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Abenteurerin

am 20.08.2013 um 18:35 Uhr

Panische Angst meine Pflegemama zu verlieren! (Langer Text)

Hallo ihr Lieben,

mir brennt schon sehr lange was auf meiner Seele und ich muss es hier
jetzt einfach mal schreiben. Ich hoffe vorallem dass wenn hier “Pflege” –
und “Adoptiv”mamas sind diese mir helfen können.
Ich bitte auch darum mich nicht anzugreifen etc. hab damit leider in einem anderem Forum schon Erfahrung machen müssen. =(

Ja und zwar geht es darum dass ich immer Angst habe meine “Pflege”mama
zu verlieren. Also sie ist gleichzeitig auch meine leibliche Tante, die
Schwester meiner verstorbenen Mutter.

Kurz zu den Hintergründen:

Sie hatte immer eine super enges und liebevolles Verhältnis zu meiner
leiblichen Mutter und hat sich auch immer mit um uns gekümmert (mit uns
meine ich meine Geschwister und mich), ist mit uns weggefahre,hat meiner
Mutter oft finanziell ausgeholfen, für uns alles gemacht usw.
Ich liebte sie und meine Mutter immer gleich, es gab nie nen
Unterschied, für mich standen sie immer auf gleicher Ebene und hätte
mich jemand gefragt, ich hätte mich nie zwischen einer von beiden
entscheiden können.
Die Liebe zu beiden war immer schon bedingungslos und auch wenn ich
schlimm wütend auf eine von beide war, ich hatte sie immer lieb.
Ich hatte es also eigentlich gut getroffen da ich zwei Mamas hatte,
natürlich habe ich meine Tante nicht Mama genannt sonder bei ihrem
Vornamen weil das halt von der Gesellschaft her so ist. Aber in mir war
sie immer auch meine Mama.
Als meine Mutter (leibliche) starb hab ich das doch relativ gut
verkraftet weil ich ja noch ne Mama hatte. Natürlich vermisse ich meine
Mutter als Mensch trotzdem aber wäre es andersrum gewesen und meine Mama
wäre gestorben wäre es genauso schlimm für mich gewesen, die Trauer
wäre genau so groß gewesen.

Daraufhin begannen meine psychischen Probleme noch schlimmer zu werden
aber nicht wie jetzt viele vielleicht glauben aufgrund des Todes meiner
Mutter sondern aufgrund der dadurch noch größer gewordenen Angst meine
andere Mama jetzt auch noch zu verlieren. Ich hatte schon immer
Verlustangst
beiden gegenüber gleich, nur weil jetzt eine von beiden
nicht mehr da ist sind die Verlustängste auf meine andere Mama doppelt
so groß geworden.

Dazu kommt dass ich nicht bei ihr wohnen kann weil sie mit ihrem Mann in
einer kleinen Wohnung lebt und da kein Platz mehr ist. Andauernd denke
ich sie will mich nicht obwohl ich jedes zweite Wochenende bei ihr bin
und sie auch so öfters in der Woche sehe. Bis zu meinem vierzehnten
Lebensjahr lebte sie neben uns bei meiner Oma im Haus und wir sahen uns
jeden Tag, sie hat alles von uns mitbekommen, von sozusagen Embryo an.
Als sie dann geheiratet hat und in den Nachbarort zog war das für mich
ein Weltuntergang. Aber sie kam jedes Wochenende und ich schlief auch
öfters bei ihr aber ich hätte gerne viel öfter bei ihr geschlafen aber
das hab ich mich nicht getraut weil am Wochenende mein Erzeuger meist
besoffen war und ich dann Angst um meine Mutter hatte und auf sie
aufpassen musste damit nix passiert.

Dazu kommt dass ihr Mann zwei Kinder aus erster Ehe hat, von denen auch
eins ein Adoptivkind ist. Die sind mittlerweile 18 und 16 Jahre. Ich war
immer sehr eifersüchtig auf die weil ich Angst hatte meine Mama durch
sie zu verlieren zumal sie jedes zweite Wochenende da waren. Aber ich
mag sie auch und dann ist man noch mehr zerrissen.

