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Mopperkind

am 15.02.2013 um 04:28 Uhr

Beziehung “wegwerfen oder reparieren”?

“Wie haben Sie es geschafft, 50 Jahre verheiratet zu sein?”
Die Frage wurde mal einem älteren Mann gestellt, der gerade mit seiner Frau Goldhochzeit feierte… seine Antwort: “Wir sind in einer Zeit aufgewachsen, in der man kaputte Dinge repariert hat.”
Auf der einen Seite finde ich diese Einstellung sehr richtig und schön… nicht direkt aufgeben, wenn es in der Beziehung mal nicht so gut läuft, sondern daran arbeiten, Lösungen finden, Kompromisse eingehen, Abstriche machen, durchhalten… auf der anderen Seite finde ich es aber auch schrecklich, wenn man immer nur “repariert”, denn dieses Kompromisse eingehen, Abstriche machen, durchhalten ist doch eigentlich kein schöner Zustand und sehr anstrengend.
Mich interessiert zwar generell eure Meinung dazu, aber auch aus aktuellem Anlass, da ich mir momentan nicht sicher bin, was meine Beziehung betrifft.
In der Erdbeerlounge wird ja relativ häufig zur Trennung geraten. In 99% der Fälle bin ich auch dieser Meinung, denn gewisse Sachen kann man sich doch nicht gefallen lassen! Aber wo ist die Grenze? Geben wir zu schnell auf? Oder sind wir einfach selbstbewusster?
Natürlich waren die Frauen damals finanziell abhängig und eine Scheidung hätte gesellschaftliche Konsequenzen gehabt, aber ist das der Grund, warum die Ehen 50 Jahre und länger gehalten haben? Wird es das in unserer Generation nicht mehr geben, weil wir emanzipiert sind und eigenständig leben können? Haben wir zu hohe Ansprüche? Sind Menschen nicht für dauerhafte Monogamie geeignet? Oder sind wir eine Generation von egoistischen Opportunisten, die halt lieber “wegwirft und neu kauft” statt zu “reparieren”?
Wie ihr seht, bin ich was das Thema betrifft sehr zwiegespalten… denke da (wegen meiner aktuell etwas schwierigen Beziehung) viel drüber nach. Ich weiß, dass ich da selber eine Entscheidung treffen muss und mir dabei keiner helfen kann, aber mich würde halt mal generell eure Meinung dazu interessieren. Bin gespannt auf eure Antworten! =)

Antworten

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  • von blaumeise12 am 15.02.2013 um 18:05 Uhr

    Ich denke es gibt eine große Anzahl von Beziehungsproblemen, die man irgendwie lösen kann. Nur ganz wenige Sachen, z.B. Gewalt, sind wirklich Probleme, wegen denen eine Trennung einfach z.B. zum eigenen Schutz oder zu dem der Kinder Sinn macht.
    Die Frage ist halt, in wie weit man bereit ist, für den Partner Kompromisse einzugehen und manche scheinen hier halt eine niedrigere Toleranzgrenze zu haben als andere. Ich persönlich würde immer versuchen Probleme zu lösen, anstatt mich von meinem Freund zu trennen.

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  • von Angelsbaby89 am 15.02.2013 um 14:35 Uhr


    Man kann natürlich kleine Kompromisse eingehen und wenn der Partner einem z.B. sagt “es nervt mich, dass du schnell an die Decke gehst, wenn irgendwas kleines ist”, dann kann man daran auch arbeiten. Und das sehe ich nicht als verbiegen an, sondern als Eigenschaft die man ja für SICH ändern will, weil es zwischenmenschliche Beziehungen belastet. ”

    DAS sehe ich übrigens genauso 😀 Weil das ja ein Problem ist, das ich dann generell habe und das mit Sicherheit auch andere beziehungen belastet, nicht nur die partnerschaftliche.

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  • von CherryDarling13 am 15.02.2013 um 14:25 Uhr

    @Sassel: Gutes Beispiel, natürlich ist Weiterentwicklung zum Positiven hin erwünscht!

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  • von CherryDarling13 am 15.02.2013 um 14:21 Uhr

    Ich stimme absolut Angelsbaby89 zu. Das ist der Idealfall: Wenn es passt, dann passt es einfach und niemand muss sich für den andern ändern, oder Abstriche machen, oder faule Kompromisse eingehen (also ich rede von Dingen, die zur Persönlichkeit gehören, nicht von der Wahl des Restaurants). Und kämpfen à la einer will nicht mehr und der andere will ihn nicht gehen lassen, muss man schon gar nicht, denn im Idealfall wollen beide genau dasselbe und keiner muss den andern von irgendetwas überzeugen.
    Ich freue mich für dich, dass du diesen Menschen gefunden hast, Angelbaby89!

