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Anonym

am 16.10.2009 um 19:41 Uhr

hänge der vergangenheit nach… verarbeiten? wie??

hallo!
die letzten 5-6jahre meines lebens waren sehr schwer. ich hatte eine schwierige jugend (heute bin ich 20ig). nach der scheidung meiner eltern hatte meine mutter sofort einen neuen freund, den ich nicht ausstehen konnte. er hat sich wo es nur ging in mein leben eingemischt, hat meinen vater schlecht gemacht vor mir. ja er hatte sogar mal ne üble prügelei mit ihm woraufhin mein vater mich (nicht zum ersten mal) heulend anrief und mit selbstmord droh. und solche sachen immer wieder. immer wenn ich meinen vater in schutz genommen hab (obwohl ich aus unerklärlichen gründen einfach nicht richtig lieben kann – er ist mein vater!!) ist meine mutter ausgeflippt weil ich mit ihrem freund stritt. und wenn wir alleine waren gab er mir für alles die schuld. für die schlafstörungen meiner mutter. für den streit zwischen ihnen beiden. etc.
materiell hat er mich verwöhnt, wie mein vater auch. ich hab fast immer alles gekriegt, aber keine anerkennung, akzeptanz und liebe.
mit 14 jahren fing ich an mich zu dick zu fühlen, mit 15 wurde ich magersüchtig und depressiv. ich hatte noch einen BMI von 14,5. ich war am ende. ich konnte nicht lachen, nicht weinen, nicht schreien, nicht essen. irgendwann nach 2jahren magersucht fingen die fressanfälle an. ich hab begonnen abführmittel zu nehmen, viel sport zu treiben um zu verbennen. mit dem kotzen hats (anfangs) nicht geklappt. irgendwann war ich zu müde um zu kämpfen und ich hab nur noch gefressen. ->binge eating. dadurch hab ich insgesamt 38kg zugenommen. ich hab mich so gehasst…
in der zwischenzeit bin ich von zuhause ausgezogen, in eine wg in einer stadt die ich kaum kenne (ich wollte einfach nur weg!!!) mit mitbewohnern die nie da waren. da gings entgültig bergab… ich war nur noch in meinen zimmer, ging nicht mehr arbeiten, nicht mehr zur schule und hab mich abgeschottet wie es nur ging. hab nur noch gefressen, alkohol getrunken, geraucht wie blöd, mich GESCHNITTEN – wovon meine beine jetzt voller narben sind – und gekotzt und gepennt, teils auf dem fussboden.
dann war ich zum 2. in der klinik. in einem riesenstreit mit meiner mutter, die keinee nerven mehr hatte für mich.

nunja. heute gehts mir besser. eigentlich. ich hab meine ausbildung abgebrochen und was neues angefangen – was mir mein vater immernoch übel nimmt, weil er so länger für mich zahlen muss. es war nötig, ich konnte so nicht mehr weitermachen. jetzt hab ich einen job der mir gefällt. ich bin zu meinem vater gezogen weil ich kein geld mehr hatte um alleine zu leben. dessen freundin wohnt auch hier, die meiner mutter sehr weh getan hat weil sie mal ihre beste freundin war.
es ist alles so verzwickt :S
sie ist sehr falsch, redet schlecht hinter dem rücken anderer leute und schüchtert mich ein. ich kann mich ihr gegenüber nicht wehren. ich trau mich nicht. ich will nicht nochmal son scheiss erleben.
ich habe einen sehr lieben freund der mich immer unterstützt, depressionen sind weniger und ich hab abgenommen (normalgewicht!!)

trotzdem muss ich immer wieder an diese schlimme zeit denken, manchmal während der schule, der arbeit oder einfach so. und dann muss ich weinen, weil ichs kaum ertrage daran zu denken. auch jetzt heule ich!
ich weiss nicht wie ich damit fertig werden kann, soviele jahre meines lebens verschwendet zu haben.
und dann kommt immer wieder diese angst, ja PANIK richtige PANIK! dass ich plötzlich allein sein könnte, dass ich fallen könnte, dass ich kein geld und nix mehr hab, dass mein freund plötzlich nich mehr da is etc.

