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Flowlee

am 03.05.2010 um 22:51 Uhr

Essstörung – Klinikerfahrungen??

Hey!
Mir ist das Thema ziemlich unangenehm, aber da es so nicht weitergeht, muss ich euch mal was fragen..
hat/hatte jemand von euch eine Essstörung und war deswegen in der Klinik? Wenn ja, wie lange, wo, wie kann man sich das Leben dort bzw. die Therapieformen vorstellen??

Ich habe seit ca. 2 Jahren eine Essstörung. Erst Magersucht, jedoch nicht im lebensbedrohlichen Bereich, sprich ich konnte durch regelmäßige Arztbesuche zum wiegen und so und durch einen Ernährungsplan der Klinik “entkommen”. Als ich jedoch merkte, dass ich zunahm, bekam ich Panik, doch das Hungern wie bei der Magersucht hielt ich einfach weder psychisch noch physisch aus und ich rutschte immer mehr in die Bulimie herein.
Es hat lange gedauert, bis ich mich getraut habe, meiner Familie davon zu erzählen. Ich habe mich einfach so für die unkontrollierten Fressanfälle und das anschließende Erbrechen geschämt.
Mit der Krankheit hing bzw. hängt jedoch viel mehr zusammen: Depressionen, Sportzwang, soziale Isolation, Verdauungsprobleme usw.
Ich bin seit herbst 2009 in Therapie, erst bei einer Jugendpsychologin, doch da ich dort nicht das Gefühl hatte, ernst genommen zu werden, wechselte ich zu einer Psychotherapie, die anfangs auch erstaunlich schnell anschlug. Anfang dieses Jahres konnten mein Therapeut und ich bereits auf eine Sitzung alle zwei Wochen erweitern und jetzt sogar auf alle 4 Wochen. Wie gesagt, es klappte alles wunderbar.
Doch seit einigen Wochen merke ich, dass es schlimmer ist als je zuvor. Ich muss bei jedem kleinen Bissen brechen, selbst wenn es nur ein Apfel war. Dann bekomme ich Fressanfälle, die schlimmer sind als ich es je hatte.
Darauf folgen dann tage, an denen ich faste und nur Wasser trinke, weil ich so Angst habe, dass ich nicht alles ausgebrochen habe..
Meinen Eltern traue ich nichts davon zu erzählen, weil sie so froh und erleichtert waren, dass ich wieder mehr oder weniger “gesund” war..
Ich denke, hier zuhause bekomme ich das alles nicht in den Griff, deswegen habe ich mich entschlossen, in eine klinik zu gehen …
Kann mir jemand die oben genannten Fragen beantworten oder von Erfahrungen berichten?
Wäre sehr dankbar..
Achso, noch etwas: ich bin keinesfalls untergewichtig, sondern normalsgewichtig (1,65 m; 60 kg)
Nimmt eine Klinik mich dann überhaupt? Sind die anderen dort alle vielleicht richtig dürr/dünn, sodass ich bei ihrem Anblick nur noch weiter in die Essstörung rutsche??

Danke schonmal..

Antworten

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  • von xvenus am 14.10.2010 um 18:13 Uhr

    Hey !

    Ich bin jetzt noch ganz neu hier und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.
    A

    0
  • von Miastern am 31.05.2010 um 13:42 Uhr

    Hallo liebe Flowlee.
    Ich habe Erfahrungen mit der Klinik.
    Ich war ungefähr 5 Monate essgestört und würde auch nicht behaupten das ich vollständig geheilt bin,aber meine Mama hat mich vor ein paar Wochen in die Klinik gebracht,ich war dort 7 Wochen also eine wirklich kurze Zeit.
    Die Klinik nimmt dich auch wenn du normalgewichtig bist auf,es geht ja darum was in deinem Kopf vorgeht und nicht wieviel du wiegst.
    Allerdings kann es sehr lange dauern bis man aufgenommen wird.
    In der Klinik ist das komplette Leben geregelt,du hast Ausganszeiten,Essenzeiten,Handyzeiten,Schlafenszeiten,Duschzeiten und so weiter.
    Wenn du ein vernünftiges Elternhaus hast wird es für dich kein Problem sein dort zu leben,sei jedoch darauf gefasst das dort Menschen sind mit familiären Schwierigkeiten und schlimmen Problemen.

    Jedoch alles in allem kann ich den Aufenthalt dort wenn man an einer Essstörung leidet nur empfehlen,auch wenn es schlimme anstrengende Zeiten für einen sind.

    Liebe Grüße Mia

    0
  • von Flowlee am 04.05.2010 um 15:24 Uhr

    erst einmal: vielen lieben dank für eure Antworten, ganz besonderen Dank an paillon. Münster würde super passen, ich wohne nämlich in NRW und hätte ehrlich gesagt ziemliche Angst, richtig weit weg in ne Klinik zu gehen.. Von der Klinik habe ich auch im Internet gelesen und zwar nur positives.