    Über das Glück oder Unglück haben ja viele schon geschrieben, aber nun mal zum Unterschied zw. früher und heute in Sachen Monogamie: Ich glaube nicht, dass die Menschen früher monogamer waren, sondern höchstens die Seitensprünge diskreter. Und Frauen waren sicherlich auch duldsamer, weil sie ja bei einer Trennung/Scheidung eben eh den kürzeren gezogen hätten.

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  • von Sassel am 15.02.2013 um 14:21 Uhr

    Ich schließe mich WitchStella an.

    Man kann natürlich kleine Kompromisse eingehen und wenn der Partner einem z.B. sagt “es nervt mich, dass du schnell an die Decke gehst, wenn irgendwas kleines ist”, dann kann man daran auch arbeiten. Und das sehe ich nicht als verbiegen an, sondern als Eigenschaft die man ja für SICH ändern will, weil es zwischenmenschliche Beziehungen belastet.
    Da zu sagen “Nö, ich will aber bei jeder Kleinigkeit ausrasten, ich lass mich nicht verbiegen, ich such mir wen der damit klarkommt”, finde ich schwachsinnig.
    Das nur mal als Beispiel, dass man sich auch zum positiven verändern und an sich arbeiten kann ohne gleich ne Beziehung wegzuwerfen.

    Aber ich selbst habe auch die Erfahrung gemacht, dass sinnlos ist eine Beziehung zwanghaft aufrecht zu erhalten wenn es grundlegend NICHT stimmt und es Probleme gibt die die Beziehung zerstören.
    “Kämpfen” muss man um eine solide Beziehung nicht! Und das auch niemals, zu keiner Zeit.

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  • von LadyPogona am 15.02.2013 um 11:49 Uhr

    das sieht man auch hier auf EL: kaum tritt ein problem auf schreien einige user sofort nach trennung, als ob man heute keine kompromisse oder klagestunden (reden und nach lösung suche) mehr habn kann!

    ich habe das selbst miterlebt: mein mann und ich hatten in den ersten 3 jahren riesige schreckliche probleme, aber wir haben mit kompromissen und viel (!) geduld alles ins reine gebracht und heute sind wir ein dreamteam und super glücklich :)

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  • von Wurli74 am 15.02.2013 um 11:35 Uhr

    ich hab schon begonnen zu schreiben und viele gedanken im kopf gehabt, dann habe ich den kommentar von WitchStella gelesen und meinen wieder gelöscht. Der ist genau richtig und eigentlich ist darin alles erwähnenswerte enthalten. Letztlich soll man Entscheidungen nicht leichtfertig treffen, aber wenn es gar nicht mehr geht, dann besser ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende!

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  • von WitchStella am 15.02.2013 um 10:20 Uhr

    gute frage!

    ich denke, es gibt dinge, die man “reparieren” kann, und welche, die eine beziehung völlig zerstören.
    reparieren kann man meiner meinung nach viele streitereien, meinungsverschiedenheiten,… wenn sie sachlich und respektvoll besprochen werden. so was gehört zu einer beziehung dazu. da ist eben nicht immer nur alles wie auf wolke 7. das “pflaster” hier heißt reden. dazu kommen je nach grund dinge wie verzeihen, nicht so eng sehen, tolerant sein,…
    nicht zu reparieren und damit beziehungen für den müll, sind meiner ansicht nach beziehungen, in denen der respekt verloren gegangen ist. auch bei verlorenem vertrauen ists oft schwierig oder wenn ein partner merkt, dass er so sehr verletzt ist, dass er nicht (mehr) verzeihen kann. aber ich finde, meistens liegt all das daran, dass von einer seite aus der respekt fehlt.
    und da sind wir heute vermutlich tatsächlich selbstbewusster und unabhängiger als früher: früher hatte frau im zweifelsfall nicht die möglichkeit sich zu trennnen oder respekt zu fordern. mittlerweile ist das anders und das finde ich auch gut so, selbst wenn es bedeutet, dass mehr beziehungen scheitern.
    denn da glaube ich dann trotzdem, dass die richtigen beziehungen halten.

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  • von scharlatan am 15.02.2013 um 09:44 Uhr

    sehr schöner thread und interessante überlegungen. diese fragen haben mich auch schonmal beschäftigt. auf eine lösung bin ich eigentlich nicht gekommen. aber ich denke, dass jeder für sich selber das entscheiden muss. ich seh es wie du, man sollte nicht direkt aufgeben, nur weil einem mal was nicht gefällt. wenn man sich wirklich liebt, ist man auch bereit etwas für die beziehung zu tun. es gibt eben nicht nur rosarote zeiten.
    und nettee kann ich auch wieder nur zustimmen. so sehe ich das auch.

