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asiafisch

am 15.11.2010 um 22:59 Uhr

Lebenserhaltende Maßnahmen

Ich weis das Thema ist jetzt nicht gerade das Schönste, aber mir brennt das auf der Seele und mich interessiert immer was die ” Welt ” dazu zu sagen hat. Sprich ich bitte Euch um eure Meinung, ich weis zwar das das nicht viel ändert aber mein Gewissen ist vielleicht ein bisschen entlastet.

Meine Oma hatte vor 2 Monaten einen schweren Schlaganfall.
Seit dem liegt meine Oma in einem Krankenbett angefangen von Krankenhaus über Reha und schließlich zum Altenheim.

Man muss dazusagen meine Oma (74) war wirklich sehr fit. Sie ist jeden Tag circa um 11 Uhr aus dem Haus und bis abends um 20- 21 Uhr unterwegs gewesen. Sie ist auch wirklich viel gelaufen oder mit dem Fahrad gefahren. Ist gewandert und war vollkommen ohne Hilfe in ihrem Leben “unterwegs”.

Naja bis zum Schlaganfall.
Jetzt liegt sie seit zwei Monaten in einem Bett kann nicht laufen nicht sprechen nicht schlucken somit nicht essen. Hat eine Magensonde bekommen. Sie verweigert so gut wie jede Plegemaßname, wodurch eben die Reha auch eher kurz war.
In ein paar Tagen wird sie nun ans Bett fixiert, weil sie immer wieder versucht die Magensonde aus ihrem Bauch zu entfernen.

Meine Frage wo ist da denn jetzt die Grenze?
Wieso gibt es in sollchen Fällen keine Gesetze die sie von so etwas erlösen? Ich kenne keinen Menschen der freiwillig 24 Stunden am Tag an ein Bett “gefesselt” sein möchte und die Wand anstarrt.
Leider hatte meine Oma anscheinend keine Patientenverfügung.
Warum weis ich leider nicht.
Aber ich kann nicht verstehen wie man einem Menschen soetwas antut um ihn am Leben zu erhalten… aber bitte schreibt mir eure Meinungen.
ich danke euch!!

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  • von asiafisch am 16.11.2010 um 20:36 Uhr

    erstmal danke an euch alle, das ihr so zahlreich geantwortet habt=)

    @ Shozai: Ich glaube dadurch das meine Oma ja alles verwehrt, sie lässt quasi niemanden an sich ran, will sie das wahrscheinlich garnicht. Ich glaube für meinen Teil, das sie einfach für sich damit abgeschlossen hat und sich einfach nur wünscht nicht ewig so verbleiben zu müssen.

    Und sonst ja klar weis ich, dass man nicht einfach entscheiden kann, das sie stirbt. Weil wie auch in allen anderne Spalten im Leben kommen dann eben die “falschen” Leute auch zum Einsatz.
    Die die nur aufs Erbe aus sind, oder die die viel zu schnell aufgeben etc.
    alles verständlich und ein stückchen weit is meine Oma ja auch selbst mit “schuld” Patientenverfügnungen ersparren einem echt verdammt viel.
    Aber wer denkt schon daran soetwas zu verfassen, ich mein ich könnte morgen auch von nem Auto angefahren werden und dann, hab ich auch keine Patientenverfügung.

    Keine Frage es ist und bleibt ein wirklich schwieriges Thema, aber ich bin trotz all dem davon überzeugt, das man eine “Regel” finden könnte für sollche Fälle, denn ich weis das meine Oma so sicher nicht glücklich ist nur weil sie jemand am Leben erhält. Ich mein das ist ja noch nicht mal ein Leben. Und für sollche Fälle sollte es wirklich auf irgendeine weise Änderungen geben, denn mir schmerzt mein Herz jedesmal wenn ich sie seh und DAS merkt sie ja auch. Und ich glaub nicht das das für sie dann noch schön ist, wenn der Besuch der sie Ablenken soll eigentlich nur Traurig ist.

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  • von Shozai am 16.11.2010 um 11:59 Uhr

    Deine Oma tut mir sehr leid :( Es wird ihr definitiv irgendwann auch nicht wieder besser gehen? So das sie wieder alleine was machen kann?

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  • von specialEdition am 16.11.2010 um 10:52 Uhr

    Miezekatze:So ein blödsinn, der mann ist nicht nach österreich sondern in die Schweiz gefahren! in Österreich ist die Tötungsspritze auch verboten 😉
    woher ich das weiß? ich bin Österreicherin 😉

    Threadstellerin: Das mit deiner Oma tut mir sehr, sehr leid und ich bin auch nicht für lebenserhaltende Maßnahmen in diesem Zusammenhang!! Vl könnte euch ein Anwalt helfen?? Wenn nicht, schaut einfach das ihr viel bei ihr seid , und einfach mit ihr redet ; sie kann euch bestimmt hören!!

