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Zu viele Probleme auf einmal…was tun?

Schneeweißchen787am 18.10.2017 um 20:15 Uhr

Hallo ihr Lieben,
ich schreibe gerade das erste Mal etwas hier, weil ich quasi gern mal eine Außensicht auf mein Leben hätte.
Ich bin Anfang/Mitte 20 und studiere in Berlin. Ursprünglich bin ich für ein duales Studium nach Berlin gezogen, nachdem ich zuvor aufgrund meiner psychischen Probleme bereits zwei Studiengänge abgebrochen hatte. Aus dem dualen Studium wurde ich innerhalb der Probezeit überraschend ohne konkreten Grund gekündigt (ich passe doch nicht so gut ins Unternehmen, mehr Aussagen kamen nicht). Wie auch immer, ich hatte jedenfalls keine Lust&Kraft erneut in eine andere Stadt umzuziehen, bin also in Berlin geblieben, habe eine Therapie in einer Tagesklinik gemacht (hat mir leider gar nichts gebracht), eine Zeit lang gearbeitet, und studiere nun ein geisteswissenschaftliches Fach an der Universität. Das Studium selbst läuft gut, ich schreibe gute Noten und mir fallen die Leistungen nicht sehr schwer. Das Problem ist aber: Alles andere läuft schief und beeinträchtigt mittlerweile wieder mein Studium. Ich leide seit Jahren an mehreren psychischen Krankheiten und habe auch akzeptiert, dass ich bis zu einem gewissen Grad vermutlich immer mit ihnen leben werde. Solange ich sie im Griff haben kann, wäre das für mich aber in Ordnung. Eine Therapeutin habe ich, leider sind wir bisher noch nicht viel weitergekommen.
Letztes Semester ging es mir zudem körperlich sehr schlecht, ich wurde von Arzt zu Arzt geschickt, wär ständig am Rennen, mir wurde zunächst eine schockierende, dann sich doch als falsch erwiesene Diagnose gestellt, es wurden Gewebeproben entnommen…mittlerweile ist klar, dass es doch nur etwas Harmloses ist, Schmerzen und Beeinträchtigungen habe ich aber nach wie vor. Zudem hat mich die Zeit des intensiven Arzthoppings auch psychisch sehr mitgenommen, zumal ich mich diesbezüglich kaum jemandem anvertrauen konnte. Ich hatte hier nie super viele, aber doch ein paar Freundschaften, von denen sich im letzten Semester aber einige aufgelöst haben (da ich eben auch ständig beschäftigt oder krank war etc. und so stabil waren die Freundschaften wohl noch nicht), sodass ich am Ende fast völlig alleine dastand.
Das dritte große Problem ist meine Wohnsituation. Nachdem ich aus meiner alten WG raus musste, wohne ich im Studentenwohnheim, was für mich die Hölle ist. Ich wohne hier quasi in einer 3-Zimmer-Wohnung mit zwei anderen Mädchen. Beide sind immatrikuliert, studieren aber nicht aktiv, sind meistens nur zu Hause. Ich, die ich den ganzen Tag unterwegs bin, darf dann den Dreck weg machen und putzen (und teilweise sind die beiden wirklich sehr eklig, also da sind alle Klassiker dabei, Bremsspuren im Klo, schimmeliges Essen, nie Müll rausbringen und dann hatten wir Maden in der Küche etc.). Da ich ja Hautprobleme habe, ist sich ekeln wirklich sehr suboptimal… Zudem gibt es hier keinen richtigen Flur, die Wohnung ist winzig und die Küche liegt direkt vor meiner Zimmertür. Man hört also jedes Geräusch und Geklapper, und das sehr laut. Da meine Mitbewohner oft bis nachts wach sind und kaum Rücksicht nehmen, ist das auch ein massives Problem…geredet haben wir natürlich schon, aber es hat sich nie wirklich was geändert. Daher suche ich nun wieder nach einem WG-Zimmer und parallel nach einer eigenen Wohnung, aber beides erscheint, gerade bei meinem auch eher geringen Budget, sehr aussichtslos. Ich hatte schon viele Besichtigungen, aber immer nur Absagen. Es liegt gar nicht unbedingt an mir, manche haben mir sogar noch geschrieben, dass sie mich sehr nett fanden (und das glaube ich denen auch, denn manche sagen auch gar nicht ab), aber es ist halt einfach oft Glückssache. Und das Glück ist nicht so auf meiner Seite. Wenn ich Pech habe, finde ich vielleicht auch in einem halben Jahr nichts. Dabei frisst die Zimmersuche natürlich auch viel Zeit und ich leide jeden weiteren Tag im Wohnheim.
Freunde geschweige denn einen Freund habe ich mittlerweile eben auch nicht bzw. schon länger nicht mehr. Ich habe das Gefühl, dass mein Leben nur noch aus Problemen besteht und das Schlimmste ist manchmal, dass ich immer ganz alleine bin. Meine Eltern sind nett und versuchen mir zu helfen, wohnen allerdings weiter weg und können konkret auch nicht viel tun. Ich fühle mich oft nur noch wie ein Blatt Papier, dass hilflos herumgeworfen wird. In letzter Zeit hatte ich wieder vermehrt Suizidgedanken, auch weil ich in meinem momentanen Zimmer total durchdrehe. Ich soll jetzt laut Psychologin wieder Tabletten nehmen, um mein Studium noch schaffen zu können, trotz aller anderen Probleme. Ich habe nichts gegen Psychopharmaka, aber nun kommt es mir so vor, als würde man mich ruhigstellen wollen, weil man an meinen tatsächlichen Problemen ja doch nix ändern kann. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich bin eigentlich ein ziemlich normales, schlankes, hübsches Mädchen und würde gern raus- und meinen Hobbies nachgehen, aber dafür bleibt bei all meinen Baustellen nie Zeit. Es kommt mir vor, als ob das Leben an mir vorbeizieht, während ich nur immer verbitterter und müder werde. Ich würde gern mal wissen, was euch noch einfällt, was man an meiner Stelle tun könnte, um die Situation zu verbessern?