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  • von Angelsbaby89 am 15.02.2013 um 09:24 Uhr

    Ach zu deiner Situation: Ich glaube auf jeden Fall daran, dass man einen Partner finden kann, mit dem man wirklich bis ans Lebensende glücklich ist.

    Dazu muss man aber eben jemanden finden, der auch zu einem passt – und da das Leben heut sehr viel schnelllebiger geworden ist und Menschen, die man seit gerade mal 2 Wochen kennt, als möglicher “Neuer” eingestuft werden, dauert es natürlich, bis man so jmd. findet.

    Ich selbst bin jetzt seit 8 Jahren sehr glücklich mit meinem Freund zusammen, wir werden in 2 Wochen heiraten und erwarten im Juli unser erstes Kind 😀 Ich musste nie Abstriche machen oder irgendetwas an mir verändeerrn, er genausowenig, eben weil wir zueinander passen und diese Beziehung macht uns beide jeden Tag auf´s Neue superglücklich und bereichert uns so ungemein – ich würde mich niemals mit weniger zufriedengeben!

    Also ja, ich glaube an Liebe, die ein Leben lang halten kann 😉

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  • von Angelsbaby89 am 15.02.2013 um 09:15 Uhr

    Ach und zusätzlich bin ich der Meinung, dass wenn man um eine Beziehung “kämpfen” muss (weiß nichtmal wie das gemeint sein soll -.-) dann ist die Beziehung es eh nicht wert. Denn entweder ich passe mit meinem Partner zusammen oder eben nicht.

    Klar, Kompromisse gibt es überall, aber wenn wir abends beim Filmegucken einen “Kompromiss” finden, welchen Film wir schauen ist da für mich das Wort “Kompromiss” ein bissl übertrieben.

    Sags lieber so: Abstriche machen zu müssen, gehört für mich nicht in eine Beziehung.

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  • von Angelsbaby89 am 15.02.2013 um 09:12 Uhr

    Also ich muss sagen, ich empfinde immer wieder das Gegenteil: Viele klammern sich an absolut schrecklichen Beziehungen fest, nur um nicht allein sein zu müssen und als Single dazustehen.

    Genau darum wird auch der erstbeste als Partner dahergenommen und dann wird sich drüber beklagt, warum es denn nicht läuft. Wenn man jeden als potentiellen Partner einstuft, den man kennenlernt (und das tun mMn. sehr viele) dann ists ja klar, dass die meisten Beziehungen eben nicht von langer Dauer oder irgendwann ganz furchtbar sind.

    Aber bevor man das zugibt und sich trennen muss und somit allein dasteht, verharrt man lieber bei einem Partner, der im Grunde null zu einem passt, mit dem man nicht wirklich glücklich ist und kann dann eben sagen “Ja ich BIN vergeben”.

    Dass früher die Beziehungen länger gehalten haben, liegt mMn. schlicht und einfach daran, dass Scheidungen genauso wie alleinerziehende extrem verpönt waren – das gab es damals einfach nicht. Ich will gar nicht wissen, wieviele Frauen/Männer kreuzunglücklich in ihrer Partnerschaft waren und nicht da rauskonnten.

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  • von nettee am 15.02.2013 um 08:35 Uhr

    Ich denke es kommt immer auf den Charakter der jeweiligen Personen an, sowie an der jeweiligen Situation, einige geben zu früh auf, trennen sich obwohl es mit reden wieder hingebogen werden kann. Andere können sich nicht trennen, obwohl es die einzige Möglichkeit ist, wieder frieden zu bekommen. Kompromisse gehört auch zu einer Beziehung dazu, denn man wird nie 100% zusammenpassen. Wäre ja auch langweilig. Ich finde man sollte erst um seine Beziehung kämpfen, aber wenn Gewalt, nur Streitereien vorherrschen oder keine Gefühle mehr da sind, dann sollte man sich trennen. Meine Oma hat sich vor fast 60 Jahren Scheiden lassen und war dann mit meinem Opa 49 Jahre lang verheiratet. Auch damals gab es Trennungen, wenn auch weniger.

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  • von CupeCake am 15.02.2013 um 08:26 Uhr

    Huhu,

    ich nehme an wir sind einfach flexibler geworden. Man ist nicht mehr so abhängig von Partner und Trennungen sind kein TaBu Thema mehr. Ich denke zwar, dass oft zu voreilig gehandelt wird und man weniger Versucht aber es ist ja auch nicht mehr zwingend erforderlich. Letzt endlich glaube ich früher hätten sich genau so viele Menschen getrennt, wenn es Ihnen möglich gewesen wäre. Ich glaube selbst an die Liebe aber auch die Ansprüche steigen :)

    LG

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  • von Mopperkind am 15.02.2013 um 04:29 Uhr

    ?-)

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