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sadness

am 23.04.2016 um 19:28 Uhr

Angst vor Sex und Beziehung

Hallo!

Vor ein paar Jahren ist mir etwas sehr schlimmes passiert. Über mehrere Jahre habe ich es verdrängt und versucht nicht darüber nachzudenken aber es kommt immer wieder hoch.

Es ist jetzt etwa drei Jahre her. Ein damaliger Freund hat mir geschrieben und gefragt, ob ich auf ein Gläschen zu ihm komme. Er war mein Nachbar und an einem Abend beim Fortgehen hatten wir beide sehr viel getrunken und haben ziemlich wild geknutscht und gefummelt. Danach haben wir uns mehrere Male bei der Fahrt in die Arbeit im Zug gesehen. Wir haben beide kein Wort darüber verloren und es ist einfach so weitergegangen wie zuvor. Ich habe mir gedacht, dass er es auch als Ausrutscher gesehen hat. Als er mir dann schrieb und ich zu ihm rüber gegangen bin, habe ich ehrlich gesagt nicht mehr darüber nachgedacht. Als ich dann bei ihm war, legte er erst eine DVD ein und wir quatschten ein bisschen. Es war sehr vertraut in seiner Nähe zu sein und ich war auch sehr froh, dass er nach diesem Ausrutscher ganz normal mir gegenüber war. Ich habe mich in seiner Nähe dann so wohl gefühlt, dass ich mich an ihn gekuschelt habe. Ich weiß, das war nicht klug aber eigentlich wollte ich nur jemanden bei mir haben. Ich wollte mich nur an jemandem festhalten und nicht alleine sein.
Ich war zu diesem Zeitpunkt schon längere Zeit single. Diese Zweisamkeit hat mir sehr gefehlt. Ich wollte nichts Körperliches sondern einfach nur von ihm in den Arm genommen werden.
Er jedoch hat das ganz anders wahrgenommen und ist über mich hergefallen. Ich war starr vor Schreck und wusste nicht was ich tun sollte. Er fing an mich zu küssen und mich auszuziehen. Er zog mir die Hose aus. Dabei sagte ich ständig, dass ich das nicht will. Ich hatte sehr viel Angst und wusste nicht wie ich mich verhalten sollte. Es war einfach zu viel in diesem Moment. Ich hätte losschreien sollen aber ich konnte nicht. Ich wusste selbst nicht was mit mir los war.
Plötzlich fing er an mit den Fingern in mich einzudringen. Er war grob und hat mir dabei sehr weh getan. Ich fing an mich zu wehren und laut zu werden. Er ließ von mir ab und ich suchte mir etwas, das ich mir überwerfen konnte. Er sagte mir dann, dass er einfach nur “ficken” wollte und fing an sich einen runter zu holen. Es war einfach nur ekelhaft. Ich sagte ihm, dass ich das nicht wollte. Daraufhin warf er mir meine Hose aufs Bett und sagte mir, ich solle verschwinden. Das tat ich dann auch und stürmte aus seiner Wohnung. Ich hatte nur ein paar Schritte nach Hause. Zu Hause ging ich in mein Schlafzimmer, setzte mich aufs Bett und starrte in den ausgeschalteten Fernseher. Ich war immer noch so starr wie zuvor und realisierte gar nicht was passiert war. So saß ich einige Zeit herum, bis ich mich dann wieder gesammelt hatte. Ich konnte nicht weinen. So ging es eine Woche weiter aber dann holte mich das alles ein. Ich heulte und war am Ende.
Nach diesem Abend hatte ich einige Tage Schmerzen im Unterleib und ging zu meinem Frauenarzt. Ich versuchte ihm zu erzählen, was passiert war aber er meinte nur “War wohl jemand etwas grob…” Er verstand gar nicht wie es mir ging.

Das Schlimme danach war jedoch, dass mir dieser Mistkerl immer wieder mehrere Monate über den Weg lief. Meistens im Zug auf dem Weg in die Arbeit oder am Heimweg. Als ich dann meine Arbeit gekündigt hatte und etwas anderes anfing, hörten diese Begegnungen zum Glück auf.

Wie ich schon geschrieben habe – das Ganze ist jetzt mehrere Jahre her.
Vor mehr als einem Jahr kam ich mit einem Mann zusammen, in den ich mich Hals über Kopf verliebt habe. Ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch und bin gerne mit jemandem zusammen. Das Herumfummeln war für mich kein Problem. Auch der Oralsex war für mich ok. Ich dachte, dass ich über diesen einen Abend hinweg war.
Als mein damaliger Freund und ich miteinander schlafen wollten, kam das jedoch wieder hoch. Ich konnte es nicht. Als wir gerade anfingen und dabei waren, kam alles wieder hoch. Mir wurde schlecht, ich wurde steif und fing an zu heulen. Als ich anfing mich zu versteifen, hörte er sofort auf und fragte mich was los sei. Ich konnte nicht darüber reden. Ich sprang auf, schnappte meinen Bademantel und lief aus dem Zimmer und raus auf meinen Balkon. Er kam nach aber ließ mich erst alleine, bis ich mich beruhigt hatte. Als ich mich wieder so halbwegs im Griff hatte, ging ich wieder rein und erzählte es ihm. Er war ziemlich geschockt. Ich jedoch kam mir einfach nur dumm vor. Er meinte, dass ich nicht dumm war sondern einfach nur zu unerfahren. Wir gingen unsere Beziehung langsam an. Als ich wusste, dass er nicht so war wie dieser eine Typ, konnte ich auch mit ihm schlafen.
Die Beziehung mit ihm hielt leider nicht und nach 8 Monaten trennten wir uns wieder.

