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ly0309

am 21.02.2016 um 23:14 Uhr

Mischbeziehungen/Mischehen

Hey Leute!
Da ich letzte Zeit ziemlich verwirrt bin und langsam nicht mehr weiter weiß, habe ich mich dazu entschieden mich hier zu registrieren und wollte schauen, ob vielleicht jemand einen Tipp für mich hätte.

Ich bin seit über zwei Jahren mit einem Kurden (Yezide) zusammen. Wir kennen uns schon seitdem wir klein waren, also eigentlich unser ganzes Leben, sind miteinander aufgewachsen und sind somit halt beste Freunde geworden. Vor ungefähr fünf Jahren aber ist zwischen unseren Familien ein Streit ausgebrochen und weder er noch ich besaßen ein Handy oder ähnliches, also hatten wir um die drei Jahre keinen Kontakt bis wir uns zufällig wieder begegnet sind. Aufgrund des Familienstreits hielten wir unsere Beziehung erstmal geheim, nur unsere besten Freunde wussten davon. Unsere Eltern wussten zwar, dass wir befreundet sind und das haben sie auch akzeptiert, aber wegen den verschiedenen Religionen konnten wir ihnen nie alles erzählen und sie haben uns immer nur als beste Freunde angesehen. Seine Eltern hatten nichts gegen mich, da er oder ich nicht im Familienstreit involviert waren und es eine Sache zwischen den “Erwachsenen” war, meine Familie sah das genauso. Nur einige seiner Cousins und Cousinen wussten von uns, bei mir war es nur meine Schwester und mein Cousin.
Nach einigen Monaten haben wir trotzdem meinen Eltern von uns erzählt. Mein Vater ist Muslim (Perser), meine Mutter Orthodoxe (Russin) und aufgrund der verschiedenen Ansichten ließen sie sich vor Jahren scheiden und ich wuchs bei Mutter auf. Meine Mutter akzeptierte meinen Freund sofort, machte sich aber Sorgen, dass es wegen der verschiedenen Religionen (ich bin Muslimin, er wie oben schon genannt Yezide) scheitern könnte. Meinem Vater ist zwar mein Glück und Wohl am wichtigsten, trotzdem hat er unsere Beziehung bis heute noch nicht ganz akzeptiert und ist auch nicht wirklich immer gut zu meinem Freund und redet mir täglich ein, dass er nicht der Richtige ist und ich mir einen anderen suchen sollte.
Die Cousins und Cousinen meines Freundes waren sofort begeistert und haben sich für uns gefreut. Sie sind zwar alle gläubig, aber “modern” und finden es nicht schlimm, wenn sie später einen andersgläubigen heiraten werden. Die “älteren” (Eltern, Onkel, Tanten etc.) sehen das jedoch strenger, da sie auch strenggläubig sich und strikt nach der Religion leben. Sie haben mich als seine beste Freundin akzeptiert und mögen mich eigentlich auch wirklich sehr. Sie haben mich als ein Teil der Familie angesehen und mich überall mitgenommen, zum Beispiel auf irgendwelche Familienfeiern. Als seine Freundin würden sie mich aber nicht akzeptieren. Sein Cousin beispielsweise war mit einer Deutschen zusammen. Sie wurde sooft von den Cousinen und Tanten geschlagen (er hingegen hat sie wirklich geliebt und sie immer gut behandelt) bis sie sich von ihm getrennt hat, weil sie sich das selbst nicht mehr antun wollte. Hätte sie sich nicht von ihm getrennt, hätte seine Familie ihn verstoßen. Deswegen wollten wir beide seinen Eltern die ganze Zeit nichts von uns erzählen.
Mein Freund und ich wollen aber Mitte bis Ende dieses Jahres zusammen ziehen und da wir schon diesen Schritt eingehen habe ich ihm gesagt, er soll endlich seinen Eltern von uns erzählen (nach zwei Jahren wird es ja auch endlich mal Zeit). Wir haben uns in diesen zwei Jahren oft deswegen gestritten und bestimmt schon zwei Mal getrennt, weil ich einfach nicht wollte, dass er seine Familie wegen mir verliert und er hatte Angst, seine Familie würde mir was antun. Vor ungefähr drei Monaten hat er ihnen von unserer Beziehung und unseren Plänen erzählt, worauf sie ihn dann rausgeschmissen haben und er fast zwei Monate bei mir und meiner Mutter gewohnt hat. Seine Familie hat sich in der Zeit oft bei ihm gemeldet und meinte, er könne jeder Zeit zurück kommen, er müsste sich nur von mir trennen. Er stand aber die ganze Zeit felsenfest hinter mir und hat ihnen gesagt sie müssen mich akzeptieren oder er kommt nicht wieder. Und genau das war, wovor ich immer Angst hatte.
Seit ein paar Wochen wohnt er wieder bei seinen Eltern und sie tun ihm oder mir zwar nichts, aber behandeln mich wie Dreck. Sie reden schlecht über mich und wollen mich nicht mehr sehen. Ich darf nicht mehr zu ihnen nach Hause, als wir nur “beste Freunde” waren war ich ständig bei ihnen. Selbst wenn er nicht da war konnte ich einfach mit seinen Eltern reden oder zum Beispiel mit seiner Mutter kochen, es war alles gut. Auf jeden Fall behaupten sie jetzt ich hätte vor ihm schon mehrere Männer (er ist mein erster Freund), ich wäre keine Jungfrau mehr (doch, bin ich, wir wollen beide nämlich warten bis wir geheiratet haben), wäre eine schlechte Hausfrau und stelle mich gegen seine Familie und Religion und das sind für sie wohl die ausschlaggebenden Gründe.
Ich bin eine gute Hausfrau. In den zwei Monaten, in denen er bei mir gewohnt hat, bin ich abends nach der Arbeit nach Hause gekommen und egal wie müde und kaputt ich war habe ich ihm trotzdem Essen gemacht und habe die Wohnung geputzt, auch, wenn er das gar nicht von mir verlangt hat und das mache ich wirklich jeden Tag, egal ob er hier ist oder nicht. Ich stelle mich natürlich auch keineswegs gegen seine Familie. Ganz im Gegenteil. Ich liebe seine Familie eigentlich so wie meine, in den letzten Monaten hat sich das natürlich wegen ihrer Einstellung gegenüber mir geändert. Auch seine Religion akzeptiere ich voll und ganz. Ich habe mich damit befasst und weiß eigentlich auch so ziemlich alles darüber, da er und ich auch gerne über sowas reden und ich mich für Religionen und all sowas einfach total interessiere.
Das größte Problem ist jetzt einfach, dass ich sehe, wie ihm das zu schaffen macht und das seine Eltern wollen, dass er seine Exfreundin heiratet, da sie auch Yezidin ist. Sie entspricht aber zum Beispiel gar nicht dem, was für eine Schwiegertochter sie wollen. Sie geht jedes Wochenende feiern und hat ständig andere Männer, macht Zuhause nichts und kümmert sich nicht um Schule oder allgemein Bildung.

