich versteht.
Ich schließe eigentlich schnell neue Bekanntschaften und Freundschaften, bin lustig und freundlich. Doch alles ist so schrecklich oberflächlich und ohne wahren Hintergrund.
Auf diesem Weg suche ich vielleicht ein paar Bekanntschaften. Menschen, denen es ähnlich geht, die sich auch einsam und allein fühlen; oder einfach das Gefühl kennen.
Über Antworten würde ich mich sehr freuen!

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  • von Chocolat am 03.09.2008 um 18:13 Uhr

    Als ich deinen Eintrag gelesen habe, habe ich mich an so vielen Stellen damit identifizieren können. Ich glaube, ich verstehe deine Situation sehr gut, da ich mich oft ähnlich fühle… Das ist bei mir meist Phasenweise, also solche Gedanken kommen in mir immer dann auf, wenn ich mit Enttäuschungen umzugehen habe, mich ungerecht oder schlecht behandelt oder alleine fühle, oder einfach mal über das Leben nachdenke. Ich lebe alleine mit meiner Mutter, habe keinen Kontakt zu meinem Vater. Meine Mutter liebt mich sehr, sie arbeitet sehr viel um uns einen guten Lebensstandart ermöglichen zu können. Ich habe oft das Gefühl, das nicht genug würdigen zu können und zu viele Ansprüche zu haben. Dass ich sie auch sehr liebe, fällt mir schwer ihr zu sagen oder zu zeigen. Mir fällt es leichter ihr gegenüber frech zu sein und mich gleichgültig zu stellen. Wenn wir uns streiten, kann ich manchmal absichtlich richtig verletzend sein und danach tut es mir so leid, dass ich weinen muss. Wovon sie nie was mitbekommt… Wir streiten auch öfter über den Haushalt, meine Pflichten und so weiter… Ich bin oft faul, da hat sie schon Recht, trotzdem finde ich nicht, dass es sie was angeht, wann ich mein Zimmer aufzuräumen habe oder Ähnliches. In der Schule läuft bei mir eigentlich alles ganz gut, ich bin jetzt in der 12. Klasse und hatte nie wirklich Probleme oder schlechte Noten, ich könnte allerdings noch besser sein, wenn ich mehr tun würde, das weiß ich auch. Zum Thema Jungs: also ich bin 17, hatte auch noch keine feste Beziehung. Früher war mir das immer peinlich und ich war richtig verkrampft, wenn es um das Thema ging, da ich auch meinen ersten Kuss relativ spät hatte. Jetzt gar nicht mehr, vielleicht ist das so, weil ich in der letzten Zeit mit einigen Jungs rumgeknutscht habe und auch ein bisschen weiter gegangen bin und trotzdem gemerkt habe, dass mich das allein nicht glücklich macht. Es muss halt schon der Richtige sein. Ich finde mich eigentlich selbst ganz hübsch, klar gibt es Tage, an denen ich das anders sehe, aber das hat bestimmt jeder Mal. Auch von außen bekomme ich viele Komplimente und ohne dass das jetzt eingebildet klingen soll, es gibt im Moment mehr als 6,7 Jungs die nicht mal hässlich sind, von denen ich weiß, dass sie was von mir wollen und dass ich sie „haben könnte“. Aber ich will sie nicht. Zu unreif, nicht hübsch genug, zu langweilig, zu oberflächlich… Irgendeinen Grund gibt es immer und das ist ein großes Problem bei mir, dass ich an allem Fehler finde. Das weiß ich auch. Allerdings war ich auch schon ein paar Mal richtig verliebt, doch daraus wurde nie was, auch wenn die Jungs anfangs Interesse hatten, zwischen uns evtl auch schon was lief, aber geklappt hat es letztendlich dann doch nie. Und bei den Dates, die ich in letzter Zeit hatte, ist es so, dass ich einfach nach einigen Treffen das Interesse verliere und mich dann nicht mehr melde.
    Ich habe eigentlich einen großen Freundeskreis, viele männliche als auch weibliche Freunde und kenne auch auf meiner Schule sehr viele sehr unterschiedliche Leute, aus fast allen Jahrgängen. Es gibt zwar Leute, die ich nicht so mag, weil sie mir auf die Nerven gehen oder Ähnliches, aber es gibt niemanden, den ich wirklich hasse. Andererseits gibt es auch soweit ich weiß niemand, der mich nicht mag. Das klingt jetzt wirklich eingebildet, aber das liegt einfach daran, dass ich mich eigentlich fast immer anpasse, mich total auf die Leute einstelle, mit denen ich gerade zusammen bin, mich einfach auch vom Verhalten her an sie anpasse. Zu sagen „Ist mir doch egal, was die von mir denken“, würde mir nie in den Sinn kommen. Ich will sogar bei Leuten, mit denen ich kaum was zu tun habe, gut dastehen und von allen gemocht werden. Ich weiß auch nicht, warum das so ist und warum ich mich dafür total verstelle. Oft habe ich das Gefühl, bei niemandem wirklich ich selbst sein zu können. Ich habe auch einige sehr gute Freunde, mit denen ich über vieles offen sprechen kann, doch habe ich auch bei ihnen das Gefühl mich nicht ganz öffnen zu können, ihnen (genau wie bei dir) nur eine kleine Seite von mir selbst zeigen zu können. Manchmal höre ich meinen Freunden zu und denke mir dann dabei, wie man nur so viel oberflächlichen Müll reden kann. An anderen Tagen kann ich von Herzen mit ihnen lachen und fühle mich total wohl und verstanden mit/von ihnen. Generell helfe ich meinen Freunden sehr gerne, kann ihnen gut zuhören, tue viel für sie, sie wissen auch, dass sie mir vertrauen können und dafür sind sie mir auch dankbar. Trotzdem wünsche ich mir manchmal jemand, mit dem ich über wirklich alles reden kann. Meine tiefsten Ängste, meine Wünsche,… Auch wenn es mir selbst schwer fällt darüber zu sprechen bzw mir deren überhaupt bewusst zu werden. Das mit dem vielen Nachdenken kenne ich auch sehr gut. Ich bin wie du gerne alleine zu Hause und denke über Gott und die Welt nach… Irgendwie beruhigt es mich, dass es noch mehr Mädchen gibt, denen es so geht wie mir. Wenn du magst, kannst du mir gerne mal eine Nachricht schicken. Liebe Grüße…

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  • von KitCatty am 03.09.2008 um 14:21 Uhr

    Dass du Dich hier outest ist doch schon mal ein Anfang, also bist du dir über deine Probleme bewußt. Finde ich gut. Ich hoffe du findest Leute, mit denen du sprechen kannst. Du solltest dich aber nicht nur mit Gleichgesinnten umgeben, das könnte dihc noch mehr runterziehen!

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  • von Sonnenblume84 am 03.09.2008 um 14:20 Uhr

    Hey es gibt so Phasen, ich hatte die auch… schau doch, ob Du neue Freunde findest, die Dir etwas ähnlicher sind? Ich weiß, man fühlt sich total hilflos und so und Tipps sind da jetzt auch nicht besonders hilfreich aber ich will dich ein bisschen aufmuntern. Du solltest nicht in Selbstmitleid versinken sondern vresuche, etwas gegen deine Situation zu unternehmen. Und es ist auch nicht schlimm wenn du professionelle Hilfe annimmst und mal zu einem Therapeuten gehst! Sprich mit Deinen Eltern, wie es Dir geht!

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