Was ganz schrecklich ist, ist das der 16 Jährige Sohn von ihm jetzt seit
ein paar Wochen da wohnt, für IMMER! Also bis er irgendwann mal
Ausbildung hat und in ne eigene Wohnung hat. Seine Mutter kümmert sich
wohl nicht und sein Stiefvater hatte ihn gehauen daher ist er zu seinem
Vater gezogen. Das macht mich so fertig weil ich dadurch denke mich
wollte meine Mama damals also nicht aber hier, naja -.-
Weil er ist ja dann jetzt praktisch viel enger bei ihr als ich es sein
kann, das macht mir Bauchschmerzen unglaubliche Eifersucht, ich hasse
ihn praktisc

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  • von Abenteurerin am 21.08.2013 um 22:52 Uhr

    @ Mieze_Schindler

    Ich weiß dass ich Hilfe brauche daher bin ich ja in Behandlung und warte auf eine stationäre Therapie.
    Naja ich finde es nicht unnormal in dem Alter eine starke Bindung an die Mutter zu haben nur weiß ich auch dass es durch meine Störung krankhafte Züge annimmt wie Kontrollsucht, Eifersucht usw. Dagegen will ich ja auch was machen.
    Ja das freut mich sehr für dich dass du diese Sicherheit hast aber sie ist deine leibliche Mutter oder? Meine Mama ist aber nicht meine leibliche Mutter und da geht es nicht nur mir so. Es gibt viele Pflege oder Adoptivkinder welche unter so Problemen leiden wie ich weil sie halt total verunsichert sind weil man sich eben doch immer fragt: Hat sie mich wirklich immer lieb? Verstehst du?
    Ja ich hab ja auch geschrieben dass ich mich selber dafür verachte dass ich ihn dafür hasse obwohl ich ihn mag und weiß dass er da raus musste. Ich mach das doch nicht absichtlich. Könnte ich das so steuern würde ich hier wohl kaum schreiben und ein Problem damit haben.
    Ich hab die Bindung aber nie verloren und nur weil ich von meinem biologischen Alter her zu den Erwachsenen gehöre heißt dass doch nicht dass ich es auch emotional bin. Ich kann mit der Erwachsenenwelt nichts anfangen, ich habe da Angst!
    Ich war schon immer sehr anhänglich und verschmust und wollte noch nie von zu Hause weg. Das ist so in mir drin, meine Familie, vorallem meine Mama und Geschwister bedeutetn mir alles und ich liebe sie von Herzen mehr als alles andere!
    Danke für deine Antwort und deine guten Wünsche =)

    @ kleine_lau

    Ja aber ich nutze meine Krankheit auch nicht als Ausrede auch wenn es meist ein Automatismus ist wie ich reagiere. Ich leide selber auch sehr.
    Jetzt fühl du dich bitte nicht angegriffen aber ich glaube nicht dass du in einer ähnlichen Situation bist wie ich. Du lebst wahrscheinlich bei deinen leiblichen Eltern und hast dadurch ein Urvertrauen entwickeln können was dich sicher sein lässt dass sie dich lieb haben.
    Dies hab ich nicht. Ich weiß dass ich meine Mama über alles liebe und es immer so sein wird aber jeder Mensch wünscht sich selbst auch dass er geliebt wird, das er einen Ort hat wo er immer hinkommen kann und das ist im Idealfall die Mutter. Hast du jetzt aber eine Adoptiv oder Pflegemutter hast du sehr oft diese Sicherheit nicht sondern zweifelst immer daran ob sie dich lieb hat und zu dir steht daher testet man. Man möchte wissen dass sie wirklich zu einem steht und einen nicht dann einfach verstößt oder verlässt!
    Man will seiner “Pflege”Mama damit nicht weh tun sondern will damit seine eigene Unsicherheit besiegen welche du bestimmt nicht nachvollziehen kannst wenn du sie nicht selber erlebt hast also sei froh darum. Leider verletzt man damit aber die Person obwohl man es nicht will, Teufelskreis.
    Das ist ja auch eins meiner Probleme. Ich glaube trotzdem immer dass sie sich gar keine Sorgen um mich macht und mich nicht wirklich lieb hat, das ist so tief in mir drin. Ich kann mir nicht vorstellen dass sie wegen mir krank vor Sorgen wird =`(
    Es geht mir noch nicht mal so ums kümmern sondern darum endlich die Sicherheit zu erlangen dass sie mich wirklich immer lieb hat und zu mir steht.
    Glaub mir,ich denke verdammt viel nach. Mein ganzer Tag besteht aus Nachdenken und die halbe Nacht. Ich mach es doch nicht extra :-`(
    Das ist auch so eine Sache die ich nicht verstehe. Warum zieht sich jemand von dir zurück wenn er dich angeblich lieb hat? Das passt doch nicht zusammen.