Was mich interessieren würde, ob einer von euch vielleicht auch mal in so einer Situation war oder vielleicht weiß, wie wir damit umzugehen haben. Wir beide wissen, dass seine Eltern mich eigentlich wirklich mögen, aber die Religion steht für sie ehrlich gesagt über das Glück und Wohl ihres Sohnes und das macht uns beide einfach wirklich fertig.
An Freundinnen kann ich mich mit diesem Problem leider nicht wenden, da keine von ihnen in so einer ähnlichen Situation war und sie mir deswegen nicht wirklich Tipps geben können.
Als ich meinem Cousin davon erzählt habe ist die Sache eigentlich ziemlich eskaliert, da er sich daraufhin mit seinem Cousin geschlagen hat und unsere Familien wieder wie vor Jahren gegeneinander sind.

Antworten

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  • von Lalalisa am 22.02.2016 um 11:00 Uhr

    Also das Verhalten der Familie ist ja wohl mehr als lächerlich. Das ist unglaublich, wie man sich so verhalten kann. Ich würde die ignorieren und ihr zieht zusammen und baut euch ein schönes, gemeinsames Leben auf. Das heißt nicht, dass dein Freund jeglichen Kontakt zu seiner Familie abbrechen muss (will er ja wahrscheinlich auch nicht), aber du solltest dich da komplett raus halten und die so gut es geht ignorieren. Es geht ja schließlich um dein Glück bzw. das deines Freundes. Nicht darum, die Schwiegereltern um jeden Preis zufrieden zu stellen.

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  • von Luna28 am 22.02.2016 um 07:57 Uhr

    Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen,dass es sehr sehr schwer wird für euch Beide.Am aller meisten für deinen Freund.So wie es aussieht,scheint er dich wirklich sehr zu lieben.Du musst wissen,wenn er sich endgültig für dich entscheidet,wird er von seiner Familie verstoßen.Du musst in dieser Zeit sehr viel für ihn da sein,weil es ihm deswegen sehr schlecht gehen wird.Ich hoffe,dass du ihn wirklich so sehr liebst,dass ihr das zusammen durch steht.Wenn er gegen seine Familie gehen wird,schätze das sehr.Sowas macht ein Mann nur, wenn er die Frau richtig liebt.Ich denke irgendwann nach langer Zeit,wenn seine Familie sieht,dass ihr immernoch zusammen seid und glücklich,dass sie anfangen eure Beziehung zu akzeptieren.Es ist meistens so,aber dauert manchmal Jahre.Ich wünsche euch ganz viel Kraft und,dass alles gut bei euch wird.

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  • von CruelPrincess am 22.02.2016 um 07:33 Uhr

    Lächerlich.
    Als beste Freundin geliebt und geachtet und als Partnerin gehasst und ignoriert aufgrund der Religion.
    Furchtbar solche Menschen.

    Ich kenne genug Beispiele in der solche Beziehungen/Ehen funktionieren. Es müssen nur beide dahinterstehen und sich füreinander einsetzen und auf die Religion scheissen, wenn ich das mal auf deutsch ausdrücken soll.

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  • von Dawson am 22.02.2016 um 06:29 Uhr

    ich hab noch nie verstehen können warum religion wichtiger ist als liebe…. verstehe wer will.

    nehmt eure sachen und geht weg und lasst sie machen. sie werden sich nicht ändern. nur ihr könnt euch verändern.
    fangt irgendwo neu an und lasst die weiter ihren kindischen, mittelalterlichen und total behämmerten dreck machen.

    und rechtfertige dich nicht! wir wissen denke ich alle hier ganz genau das es völliger quark is was sie reden! sie stellen religion über alles, das kann auf dauer nicht gut gehen.

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  • von Goldschatz89 am 22.02.2016 um 06:16 Uhr

    Ich kann gar nicht weiterlesen weil ich mich so aufrege. Wir leben im Jahr 2016 und in Deutschland. Wir haben hier Religionsfreiheit und jeder darf mit jedem Zusammensein. Dir hat niemand vorzuschreiben mit wem du eine Beziehung führst und mit wem nicht!
    Alleine schon, dass jemand geschlagen wird nur weil er eine andere Nationalität hat? Ja wo sind wir den …?!?
    Auch, dass er Angst hat, dass seine Familie dir was antut, was sind den das bitte für Menschen? Das kann doch nicht sein, dass Religion mehr zählt als der Mensch selbst?

    Antwort
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