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Schneewittchen_

am 26.11.2009 um 23:29 Uhr

Kein Verständnis für meine Krankheit…

Ich bin an einer mittelschweren Depression erkrankt. Die Ursachen sind zu viel Stress und 3 Trauerfälle in der Familie in den letzten 2 Jahren.
Seit Montag weiss ich es und nehme entsprechend Medikamente.
Fühle mich, als hätte mir jemand die Füße einbetoniert, gegen Abend bin ich oft leicht reizbar und extrem angriffslustig. Mich nervt diese Aggressivität selbst sehr, ganz zu schweigen von meinem Freund. Und obwohl ich selbst bereits länger Psychologie studiere und mir das Wissen über die Krankheit und ihre Symptome schon sehr dabei hilft, mich besser zu fühlen, bin ich eben aber in gewissen Situationen natürlich trotzdem Opfer der Symptomatik…

Mein Freund versucht sehr, mich zu unterstützen und da zu sein. Er hat sich informiert, eine Menge gelesen,usw. Trotzdem scheint er gerade überhaupt nicht mehr mit mir klar zu kommen. Vorhin meinte er sogar zu mir, dass er das Gefühl hat ich würde mich noch extremer Verhalten, seit ich die Diagnose habe. Als würde ich das witzig finden! WAS in Gottes Namen soll man denn aber bitte auch tun und denken, wenn man soeben den Stempel “Psychisch krank” bekommen hat??? Und das, wo man eigentlich normalerweise selbst in einer Psychiatrie arbeitet…

Der Rest meines Verwandten-/Freundeskreises ist mir ebenfalls keine Hilfe zur Zeit. Mein Vater hält nicht wirklich viel von Psychologie und scheint mich gar nicht richtig ernst zu nehmen, meine Mutter reagiert völlig über, meine jüngere Schwester interessiert es nicht und mein bester Freund meldet sich auch nicht wirklich. Dabei will ich doch nur Halt und Verständnis.

Ich bin ansonsten IMMER für alle da gewesen, nur jetzt, wo mir die Kraft fehlt und ich mich einfach nur gerne eine Weile anlehnen will, bis ich wieder fit bin, springen sie alle zur Seite. Was mich nur noch mehr fertig macht…
Das letzte, was ein Depressiver wohl will, ist sich auch noch ständig erklären zu müssen. Aber ich habe das Gefühl, ich sitze am besten 12 Std. am Tag vor allen Betroffenen in meinem Umfeld und erkläre denen, wie ich es im Studium gelernt habe: “So liebe Leute, wenn ich jetzt dies oder das sage/tue, dann ist das ein Symptom meiner psychischen Krankheit, ich kann nichts dafür, geht wieder vorbei- bitte nehmt es jetzt einfach so hin!” WIE bescheuert ist das bitte???
Ich will keine Aufmerksamkeit o. eine totale Sonder-Watte-Behandlung- ich will nur jetzt, wo ich krank bin, einfach mal ICH sein dürfen, KRANK SEIN DÜRFEN, ohne mich deswegen schlecht fühlen zu müssen…

Hat hier also vielleicht irgendjemand einen Tip für mich, wie ich diese Situation- vor allem mit meinem Freund, denn wir wohnen zusammen- meistern kann?
Vielen lieben Dank!!!

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  • von AnniBluemchen am 27.11.2009 um 17:46 Uhr

    ich würde an deiner stelle mal wieder urlaub machen. in ein wellneshotel oder so. dich nur verwöhnen lassen und das zu tun auf dass du lust hast und dir gut tut um wenigstens mal den stress wegzubekommen.
    wie schon vorgeschlagen würde ich mich auch zu einer weiblichen person wenden! frauen haben eben mehr mitgefühl
    dass dir fast keiner aus deiner familien den rücken stärken möchte find ich sehr traurig aber im gegenzug dafür würde ich ihnen bei problemen auch nicht mehr selbstverständlich zur seite stehen!

    ich hoff für dich dass du das wieder in den griff bekommst!

    Antwort
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