    Danke für deine Antwort und auch dir alles Gute.

    ps:ja ich weiß, das bekomme ich ständig gesagt dass ich total wie ein Kind bin, mich so verhalte, so wirke und gar nicht meinem Alter entsprechend, bin dir deswegen nicht böse 😉

    .

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück!

    0
  • von Abenteurerin am 21.08.2013 um 22:30 Uhr

    @ specialEdition

    Danke für deine Antwort. Ich bin 24 Jahre alt. Nein ich habe die Verlustängste nicht durch den Tod meiner Mutter entwickelt, die hatte ich schon immer aber nur im Bezug auf meine Mama(Tante), meine leibliche Mutter und meinen Geschwistern. Stell dir das wie eine Treppe vor, ganz oben standen immer auf gleicher Ebene meine Mama, meine Mutter und meine Geschwister. Alle anderen Personen standen weiter unten oder niergendwo. Das heißt ich habe nie einen Unterschied in der Liebe zu meinen zwei Mamas gespürt, das war bei beiden immer die selbe starke, bedingungslose Liebe.
    Dementsprechend war auch bei beiden die Verlustangst gleich groß. Da jetzt aber eine Person fehlt hat sich der Teil der Verlustangst der auf ihr “lag” noch auf die andere Person gelegt zusätzlich zu der Verlustangst die ich ihr gegenüber eh schon hatte. Meine Trauer wäre genauso groß und schlimm auch gewesen wenn meine Mama gestorben wäre, da gab es nie nen Unterschied.
    Das was du da mit deiner Mutter erlebt hast tut mir leid und dass du dann auch solche Verlustängste entwickelt hast ist verständlich.
    Ja ich arbeite ja daran aber es klappt nicht, wenn ich nur die kleinste Vermutung habe, eine SMS zu spät kommt etc. bekomme ich Panik, Bauchkrämpfe, Übelkeit etc. Nur selten klappt es aber dann ist es beim anderen Mal viel heftiger.

    Ja ich weiß dass diese Eifersucht nicht gesund ist und ich verstehe auch deine Argumente aber die kommen in meinem Herzen einfach nicht an. Sobald da jemand anderes ist sehe ich die Person als Feind die mir meine Mama wegnimmt, sofort habe ich das Gefühl dass sie mich nicht liebt.

    Da magst du vielleicht Recht haben dass ich mich nicht abgenabelt habe aber ich kann es mir auch nicht vorstellen. Wenn ich mich abnable und ein selbsständiges Leben führe verliere ich sie doch! Ich bin mit der Welt der Erwachsenen eh überfordert, ich bin nicht bereit dazu. Ich will doch nur bei meiner Mama sein =(

    Danke für deine Antwort

    @ Suse87

    Ja ich bin ja am warten wegen einer stationären Therapie. Also ich bin ja schon bei einer Psychologin ambulant und war vor drei Monaten für vier Monate in einer tagesklinischen Behandlung.
    Das mit deiner Mutter tut mir leid und das mit deinem Vater, ich wünsche dir viel Kraft.
    Aber wie ich ja oben bereits antwortete wurde die Verlustangst nicht durch den Tod meiner Mutter ausgelöst sondern war vorher schon immer zu beiden, Mutter und Mama, vorhanden.

    Ich wünsche dir alles alles Gute!

