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Aardbeienjam

am 16.07.2012 um 20:38 Uhr

Probleme mit den Mitbewohnern (langer Text…)

Vor etwa einem Jahr sind wir zusammengezogen, zwei Jungs und ich. Passte anfangs noch ganz gut, wir sind alle Veganer und politisch engagiert. Ich habe mich damals um die Beschaffung der Wohnung gekümmert und wir hatten Glück und ich konnte die Wohnung einer Freundin meiner Mutter übernehmen, ich bin also Hauptmieterin, die anderen beiden Untermieter. Anfangs waren es nur einer der beiden Jungs, mit dem ich oberflächlich befreundet war/bin, (J.) und ich, aber ein Freund von ihm (C.) ist dann mit dazugekommen. Von Anfang an musste ich letzterem häufiger wegen Geld hinterherrennen, aber bekommen habe ich es immer, nur eben nach etwas nachhaken.
Wir haben alle viel in die Wohnung investiert, da wir sie unrenoviert übernommen haben und viel daran arbeiten mussten, mein Vater hat beim Vermieter eine neue Küchenarbeitsplatte und eine Badewanne ausgehandelt und der Vater von J. hat  Zimmer von J. komplett hergerichtet und unsere Küche in einen schönen Zustand gebracht.
Anfangs dachte ich, ich hätte Schwierigkeiten mit dem Einleben, da es meine erste Wohnung ist, aber mittlerweile weiß ich, dass es an anderen Dingen liegt. Die beiden Jungs haben in vielen Dingen sehr ähnliche Hobbys und halten eigentlich in allen Dingen zusammen, beziehungsweise, wenn ich mit C. nicht einer Meinung bin und J. das merkt, hält er entweder komplett zu seinem Freund oder ist unparteiisch, für mich wird eigentlich nie Partei ergriffen.
Dazu kommt noch, dass ich die einzige Studentin bin und die ganze Zeit dafür aufgezogen werde, dass ich mein Studium ernst nehme und viel zuhause lerne.
Anfangs hatten wir noch eine gemeinsame WG-Kasse aus der alles bezahlt wurde, aber schnell stellte sich heraus, dass J. und ich die einzigen sind, die regelmäßig einzahlen, C. zahlt eher dann ein, wenn es ihm grade in den Kram passt. Ich bin mittlerweile aus dem System ausgestiegen, weil es mich genervt hat, die beiden anderen führen das so weiter.
Dazu kommt, dass wir jetzt zweimal schon eine geringe Mieterhöhung hatten. J. ändert direkt seinen Dauerauftrag ohne, dass ich ihn erinnern muss, aber C. muss ich andauernd deswegen hinterherlaufen, normalerweise mache ich keinen Aufriss ums Geld, aber langsam glaube ich, dass dahinter ein System steht. Die letzte Mieterhöhung von vor über einem Monat habe ich bis heute nicht erhalten und er hat seinen Dauerauftrag auch noch nicht geändert.
Auch putzen die beiden relativ wenig und ich schmeiße, obwohl ich mit meinem Studium ansonsten schon total viel zu tun habe, häufig fast alleine den Haushalt. Auch sozial haben die anderen beiden zwar was miteinander zu tun, aber mich fragen sie selten, wie es mir geht oder ob wir mal was miteinander machen können. Eigentlich haben wir nicht miteinander zu tun und leben nebeneinander her, so habe ich mir kein WG-Leben vorgestellt.
Ich habe letztens schon einen langen Brief geschrieben, den wir auch diskutiert haben, aber wirklich etwas geändert hat sich seitdem nicht. Ich probiere immer wieder mit den beiden zu reden, aber wirklich eine grundlegende Änderung vollzieht sich nie.
Ich weiß nicht, was ich machen soll, ich fühle mich hier absolut nicht mehr wohl und fühle mich auch total ausgeschlossen, vermeide es nach Hause zu kommen.
Erst habe ich mir überlegt auszuziehen, aber eigentlich ist das total der Schwachsinn mich aus einer Wohnung rausekeln zu lassen, die ich organisiert habe und in die ich so viel Arbeit gesteckt habe. Außerdem müssten die beiden womöglich danach eh ausziehen, weil entweder der Vermieter sie nicht übernehmen würde, oder die Mieterhöhung ( die ja automatisch bei einem neuen Vertrag eintreten würde) zu hoch wäre für die beiden.
Meint ihr es ist in Ordnung, wenn ich mir neue Mitbewohner suche, die mehr zu mir passen und mit denen ich eine tiefgründigere WG gründen kann, als diese Zweck-WG wie sie momentan herrscht und die anderen beiden rauswerfe?
Meine Eltern und mein Freund sagen, dass ich deswegen kein schlechtes Gewissen zu haben brauche…
Bitte helft mir!