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  • von Miezekatze137 am 16.11.2010 um 02:53 Uhr

    Tut mir wirklich Leid für dich und deine Oma. Ich kann nur zu gut verstehen wie schrecklich so ein Schicksalsschlag ist. Mein Stiefopa hatte vor zwei Jahren einen Schlaganfall und seit dem Querschnittsgelähmt. Also auch ans Bett gefesselt. Nach einem Jahr starb er. Und mein anderer Stiefopa wurde anfang diesen Jahres am Herz operiert, auch wegen einem Schlaganfall. Seit dem hatte er immer schlechtere Werte. Die Organe drohten jede Woche immer mehr zu versagen und schließlich im Oktober starb er…
    So etwas zu erleben, von den Menschen die einem alles bedeuten, ist schwer.

    Zum Thema von den Qualen erlösen habe ich einmal einen Bericht im Fernsehen gesehn. Dort ging es um einen alten Mann der nur noch Schmerzen durch seine Krankheit hatte (welche genau weiß ich nicht mehr). Jedenfalls ist er mit einigen Angehörigen nach Österreich gereist und hat sich dort die Todesspritze geben lassen um endlich friedlich einschlafen zu können. Nur in Deutschland ist diese Methode verboten. Warum auch immer wenn man sich doch quält. Aber ich verstehe so einige Gesetze in Deutschland nicht.

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  • von xmariex am 16.11.2010 um 00:58 Uhr

    Was sollen die Ärzte denn sonst tun? Ich frage mich was das denn für eine gesellschaft wäre, in der ärzte/andere menschen einfach entscheiden, wann es ok ist, dass ein mensch seiner gesundheit wegen ruhig sterben kann und wann nicht. das wäre tötung. auch wenn sie dan erlöst wäre und es ihr vllt lieber wäre, haben andere nicht für sie zu entscheiden, wann sie sterben kann.

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  • von sweetfinchen am 16.11.2010 um 00:47 Uhr

    Mein Opa leidet an Demenz im Endstadium, meine Oma ist letztes Jahr gestorben, hatte sehr nahes Verhältnis zu beiden. Mein Opa lag nach einem kleinen Schlaganfall 2008 im KH, ein paar Wochen später bekam meine Oma einen Brief vom Amtsgericht, die einen Betreuer bestellt hatten, da mein Opa ja von da an nichts mehr alleine konnte, weglaufgefährdet war und er auch nicht mehr viel wusste, das haben die im KH gemacht, davon wussten wir nichts, ok, jedenfalls ein ewiges hin und her mit dem Gericht und dann wurden wir gefragt ob nicht einer in der Familie die Betreuung meines Opas übernehmen würde, vom Gericht gesteuert, nahmen meine Oma und ich das Amt an und seitdem waren wir wenigstens nicht mehr so hilflos wie vorher. Er war dann quasi entmündigt. Der Gesundheitszustand meines Opas verschlechterte sich, im März 2009 starb meine liebe Omi an Leberkrebs (war auch vorher schon schwer krank), meine Opa musste ins Heim, ich konnte das nicht mehr, hatte ihn nach Omis Tod gepflegt, machte das Amt aber alleine weiter, bis heute. Das ist ganz viel Papierkram, wg jeder noch so kleinen Entscheidung werde ich angeschrieben, auch vom Heim kontaktiert. Aber ICH darf für meinen Opa entscheiden, das war mir sehr wichtig. Er ist sehr krank, war oft in diesem Jahr im KH, immer schlechter, wird auch künstlich ernährt, schluckt jetzt gar nicht mehr, liegt einfach nur da. Viell. war es auch keine richtige Entscheidung mit der k. Ernährung, aber meine Opa war damals wenigstens noch etwas ansprechbar, wo diese Entscheidung im Raum stand. Jetzt hab ich natürlich kein gutes Gefühl mehr, besser wird es nicht mehr sehr traurig und sehr hilflos fühlt man sich in dieser Situation.
    Ich wünsche Dir und deiner Family viel Kraft mit dieser schwierigen Situation umzugehen und vielleicht dich als Betreuer oder jemand aus deiner Familie zur Verfügung stellen, falls das in deinem Fall geht. Geht auch ohne Patientenverfügung, mein Opa hat auch nichts gehabt, zumindest das du, auch wenn man an dieser Situation nichts ändern kann, die weiteren Dinge die auf den Gesundheitzustand deiner Oma folgen werden, ein bisschen selbst mit regeln kannst. Ich hoffe, dir damit ein bisschen geholfen zu haben.

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  • von BatiidaDeMell am 16.11.2010 um 00:45 Uhr

    Hab den Film gesehn und fand ihn wirklich sehr toll gemacht. Arbeite in einem Altenheim und hab täglich mit Menschen zutun die nur noch vor sich hin vegetiert… obwohl ich meine Bewohner nicht wirklich kenne und es auch nicht sollte, berührt mich das jedes mal… ich weiß nicht ob sie mich noch hören, oder überhaupt noch etwas mitbekommen, aber ich versuche die Tage die sie noch überstehen müssen so schön wie möglich zu machen!