    @ Sekhmet

    Ich hab dir eine Pn geschickt^^

    @ Suse87

    Ja ich hatte schon extra dafür die Krankenkasse gewechselt weil meine vorherige es mir da sonst schwer gemacht hätte. Bin erst seit 1 August in der neuen und da wollten wir dann noch bis Ende August/Anfang September warten um den Antrag zu stellen damit das nicht zu blöd aussieht also erst wechseln und dann direkt so nen Antrag machen, weißt du.
    Ich habe deshalb Angst erwachsen zu werden weil ich denke dass ich dann meine Mama verliere und sie mich nicht mehr lieb hat.
    Ja und das ist so schlimm, warum kann ich es nicht einfach annehmen und ihr glauben wenn sie das sagt =`(
    Danke dafür, ja gut ich passe auf mich auf und versuche nichts blödes anzustellen. Meinst du sie wäre traurig wenn mir was passieren würde?

    Vielen Dank für deine Antwort.

    0
  • von kleine_lau am 21.08.2013 um 12:22 Uhr

    Und ich muss Mieze_Schindler zustimmen: Es ist nicht normal, in dem Alter noch so an der Mama zu hängen. Das merkt man schon daran, dass du schreibst, als wärst du erst 12 oder so, das ist nicht böse gemeint aber man merkt es beim lesen 😉

    0
  • von kleine_lau am 21.08.2013 um 12:20 Uhr

    Ganz ehrlich, ich will nicht gemein sein aber es fällt mir zugegebenermaßen etwas schwer. Klar bist du in gewisser Weise krank und kannst manchmal wahrscheinlich nicht anders als so zu reagieren, wie du es tust. Ich finde es auch gut, dass du bei einer Psychologin bist und akzeptierst, dass etwas nicht stimmt. Das ist ein sehr guter Ansatz und sie wird dir vermutlich auch besser helfen können, als jeder andere hier.

    Dennoch muss ich ein bisschen kritisch sein. Denn wenn du deine Pflegemama so liebst und hoffst, dass sie dich genau so liebt, warum tust du ihr das an? Kannst du dir vorstellen, was es in ihr auslöst, wenn du solche Sachen macht? Dass sie krank vor Sorge ist? Einem Menschen den man liebt, tut man so etwas nicht an, auch wenn man damit bezwecken will, dass er sich um einen kümmert und seine Liebe zeigt. Und auch wenn du eine Persönlichkeitsstörung hast und deswegen vermutlich oft die Kontrolle verlierst, versuch mal darüber nachzudenken, dass du ihr damit weh tust. Vielleicht erreichst du irgendwann genau das Gegenteil, als das, was du möchtest. Nämlich, dass sie sich zurückzieht, weil sie es nicht mehr aushält, dass du solche Dinge tust…

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück!

    0
  • am 21.08.2013 um 12:11 Uhr

    Du brauchst wirklich dringend Hilfe. Es ist nicht normal, in deinem Alter noch eine so enorm starke Bindung an deine Mutter zu haben. Ich liebe meine Mutter auch und möchte, dass es ihr gut geht. Aber ich mache mir kaum Gedanken, ob sie mich haben will oder nicht oder ob sie meine Schwester lieber mag. Dem Sohn von Ihrem Mann geht es doch viel schlechter als dir. Er wurde geschlagen, natürlich haben sie den Jungen zu sich geholt, auch wenn eigentlich kein Platz wäre, weil es eine Notsituation ist! Du bist doch schon Erwachsen und man verliert diese krasse Bindung an die Eltern mit der Zeit. Das ist auch gut, du sollst ja unabhängig werden und dein eigenes Leben leben. Ich wünsch dir alles Gute!