Antworten

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  • von AudyCan am 17.07.2012 um 10:10 Uhr

    Schließe mich dem Rest voll und ganz an. Nur ein kurzer Gedanke meinerseits: Ich würde ihnen die Kündigung per Post als Einschreiben schicken. Sonst heißt es am Ende noch, sie haben nie was von dir bekommen.

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  • von Theanou am 17.07.2012 um 00:32 Uhr

    Schlechtess Gewissen?
    Ähm… also ich würde mit J. tacheless reden: Du kannst bleiben, aber C. passt nicht, sorry. WG heißt halt, dass man, wenn man sich dafür entschieden hat, gemeinsam putzt und gemeinsam zu gleichen, bzw. m2-gerecht geteilt – die Miete zahlt – pünktlich.
    Wenn J. dann mit C. ausziehen will – okay. Ggf. musst du dann schauen, dass du schnell neue Mitbewohner kriegst und J. evtl. einen Abschlag für sein Zimmer zahlst.

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  • von Aardbeienjam am 16.07.2012 um 21:38 Uhr

    Danke schon einmal für eure tollen Antworten, ich fühle mich schon etwas mutiger… Und gestärkt in meinem Vorhaben.
    Vielleicht sollte ich tatsächlich noch einmal mit J. reden, aber die sind beide so linksdogmatisch, dass sie in allem “Solidargemeinschaften” sehen müssen, weswegen ich schon glaube, dass ich da wenig Chancen habe glimpflich rauszukommen.
    Mit tiefrgündigerer WG meine ich natürlich, dass ich gerne mit Menschen zusammenwohnen würde mit denen man sich gut unterhalten kann, mit denen was unternehmen kann… sprich: einfach wie Freunde per eine kleinere, etwas spezielle Familie. Es heißt ja auch WohnGEMEINSCHAFT 😉
    Beim Schreiben des Briefes habe ich einfach keinen anderen Weg gefunden, ich bin ja kaum noch zuhause, mit C. kann man nicht reden ohne dass er beleidigt ist und J. ist ja auch eher bedingt zuhause… Und da der jetzt nicht mehr unbedingt positiv war, musste man natürlich darüber reden…

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  • von Clauditta am 16.07.2012 um 21:29 Uhr

    Ui, ich merke beim Lesen deines Textes, wie wenig ich selber WG tauglich wäre: einen Brief “diskutieren”? Eine “tiefgründigere” WG?
    Mein Vorschlag, rede nochmals mit den Jungs und versucht eine Lösung zu finden. Falls dies nicht klappt, kündige den beiden schriftlich und suche dir neue WG Partner.

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  • von Girl_next_Door am 16.07.2012 um 21:27 Uhr

    Naja, du kannst ja dann nochmal mit J. reden, vielleicht sieht ers ja auch noch ein-va, wenn ihm der Rausschmiss droht. Ich würds echt mit nem endgültigen Gespräch versuchen, in denen du ihn/sie vor die Wahl stellst ob nun J. oder beide.