    Ich find es auch ganz schrecklich, wenn jemand nicht mehr essen möchte und ihm, weil nichts vorliegt eine PEG gelegt wird…

    Ich hoffe deine Oma bekommt auch ein wenig Ablenkung im Heim, denn das geht sehr wohl auch mit bettlägerigen!

    Alles gute…

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  • von wollstrumpf am 15.11.2010 um 23:31 Uhr

    hat mal jemand von euch `schmetterling und taucherglocke` gelesen? das ist sehr eindrucksvoll geschrieben. und man versetzt sich nur noch mehr in die lage dieser menschen.

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  • von ObsidianWhisper am 15.11.2010 um 23:29 Uhr

    @Feelia: stimmt… Tiere darf man “einfach so” einschläfern, die können auch ihre eigene Meinung nicht äußern…
    und nur weil Menschen sich allgemein als besser sehen, ändert dass doch nichts dran, dass der Tod manchmal angenehmer ist als so ein… ich will`s fast nicht als Leben bezeichnen..

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  • von ObsidianWhisper am 15.11.2010 um 23:26 Uhr

    in solchen Fällen find ich das auch richtig mies…
    im Grunde ist ein `Tötungsdelikt` doch immernoch besser, als jemanden wer weiß wie lange zu `foltern`… tot ist tot, kurz und schmerzlos, aber wenn sie jetzt noch einige Zeit so vor sich hin, äh… ich nenn es mal vegetiert, viel mehr kann sie ja nicht mehr =/ sowas fand ich schon immer schlimm… hab mal was gesehen über ne Familie, also Ehepaar, die Frau hatte Alzheimer und sie meinte bevor sie irgendwann ihren eigenen Mann nicht mehr erkennt, will sie lieber sterben… er hat zugestimmt und dann haben sie, sozusagen, beide Selbstmord begangen, zusammen. fand ich ziemlich rührend…
    klar, vllt gibt es Leute die sich an ihr Leben klammern… aber was will man mit seinem Leben, wenn man NICHTS mehr tun kann außer herumliegen?
    das muss schlimm für euch sein, das mit anzusehen… :S
    auf jeden Fall wünsch ich euch viel Kraft und Glück, vllt gibts ja irgendwie noch ne Lösung…

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  • von Feelia am 15.11.2010 um 23:25 Uhr

    aus genau den von dir genannten gründen bin ich der meinung,dass sich dringend was an der rechtslage bezüglich euthanasie ändern muss!
    oder auch platt gesagt:ein tier wird auch erlöst,wenn es nur noch leidet.

    tut mir leid das mit deiner oma…

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  • von wollstrumpf am 15.11.2010 um 23:24 Uhr

    es gibt die möglichkeit einen gesetzlichen betreuer zu beantragen, der dann befugt ist weiteres in die wege zu leiten.

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  • von Snofubebi am 15.11.2010 um 23:19 Uhr

    hmm.sie selbst scheint nicht mehr leben zu wollen.
    wieso sonst der versuch,die magensonde zu entfernen..
    aber das ist eben nicht so einfach.wenn sie nicht sprechen kann,wer soll darüber entscheiden..über leben und tod..
    dazu sind menschen nicht befugt..

    wenn sie euch aber versteht,dann versucht doch mit ihr zu kommunizieren,..damit es nicht so ein kampf für sie ist,denn sie nicht gewinnt,sondern der es ihr vermutlich nur immer schwerer macht,ihr jetziges leben zu akzeptieren..

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  • von wollstrumpf am 15.11.2010 um 23:18 Uhr

    und deshalb finde ich es sehr wichtig offen mit seinen/-r angehörigen/familie offen über das thema tod und über das “was wäre wenn…” zu sprechen und eben (gemeinsam) eine patientenverfügung zu erstellen und die frage der vollmacht zu klären.
    leider verschweigen viele das thema lieber. es ist kein einfaches thema u. wird umso schwieriger wenn man in einer solch verzwickten situation steckt…

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  • von sekhmet am 15.11.2010 um 23:08 Uhr

    naja das problem ist eben, dass wenn es keine verfügung gibt man ihr leben nicht einfach beenden kann. das wäre sonst ein tötungsdelikt
    es gibt ansonsten nur die möglichkeit ohne ne verfügung über nen betreuer bzw bevollmächtigten was zu beenden. wenns sowas nicht ist da nix zu machen

    ich denke das ist ein zweishcneidiges schwert. klar ists für die angehörigen schlimm den menschen so zu sehen und nichts machen zu können , obwohl man evtl weiss das der betroffene sowas niemals gewollt hätte

    andererseits geschieht das natürlich auch zum schutz des betroffenen

    Antwort
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