was soll ich nur tun gegen diese angstattacken und wie werde ich mit meiner vergangenheit fertig? therapien nützten einfach nichts…

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  • von Tigermaedchen am 17.10.2009 um 12:09 Uhr

    “Die Zeit heilt keine Wunden. Aber sie hilft, mit den Schmerzen leben zu lernen.” Es dauert lange, bis man so etwas verarbeitet hat, das weiß ich. Leider aus eigener Erfahrung. Meine Vergangenheit ist in vielen Teilen deiner ähnlich.
    Ich würde sagen, es hilft nur Reden. Rede mit deinem Freund, deinem Vater, seiner Freundin, deiner Mutter, einem Therapeuten, deinen Freunden… Sag, was du willst, was du brauchst. Wie soll man dir helfen, wenn man nicht einmal weiß, dass es ein Problem gibt?
    Bei manchen wird vielleicht Reden nichts ändern. Jedenfalls nicht sofort und nicht unbedingt sichtbar. Aber gib nicht auf. Auf keinen Fall. Du hast dein Leben wieder in die richtigen Bahnen gelenkt, du hast erreicht, dass es dir äußerlich gut geht. Jedenfalls fast. Ich würde bei deinem Vater ausziehen. Kannst du dir nicht mit deinem Freund eine Wohnung nehmen? Das schweißt euch (wahrscheinlich) zusammen und ihr habt es leichter, sie zu bezahlen.
    Angstattacken sind leider normal. Aber du weißt, dass du nicht rückfällig (Magersucht, Selbstverletzung) werden darfst, um dich selbst zu bewahren. Führe vielleicht Tagebuch. Das hat mir jedenfalls geholfen, meine Gedanken zu ordnen. Schreibe auf, was dich unglücklich gemacht hat, schreibe vielleicht deine Lebensgeschichte auf, sieh sie durch, du wirst merken, wie abstrakt das Ganze plötzlich wirkt, so weit entfernt, und ich wünsche dir, dass du dann merkst, dass du jetzt “gerettet” bist…

    Ich wünsche dir alles Gute! Schreib mich an, wenn du Lust hast.

    Etwas Egoismus ist gesund.

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  • von Feels am 17.10.2009 um 10:39 Uhr

    also ich find, dass im moment alles sehr gut für dich aussieht. du hast es doch geschafft!!du hast einen job, wohnst bei deinem vater, der offensichtlich ok ist, und hast einen lieben freund und wieder dein normalgewicht.dreh dich nicht um, schau nicht zurück und lass dich von den ängsten nicht einfangen.und wenn du eine therapie machst, dann lieber eine verhaltenstherapie, die schaut auch nach vorne. es ist nicht immer gut, sich allen scheiss, der in der vergangenheit war, allzu sehr anzuschauen. er ist vorbei udn das zählt. irgendwann wirst du mit deinem freund zusammenziehen und eigene, süsse kinder haben und dann kannst du einen neuanfang machen. fühl dich gedrückt:)

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  • von blubbachen am 17.10.2009 um 00:52 Uhr

    Such dir auf jeden Fall Hilfe.
    Wenn bis jetzt keine Therapie geholfen hat, war`s vielleicht einfach die falsche Therapie für dich und deine Probleme. Wenn du dich jetzt allerdings aufraffst und etwas suchst, das dir hilft, hilft dir vielleicht schon alleine das – das Gefühl, etwas zu unternehmen.
    Redest du sonst mit deinem Freund über deine Gefühle? Wie es dir geht? Wenn nicht, wär das wirklich mal ne Möglichkeit, wenn er auch so lieb ist und alles :)
    Und wenn du dich da, wo du momentan wohnst, nicht wohl fühlst: raus da!!! Es gibt auch gute Möglichkeiten von Therapieeinrichtungen, die “betreutes Wohnen” anbieten – so kommst du vielleicht aus der “schlechten Umgebung” raus, kannst ein bisschen auf eigenen Beinen stehen und kriegst gleichzeitig auch noch Hilfe. Informier dich doch mal! Weil wenn du da bleibst, wo du bist, machst du dich glaub ich nur noch mehr kaputt :)

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