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  • von Aardbeienjam am 16.07.2012 um 21:19 Uhr

    Es kam dazu, weil C. ein neues Zimmer gesucht hat, weil er in seiner alten WG Probleme hatte (die waren so eine Party-WG mit unter der Woche Drogen nehmen und so). Mit J. hatte ich davor einfach mal ein wenig gequatscht, weil wir beide eine WG suchen wollten, da haben wir festgestellt, dass es halbwegs passen könnte, wenn wir zwei zusammenziehen.
    Die größten Probleme habe ich eigentlich auch mit C., da ich mich wirklich durch seine Art nicht respektiert fühle. Das letzte Mal hat er mit den Worten “Jaja” einfach die Wohnung verlassen, als ich ihn darauf aufmerksam gemacht habe, dass er ja gleich an einer Sparkasse vorbeikommen wird und seine Miete mal erhöhen könnte…
    J. wird nur definitiv zu ihm halten und mich asozial finden, wenn ich nur C. probiere aus der Wohnung zu bekommen, das könnte ich ja auch nur, wenn J. zustimmt (normalerweise sollte man ja als WG entscheiden, ob man jemanden nicht mehr dabei haben möchte). Dazu kommt eben, dass ich mit mit beiden offensichtlich relativ wenig zu sagen habe. Und bei J. ist auch seine Freundin Dauergast, weswegen er entweder mit C. chillt, hinter verschlossener Tür für sich ist oder seine Freundin da ist.
    Ich glaube, das Ganze hätte sich auch nicht so doof entwickelt, wenn ich nicht “Ja klar!” gesagt hätte, als J. fragte, ob ein Freund von ihm mit dazuziehen könnte, der noch ein Zimmer wohnt und den ich nur oberflächlich kannte.
    Die haben halt beide nie wirklich probiert mich zu integrieren.
    Nur C. wird mir auch als Mensch immer unsympathischer. Er hat letztens einem Freund, der bei uns übernachtet hat, weil er betrunken war und C.s Schlüssel bekommen hat, in die Suche gepinkelt, weil sein Kumpel besoffen wie er war nicht gehört hat, als er geklingelt hat um reinzukommen…

    Ich habe nur so ein schlechtes Gewissen, weil der Vater von J. zum Beispiel so viel in der Wohnung gemacht hat…

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  • von BigVollidiot am 16.07.2012 um 21:15 Uhr

    Ich bin der gleichen Meinung wie die vielen Vorrednerinnen vor mir. Du musst deswegen keinerlei Gewissensbisse haben. Es bringt ja nichts wenn du dich nicht mehr wohlfühlst in einer Wohnung die du organisiert hast. Ich würde nochmal mit ihnen reden und ihnen auch sagen welche Schritte du dir überlegt hast (eben Kündigung und so weiter) und wenn sich dann nichts ändert würde ich ernst machen und den beiden auch eine schrifltiche Kündigung in die Hand drücken.
    Ich wünsche dir viel Glück das sich das wieder regelt!

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  • von Girl_next_Door am 16.07.2012 um 21:02 Uhr

    Ich finde das auch durchaus nachvollziehbar. Du könntest ja noch nen letzten Versuch starten und den Jungs sagen, was sich ändern müsste, damit die WG weiterhin bestehen bleibt und dass sie, wenn sie sich nicht daran halten, sich nach was anderem umsehen müssen.

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  • von xwhatsername am 16.07.2012 um 20:59 Uhr

    Natürlich ist das in Ordnung. Wenn du dich nicht wohl fühlst, würde ich mir ganz schnell neue Mitbewohner suchen. Du kannst deinen Mitbewohnern ja nochmal sagen, was dich gestört hat und dann würde ich die Sache abschließen.

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  • von killbilly am 16.07.2012 um 20:51 Uhr

    ich denke auch, dass du kein schlechtes gewissen haben musst.
    wie kam es denn dazu ausgerechnet mit den beiden zusammen wohnen zu wollen?
    sag den jungs vorher bescheid und ich würde ihnen dann die schriftl. kündigung geben

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