    0
  • von sekhmet am 20.08.2013 um 22:50 Uhr

    ich kenne situation aus beruflicher sicht und kann dir schonmal sagen-diese gedanken und ängste kennen viele pflegekinder.
    bis zu nem gewissen maße ist das auch “normal”.

    ich kenne dich natürlich nicht, aber wenn ich sehe wieviel du dazu schreibst und dann lese was du schreibst, würde ich dir definitiv raten nicht nur deiner pflegemutter gegenüber offen zu sein, sondern dir auch hilfe von aussenstehenden zu suchen.

    das kann erneut eine psychologin sein, evtl.auch andere pflegekinder als untersützung (gobt ja viele pflegekindertreffen usw)

    0
  • von Abenteurerin am 20.08.2013 um 22:24 Uhr

    sry irgendwie ist der Text nicht ganz drin hier der Rest…

    …ich hasse ihn praktisch schon dafür :`(

    Dazu kommt dass ich schon immer sehr anhänglich und verschmust war ganz im Gegensatz zum Rest meiner Familie aber ich es nie von meinen beiden Mamas so bekommen habe sondern ich es mir immer einfordern musste und dann wurde es auch nur so wie nötig gegeben, dadurch fühlte und fühle ich mich immer abgelehnt.

    Meine Mama hat von dem Sohn ihres Mannes einen kleinen Teddy auf dem Sofa sitzen den er ihr mal vor Jahren geschenkt hat. Den würde ich am liebsten in tausend Stücke reißen und ihm sagen mir nicht meine Mama wegzunehmen!

    Ein Jahr nach dem Tod meiner Mutter fing ich an zu ritzen, war da 21, aber nur weil ich den Druck durch die panische Angst meine Mama jetzt auch noch zu verlieren nicht mehr ertragen konnte. Sie war auch diejenige welcher das aufgefallen ist und hat dann mit mir darüber gesprochen. Aber immer wenn ich das wieder gemacht hatte wurde sie sauer und wütend, ich denke dann immer es ist ihr egal und macht ihr nix aus :`(
    Jetzt am Sonntag hab ich nach über nem halbeJahr, ja fast nem ganzen Jahr wieder geritzt. Ich war bei meiner Mama und den Nachmittag auf dem Sofa eingeschlafen und danach auch noch voll verschlafen da meinte sie du gehst nach dem Essen mal ne halbe Stunde an die Luft. Als sie später dann meinte so jetzt geh mal raus ne halbe Stunde an die Luft wollte ich nicht, hab ich auch gesagt aber sie hat gesagt doch geh mal raus. Ich voll wiederwillig, in mir baute sich schon Druck auf und als ich dann draußen war fing ich voll an zu weinen. Ich dachte sie will mich nicht und das sie mir irgendwas verheimlicht, das irgendwas ist was sie mit ihrem Mann besprechen wollte und ich nicht wissen soll. Ich war wütend, enttäuscht voller Angst und Panik und in einem Impuls ging ich los um mir ne Flasche zu suchen, fand auch schnell eine, zerschlug sie und Schnitt mich mit der Scherbe ein paar mal, ich wusste das das Ärger gibt war mir aber egal. Vielleicht wollte ich sie bestrafen,meinen Druck abbauen, ich weiß es nicht genau.

    Jedenfalls ging ich nach der halben Stunde nicht zurück sondern blieb draußen sitzen, ich wollte wissen ob sie mich sucht. Nach anderthalb Stunden fand sie mich und meckerte mich an wo ich den bliebe warum ich nicht wiedergekommen bin. Als sie dann die Bluttropfen die durch meinen Ärmel färbten gesehen hat fing sie an total laut zu werden, mich anzuschreien, ob ich bescheuert sei, ob ich tot in ner Ecke liegen will und vielleicht bekäm ich ja ne Blutvergiftung vielleicht würde ich dann lernen usw.
    Und sie würde mir schwören wenn das noch einmal vorkäme lässt sie mich einweisen!
    Da schon Abend war fuhr sie mich kurz drauf auch nach Hause, ich hab seit dem nix mehr zu ihr gesagt und sie sagte dann im Auto zu mir dass sie keine Lust hat mich tot irgendwo zufinden. Als wir zu Hause waren, ich wohne bei dem Bruder von ihr, sagte sie mir ich solle damit am Montag ja zum Arzt gehen.
    Ne halbe Stunde später schickte sie mir ne SMS wo sie schrieb:

    “Hallo Janina, Ich habe mich eben sehr aufgeregt und so laut reagiert weil ich dich lieb habe und mir daher Sorgen um dich mache. Du weißt dass ich dieses Ritzen absolut nicht gut finde und habe mich gefreut dass du das solange nicht mehr gemacht hast. Geh morgen zum Arzt. Ich melde mich morgen bei dir.”