Nutzer­antworten



  • von X am 20.10.2017 um 20:15 Uhr

    Hallo Schneeweißchen,
    Erst einmal Ich hab dich Lieb, und andere Mensche auch tu dir also nicht selber etwas an, den das ist der Einfachste Weg. Und es würden viel mehr Menschen Trauern als du selber glaubst.

    Ich denke das Blatt im Wind ist eine sehr Gute Metapher für uns Menschen im Generellen, wir versuchen zwanghaft etwas zu Kontrollieren was wir nicht greifen können und verlieren uns in der Negativität unser Ziel nicht erreicht zu haben, ich denke jeder Mensch hat das schon erlebt und wen nicht kommt es irgendwan, sind wir als Blatt also handlungsunfähig? Nein den auch wen der Wind nicht macht was wir wollen kann sich das Blatt immernoch nach dem Wind Richten und seine bahn bestimmen.

    Bei deinen Problemen würde ich dir Raten schreib dir auf Papier eine Liste mit all deinen Problemen auf, gib ihr eine Note wie Schwer sie zu beheben ist und Arbeite dich von dein Leichten weniger Zeitaufwendigen sachen zu den grossen Langfristigen sachen durch. Ich denke eine Patentrezept gibt es nicht aber auf die weise habe ich auch schon viel Schlimme erlebnisse und Lebensphasen überwunden.

    Ich Wünsche dir von Herzen so viel Kraft wie du nur aufnehmen kannst, und bleib dran, es Lohnt sich.

    X

  • von Tanitha am 19.10.2017 um 13:41 Uhr

    Hey, das ist insgesamt eine schwierige Situation. Zum Thema Wohnen: in Berlin gibt es doch evtl. die Möglichkeit als Hauswächter eine Wohnung zu bekommen (du passt auf einen Leerstand auf und zahlst im Gegenzug wenig Miete) oder du suchst nach Angeboten, wo du im Haus von Senioren günstig wohnst und sie dafür ein paar Stunden in der Woche unterstützt. Nur so als Idee, kommt natürlich auch darauf an, ob das was für dich ist. Vielleicht hilft es dir auch zu einem Yoga- oder Mediationskurs zu gehen, um deine innere Ruhe zu finden. Oder ein neues Hobby zu beginnen und dabei neue Leute kennenzulernen. An der Uni gibt es ja auch viele Angebote. Alles Gute!

  • von UranKrug258 am 18.10.2017 um 22:53 Uhr

    Das sind sehr viele Baustellen, fang bei der wichtigen an! Was braust du zu Glücklich sein? Und das wird dann umgesetzt. Und ja es kann einfach sein, es gibt Menschen die überleben seid Jahrzehnten obwohl sie nicht wissen wie sie am nächsten Tag was zu essen bekommen. Also was macht dich glücklich? Und dann setzte es um. Und schalte dabei bitte deinen Kopf aus, der macht es einen oft zu schwer. Den ersten Gedanken den du hast umsetzten! Usw. Aus dir rauskommen! Was wagen!
    Also was machst du?

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