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Directioner12

am 10.03.2016 um 10:52 Uhr

Wie verarbeitet ihr Schicksalsschläge?

Wie verarbeitet ihr traumatische Erlebnisse? Ist eine Therapie wirklich das einzige geeignete Mittel oder gibt es noch andere Wege damit allein fertig zu werden? Es können ja auch Menschen aus dem Privatleben eine große Stütze sein, oder? Und nicht jeder kann sich einen guten Psychologe/Psychater leisten, sofern die Kosten nicht von der KK übernommen werden.

Antworten



  • von Elementarteil am 12.03.2016 um 20:12 Uhr

    also ich sage dir ganz ehrlich: ich habe leider schon sehr viele traumatische erlebnisse in meinem leben gehabt. eines war sehr schlimm, ich war 12 Jahre alt damals. ich wurde von meinem Reitlehrer vergewaltigt. da MUSSTE ich eine psychologische therapie machen, damals sogar mit zusätzlicher Familientherapie. und das hat mir geholfen. jedoch konnte ich dieses ereignis auch erst 10 Jahre später richtig verarbeiten. Nun lebe ich mit dem was passiert ist, kann offen drüber reden und so weiter.
    nur leider war meine ganze Kinder und Jugendzeit nicht sehr schön. naja, um nicht ganz alles preiszugeben…
    meiner meinung nach, muss es NICHT immer therapie sein. es kommt wirklich ganz drauf an, was du verarbeiten möchtest, was passiert ist. auch, was für ein Typ mensch du bist. wie du damit umgehst. manchmal reicht es wirklich schon aus, gute freunde zu haben, die für einen da sind.
    ich habe zb grad eine ganz schlimme trennung hinter mir. mein ex wurde mehrfach gewaltätig gegenüber mir. und ich hatte meine beste freundin und meinen besten freund an meiner seite, die mir wochenlang beigestanden haben um das alles zu verarbeiten. jetzt geht es mir wieder gut 🙂

  • von blaubaere am 10.03.2016 um 16:16 Uhr

    Mir hilft Reden, Zeit, Ablenkung. Mittlerweile habe ich da ein ganz gutes Maß gefunden, denke ich. Außerdem hab ich ein starkes Selbstwertgefühl entwickelt und bin eher ein optimistischer Mensch. Wenn es gerade schlimm ist, hilft mir Schreiben ganz doll: Ich schreibe dann einfach auf, was mich beschäftigt.
    Früher war das aber nicht so und ich hätte mir viel Leid (Jahre!) erspart, wäre ich damals in Therapie gegangen. Ich habe 5-6 Jahre Jahre zum Verarbeiten gebraucht. Die ersten 2 Jahre waren ganz schlimm für mich. Jetzt fühle ich mich endlich wieder stabil glücklich. Mit Therapie wäre das sicher viel schneller gegangen.
    Ich selbst hätte das damals aber von mir aus heraus (ich war fast noch ein Kind, total verschüchtert) nie gewagt. Leider hat mein Umfeld nicht eingegriffen. Obwohl sie wussten, was passiert ist und ich z.B. danach total abgenommen hatte (kriege bei Stress kaum was runter). Tatsächlich wurde ich in der Gewichtsabnahme sogar bestärkt. Für mich heute unbegrifflich. Ich war vorher schon schlank und dann wirklich untergewichtig.

    Psychotherapie bei der KK zu beantragen, ist eigentlich nur eine Formalität (wenn auch eine nervige). Das sollte eigentlich kein Problem sein. Normalerweise helfen die Therapeuten auch bei diesen formalen Dingen.

  • von Goldschatz89 am 10.03.2016 um 15:04 Uhr

    Ich denke ich habe schon so einiges im Leben gemeistert und es ging ohne fremde Hilfe, wobei ich mir nicht sicher bin ob hier oder da mal generell eine Familientherapie nicht auch sinnvoll gewesen wäre.
    Ich bin generell ein sehr positiver Mensch und das hat mir eigentlich am meisten geholfen. Ich hab mir immer gedacht “irgendwann muss es ja besser werden” und so ist es auch gekommen.
    Mir hilft es auch unheimlich über meine Probleme/Gefühle mit bestimmten Personen zu sprechen. Von dem her kann ich dir nur zustimmen, dass Menschen aus dem persönlichem Umfeld durchaus eine große Hilfe sein können.

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