    Aber sieht Sorgen machen nicht anders aus? Sie ist doch meine “Pflege”mama (nicht offiziel aber ist nicht wichtig)Wie würdet ihr als Mütter reagieren? Ich bin total unsicher.

    Ich war vor zwei Monaten vier Monate lang in einer Tagesklinik um da etwas schon an meinen Probleme arbeiten zu können. Mit meiner Psychologin da konnte ich auch über alles reden und sie meinte Mutterliebe hat nichts mit dem leiblichen Status der Mutter zutun sondern entwickelt sich dann wenn sich eine Person um ein Kind kümmert, Zeit mit ihm verbringt etc.Sonst gäbe es ja auch keine Pflegemütter, Adoptivmütter usw.

    In mir kreist halt immer die Frage ob sie mich wirklich liebt und immer hinter mir stehen würde. Weil ich denke immer wenn sie sauer ist dass sie mich nicht liebt. Das sind dann so fragen wie auch wenn ich Scheiße baue oder schlimm bin? Also lügen würde, Drogen nehme, klauen würde auch bei ihr, frech wäre usw.
    Ich will oft testen und habe auch den Drang danach. Einmal bin ich nach der Klinik mit einer Freundin von da direkt zu ihr reiten gefahren habe aber nicht bescheid gegeben. Hab mein Handy auch im Auto bei meiner Freundin gelassen. Als ich halt nicht nach Hause kam rief mein Onkel meine Mama an und sie hat mich versucht wieoft anzurufen, dann meine Schwester wieoft und sogar ne Freundin von mir wo ich öfters bin. Als ich dann nach Hause kam hat meine Schwester ihr das gesagt und sie also meine Mama rief mich sofort an dass sie verrückt vor Sorgen war und kurz davor war zur Polizei zu gehen.

    Irgendwie hat das gut getan aber kurz daran war ich am zweifeln ob sie wirklich zur Polizei gegangen wäre =( Das habe ich auch meiner Psychologin erzählt und sie meinte dies ist typisches Testverhalten, sie hat mir halt eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.

    Ich habe auch mal ne Überdosis Tabletten genommen weil davor der Druck wieder so groß war und ich mich gefragt hatte ob sie kommen würde wenn ich im Krankenhaus liegen würde. Ich wollte mich also nicht umbringen sondern es war eine Verzweiflungstat. Ich rief dann auch selber den Rettungswagen und am nächsten Tag als sie von ihnen erreicht wurde kam sie mit ihrem Mann der aber draußen blieb. Sie meinte sie hätte nicht alleine fahren können weil sie nicht gewusst habe was sie erwartet und sie hatte wohl fast geweint. Meine Mutter und meine Mama waren nie sehr emotional, hab beide nie weinen sehen.
    Sie meinte dann auch wenn sie das gewusst hätte dass es mir so ging hätte sie den Abend nochmal angerufen, wahrscheinlich dachte sie dann wäre es mir nicht so schlecht gegangen.
    Ich hatte sie gefragt ob sie auch in der Nacht gekommen wäre wenn das Krankenhaus sie dann erreicht hätte da sagte sie natürlich.

    Sie will jetzt auch bei einem Notar was aufsetzen was sie berechtigt auch überall Infos über mich zu bekommen wie beim Arzt, Krankenhaus usw. bzw. um für mich was entscheiden zu können wenn ich nicht dazu in der Lage sein sollte.
    Sie sagt das auch erwachsene Kinder sowas mit ihren Eltern aufsetzen müssen damit sie im Fall auch was sagen, entscheiden etc. dürfen und so wäre das andersrum auch wenn Eltern das für ihre volljährigen Kinder wollen.

    Ach so macht sie für mich meine Finanzen, verwaltet mein Geld, regelt alles mit Ämtern usw.
    Oder auch hat sie jetzt im Internet erstmal nachgeschaut was das für ein Medikament ist welches ich nehmen soll und da sie Bedenken hatte sagte sie soll ich damit erst zu meiner Hausärztin gehen und sie nach ihrer Meinung fragen und nur dann das Medikament holen wenn sie sagt es ist ok.
    Sowas sind doch eigentlich auch alles Sachen die eine Mama macht oder?