Etwa ein dreiviertel Jahr nach dem Ende unserer Beziehung lernte ich einen anderen Mann kennen. Das wir uns kennengelernt haben ist erst wenige Monate her. Wir gingen ein paar Mal auf einen Kaffee und irgendwann entstand ein bisschen mehr darauf.
An einem Samstag lud er mich zu sich ein und wir kochten gemeinsam. Es war ein sehr schöner Nachmittag. Irgendwann sind wir auf seiner Couch gelandet und haben uns geküsst und gefummelt. Als er anfing mich auszuziehen, fing es wieder an wie bei meinem Ex. Ich konnte nicht weitermachen. Er hörte auf und wir lagen einfach nur so da.
Ich erzählte ihm nicht die ganze Geschichte sondern nur, dass mir jemand mal jemand sehr weh getan hatte. Er meint, dass ich keine Angst haben müsste und ich bei ihm sichern sein würde.
Wir haben uns seit dem öfter in der Uni gesehen. Ich fühle mich zwar in seiner Nähe sehr wohl und freue mich immer, wenn wir uns sehen aber es fällt mir sehr schwer, Nähe zuzulassen. Ich bin dann immer sehr schüchtern und kann ihm manchmal nicht in die Augen schauen. Seit diesem einen Abend ist es im Laufe der Jahre nur schlimmer geworden.
Ich bin in letzter Zeit sehr kalt geworden. Emotionen zuzulassen ist für mich nicht leicht.

Diese Angst hat sich bei mir festgesetzt aber ich möchte einfach wieder ein normales Leben führen, mit einer normalen Beziehung und mich wohl und sicher fühlen.
Ich weiß nicht wie ich das schaffen soll. Ich mache zur Zeit eine Therapie aber weiß nicht ob ich mit meinem Therapeuten darüber sprechen kann, weil er ein Mann ist. Ich weiß auch nicht ob ich mit ihm darüber so offen sprechen kann wie ich hier offen schreibe.

Ich weiß nicht wie es weitergehen soll. Kann mir jemand helfen und mir sagen, wie ich es schaffe, ein normales Leben zu führen?

Antworten

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  • von FraeuleinRitter am 04.05.2016 um 07:47 Uhr

    Es tut mir wirklich sehr leid, das zu hören.
    Ich würde dir empfehlen mal bei den Beratungssprechstunden vom Frauenhaus in deiner Stadt vorbei zu schauen. Die Beraterinnen dort haben viel Erfahrungen in solchen Fällen und du kannst dort vollkommen anonym bleiben, was es einfacher machen kann über solche Dinge zu sprechen.
    Mir ist ähnliches vor 2 Jahren passiert und ich habe dort gute Erfahrungen gemacht.
    Desweiteren haben mir diese Gedanken geholfen, wenn es zu Flashbacks kam: Es ist schlimm genug, was dieser Mensch mit mir gemacht hat. Ich werde ihm nicht die Genugtuung gönnen, weiterhin Kontrolle über mein Leben zu haben! Ich bin ein freier Mensch!
    Jede Frau reagiert auf solche Erfahrung anders und es gibt keinen Grund einen Fehler bei dir zu suchen.
    Ich finde es gut, dass du den Mut gefunden hast, das relativ detailliert und sachlich aufzuschreiben und denke, dass es gut ist, dass du das schaffst! Große Leistung.
    Viel Glück

    0
  • von mondscheinbluemchen am 24.04.2016 um 13:17 Uhr

    Hallo,
    es tut mir total leid für dich, dass du sowas erleben musstest. Ich denke eine Therapie ist auf jeden Fall der richtige Weg zu einem normalen Leben. Wenn du mit einem männlichen Therapeuten nicht klar kommst, dann sag ihm das und suche dir eine Therapeutin. Es ist bestimmt einfacher mit einer Frau über sowas zu sprechen Wichtig ist auf jeden Fall, dass du es nicht tot schweigst, sondern darüber sprichst.
    Ich wünsch dir ganz viel Erfolg dabei!

    0
  • von CruelPrincess am 24.04.2016 um 09:23 Uhr

    Tut mir sehr leid was dir passiert ist.

    Aber du solltest das mMn dringend in deiner Therapie erzählen, sonst wird dich das immer und immer wieder einholen und dein Leben (noch mehr) beherrschen.
    Wenn du bedenken hast weil dein Therapeut ein Mann ist solltest du ihn wechseln. Das wohlfühlen und vertrauen ist da ja extrem wichtig und wenn diese Basis schon nicht stimmt wird die ganze Therapie eher nichts bringen.
    Evtl kannst du deinen Therapeuten ja fragen ob er dir eine gute Therapeutin empfehlen kann, er wird das verstehen.
    Eine Freundin hat ihre Therapeuten 7x gewechselt bis sie endlich “den richtigen” gefunden hat und Bei dem konnte sie sich dann auch öffnen.

    Viel Glück!

    0

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