    Dagmura, ich denke, du solltest auf jeden Fall mit jemandem über deine Essstörung sprechen. Wie ich bereits oben geschrieben habe, war das für mich auch sehr schwierig, aber danach war ich sehr erleichtert. wenn deine Familie dir kein Verständnis entgegen bringt, rede mit Freunden. das tut sehr gut, kann ich aus erfahrung sagen, und ist nicht ganz so schwer!
    Du kannst auch zu einem Psychologen gehen. Bei uns in der Umgebung gibt es zb Jugendsuchtberatungen. Das ganze ist kostenlos, du bekommst eine erste Hilfe und Möglichkeiten, wie du dein problem in den Griff kriegen könntest (zb wird besprochen, ob eine Klinik sinnvoll wäre, etc)

    schopa, ich kann dich gut verstehen, vorallem das mit dem “sich dick fühlen”. Ich glaube, du musst unbedingt in Therapie gehen, alleine ist es nicht zu schaffen, aus diesem Teufelskreis herauszukommen ….

    0
  • von paillon am 04.05.2010 um 09:03 Uhr

    @shopa92: du fühkst dich zu dick, weil du eine körperschema-störung hast. das bedeutet, esgal wie dünn/dick du bist, wie du wirklich aussiehst: du fühlst dich IMMER dick und hässlich.

    du musst zu einem ganz normalem arzt gehen, dem erzählst du deine sympotome und er kann dich zu einem psychologen überweisen.

    0
  • von dagmura am 04.05.2010 um 08:18 Uhr

    Liebe Flowlee, ich wünschte, ich wäre so stark wie du und ich hätte schon Schritte gegen meine Essstörung eingeleitet. Du bist auf einem guten Weg. Ich leide unter binge-eating. Das sind extreme Fressanfälle jedoch ohne sich hinterher zu erbrechen, die Anfälle wechseln sich mit Extrem-Diäten ab. Also ein ständiges Auf und Ab des Gewichtes verbunden mit einem negativen Selbstwertgefühl, weil ich mal wieder versagt habe. Es ist ganz schlimm. Essen beherrscht mein ganzes Denken. Bei jedem Bissen ist da die Angst, wieder einen Fressanfall zu bekommen .Der kann über Stunden anhalten. Ohne Hilfe werde ich wohl die Ursachen nicht erkennen und bekämpfen können. Leider finde ich nicht die Kraft für diesen Schritt. Du machst das toll und wirst es sicher schaffen. Wenn ich einen Ansatz zu einem Gespräch darüber mit meiner Familie versuche, dann stosse ich auf Unverständnis und bekomme zu hören , dass ich mich doch einfach zusammen reissen soll. Wenn das so einfach wäre !!!!!

    0
  • von paillon am 04.05.2010 um 08:02 Uhr

    noch was: ich weiß nicht, wo du wohnst, aber ich kann dir in münster (nrw) eine sehr gute klinik empfehlen (eos-klinik).

    0
  • von paillon am 04.05.2010 um 08:00 Uhr

    Hallo!

    Erstmal: Ich finde es ganz, ganz toll, dass du dich in eine Klinik begeben willst! Es ist ein sehr grioßer, mutiger, reifer Schritt selbst zu erkennen, dass es so nicht weitergeht und auch die Konsequenzen daraus zu ziehen.
    Du musst keine Angst haben, dass die Klinik dich ablehnt. Ich habe selbst mal da gearbeitet (studiere Psychologie) und ich kann dir versichern, es ist für Bulimie-Kranke absolut typisch, normal gewicht zu haben. Extrem abmagern tut man nur bei Magersucht, nicht jedoch bei Bulimie. Der Körper entzieht der Nahrung auch in der kurzen Zeit zwischen Essen und Erbrechen schon Nährwärte.
    Ich würde dir vorschlagen, dasss bei deinem Therapeuten anzusprechen, er kann dich sicher überweisen. Allerdings kann es sein, dass es etwas dauert, bis du einen Platz bekommst. In der Zeit solltest du unbedigt wieder wöchentliche Sitzungen mit deinem Therapeuten durchführen. Machst du eine Verhaltenstherapie? (Wenn du nicht sicher bist, frag deinen Therapeuren danach oder google und schau, ob du das Verfahren wiedererkennst. Alle anderen Psychotherapieformen (Psychoanalye) sind nämlich absoluter Humbug-da kannst du dir eine Therapie auch sparen.)
    Ich kann sehr gut verstehen, dass du deinen Eltern deine momentane Situation nicht schildern magst. Aber: Alle Esskrankheiten sind sehr, sehr schwer zu behandeln und haben eine hohe Rückfallquote. Es wäre fast ein Wunder, wenn du alles vollkommen reibungslos überstehst, eine Therapie machstund für den Rest des Lebens bist du geheilt. Es ist auch nicht dein persönliches Versagen, dass es nciht beim ersten Mal geklappt hat. Du bist krank und kein Außernstehender auf dieser Welt kann begreifen, wie schwer es ist, gegen diese Krsankheit anzukämpfen.
    Ich finde, du solltest stolz darauf sein, dass du es überhaupt eine Zeitlang so gut hinbekommen hast. Wenn du schoneinmal and em Punkt warst, findest du auf jeden Fall dahin zurück! Außerdem -und da solltest du noch viel stolzer sein- gibst du nicht auf und willst trotz des Rückschlages weiterkämpfen! Du hast überhaupt keinen Grund, sich vor deinen Eltern zu “schämen”.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem weiteren Weg. Du packst das:-)

    PS: Wenn du noch Fragen hast, schreib mir eine Nachricht.

    Antwort
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