    In einem gemeinsamen Gespräch mit meiner Mama und meiner Psychologin sollte ich sie selber fragen ob sie mich wirklich immer lieb hat? Das hat sie mir mal in ner SMS geschrieben und das spuckt so dann in mir rum. Ihr glaubt nicht wie schwer mir das fiel sie das zu fragen. Ich hatte so Bauchkrämpfe vor dem Gespräch aus Angst sie sagt nein. Aber sie sagte ja sicher, dass es die Wahrheit sei und mir war da ne unglaubliche Last runtergefallen, ich fühlte mich mal leicht.
    Ich hatte halt nur gefragt ob sie mich wirklich immer lieb hat, hab nicht gefragt wenn ich klaue, lüge etc. also keine Gründe aufgezählt.
    Aber zwei Tage später kippte das wieder und ich war in der gleichen Unsicherheit. Ich hab sogar meine Psychologin gefragt ob die Körpersprache,Gestik und Mimik meiner Mama das von ihr gesagte auch unterstreicht als zeigt das es ehrlich gemeint war, sie sagte ja.
    Aber die Unsicherheit bleibt und einmal als sie für ein paar Tage in Urlaub war hielt ich den Druck nicht mehr aus und schrieb ihr ne SMS ob sie mich wirklich immer lieb hat auch wenn ich Scheiße baue, was schlimmes anstelle auch bei ihr.
    Das hätte ich mich vor diesem Gespräch bei der Psychologin nicht getraut. So meine Mama antwortete am nächsten Tag darauf in dem sie mich anrief weil sie sich voll Sorgen gemacht habe was denn passiert sei. Sie hatte Sorge ich hätte irgendwas angestellt. Hab es dann aufgeklärt,mir fällt über sowas zu reden immer schwer und sie meinte dann dass sie mir nie was anderes sagen können wird wie das sie mich immer lieb hat.

    Und ein anderes Mal als ich bei ihr war sagte sie von sich aus dass auch wenn sie sauer auf mich ist sie mich lieb hat. Das sie als Kinder auch Scheiße gebaut hätten und auch dafür dann Ärger von ihren Eltern bekommen hätten.
    Das bezog sich dann auf ne SMS wo ich sie mal fragte ob ich jetzt keinen Platz mehr in ihrem Leben hätte weil ja jetzt der Sohn ihres Mannes bei ihr wohnt aber ich würde doch zu ihr gehören, Teil von ihr sein usw. schrieb ich in der SMS und dass sie bestimmt auch nie Ärger von ihren Eltern(meiner Oma und Opa)bekommen haben wenn die mal Mist gebaut haben.

    Ich will endlich sicher sein und wissen ob sie wirklich mich immer lieb hat.Sie ist eigentlich ein Mensch der meint was er sagt und sagte auch mal das meine Oma und wir(also meine Geschwister und ich) die wichtigsten Menschen in ihrem Leben sind aber andererseits sagt sie ich darf nicht so extrem an ihr hängen, das wäre nicht gut für mich, ich brauch auch Freunde weil Freunde sehr wichtig sind. Das verstehe ich aber nicht, ich brauch keine Freunde sondern nur sie und meine Geschwister. Heißt das sie will mich loswerden? Stößt sie mich weg? Ich bin so zerrissen =(

    Bitte, könnt ihr mir irgendwie helfen? Mir die Unsicherheit nehmen? Seit ihr auch Pflege bzw. Adoptivmütter und kennt ihr diese Angst von euren Kindern? Muss ich Angst haben dass sie mich nicht so lieb haben kann weil ich nicht ihr leibliches Kind bin oder heißt das wirklich nichts? Aber wir haben trotzdem die gleichen Gene und Blut.
    Könnt ihr meine Testungen und Ängste verstehen? Meine Eifersucht und auch dieses innerliche fragen ob sie mich wirklich immer lieb hat egal was ich mache?

    Bin zur Zeit ambulant bei einer Psychologin die sehr lieb ist und mit der ich mich auch traue darüber zu reden. Sie will mich jetzt Medikamentös unterstützen damit ich innerlich etwas stabiler werde.
    Will Ende diesen Monats einen Antrag stellen für eine stationäre Therapie in Siegen/Truppach in der Reselve. Aber da sowas einige Monate dauern kann bis der durch ist und man dann dahin kann steh ich so wenigstens nicht ganz im luftleeren Raum.

    Bitte seid nicht gemein zu mir, es ist eine Qual jahrelang mit so einer Unsicherheit, Druck und so einer Heimatlosigkeit zu leben. Irgendwie kämpfe ich mich durch kann aber nicht leben. Mache immer gute Miene zum bösen Spiel, zeig es anderen nicht wie es in mir aussieht. Hab noch keine Ausbildung und kann nicht arbeiten gehen. Will einfach Kind bleiben und nur bei ihr sein können,in ihren Armen. Sie ist meine Mama und ich liebe sie!

    Ich möchte endlich mit der absoluten Gewissheit und damit innerem Frieden durchs leben gehen können dass sie mich wirklich immer lieb hat und hinter mir steht selbst wenn sie mir etwas nicht direkt verzeihen könnte und dementsprechend wütend auf mich wäre.

    Tut mir leid dass es soviel geworden ist an Text aber es musste raus außerdem hättet ihr wohl sonst nicht durchgeblickt. Vielen Dank an alle die so geduldig waren sich alles durchzulesen und jene welche mir antworten =)

    Alles Liebe wünscht euch

    eure Nina

    0
  • von specialEdition am 20.08.2013 um 21:46 Uhr

    Also erst mal: Mein Beileid für deinen Verlust.

    Wie alt bist du denn?
    Weißt du, ich verstehe es, dass du große Verlustängste hast, weil deine Mama gestorben ist. Ich kann das gut nachvollziehen, weil ich auch mal als Kind so ein Erlebnis hatte- meine Mutter war weggelaufen weil sie mit meinem Vater sooo sehr gestritten hatte, und damals haben alle gemunkelt sie hätte sich umgebracht (sie war ziemlich lange weg).
    Seitdem hatte ich auch extrem große Verlustängste jedem gegenüber, besonders meinen Partnern. Sowas kann man einfach nicht steuern, die Angst ist einfach da.
    Man kann aber daran arbeiten! Ich habe das damals so hinbekommen, dass ich immer ganz bewusst meine Gedanken “beobachtet” habe. Also wenn ich mal wieder Panik bekommen habe, weil mein Freund sich ein paar Stunden nicht gemeldet hat oder ein paar Minuten nicht zurückgeschrieben hat (ja, so schlimm war das schon!) dann hab ich einfach durchgeatmet und mir selbst gesagt: “Das ist nur die Angst. Du weißt, das es ihm gut geht.” und dann hab ich bewusst immer öfter das Handy für einige Stunden abgeschaltet usw.

    Heute komme ich damit klar. Wichtig ist, das du dein Verhalten und deine Gefühle beobachtest- du kannst sie auch aufschreiben, das ist auch gut. Nur, wer sich selbst kennt und versteht, kann an sich arbeiten und seine Probleme in den Griff kriegen.

    Zu deiner Eifersucht: Das ist bestimmt nicht gesund. Sie ist deshalb doch nicht weniger deine “Mama”, nur weil jetzt ein Junge bei ihr wohnt? Sie hat dich doch trotzdem immer noch am allermeisten lieb? Und sie verbringt doch auch nicht weniger Zeit mit dir!

    Ich glaube, du hast ein Problem damit, dich abzunabeln- weil du eben solche Angst hast, sie zu verlieren. Wenn du das nicht in den Griff bekommst, solltest du vielleicht über eine Therapie nachdenken (die sollte man sowieso machen, wenn man einen Elternteil zu früh verliert!) – denn es ist sehr wichtig, erwachsen zu werden und sich auf eine gesunde Art und Weise von seinen Eltern zu entfernen. Wenn man das nicht schafft, kann das psychische und soziale Probleme auslösen.

    Viel Glück für deine Zukunft!

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