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Sellerie

am 06.10.2016 um 18:20 Uhr

Erfahrungsbericht Schwangerschaftsabbruch

Hallo ihr Lieben,

ich habe einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Da ich vorab im Internet nach Erfahrungsberichten gesucht habe und mich diese doch sehr beruhigt haben, möchte ich nun auch einen Bericht beisteuern!

Ich bin 22 Jahre jung und war schwanger von meinem Ex. Ich habe dies auch erst nach der Trennung gemerkt.
Für mich war schnell klar, dass ich kein Kind alleine großziehen möchte, da mir die finanziellen Mittel fehlen und mich dies beruflich zurückwerfen würde.
Nachdem ich einen positiven Test gemacht habe, rief ich bei meinem Arzt an und klärte mit der Helferin das weitere Vorgehen.

1. Schritt- Beratungsgespräch bei ProFamilia
Um einen Abbruch auf eigenen Wunsch vornehmen zu lassen, muss man sich vorab beraten lassen. Dies übernimmt in Deutschland oft ProFamilia.
Ich ging in die offene Sprechstunde und wurde nach kurzer Zeit aufgerufen. Die Beraterin war sehr nett und lies mich berichten. Dann ließ sie mir die Wahl, ob sie mich über finanzielle Möglichkeiten aufklären soll, die mir es vielleicht doch ermöglicht hätten, das Kind zu behalten oder über alles zur Abtreibung.
Ich bat nur um Erläuterung der Vorgehensweisen zur Abtreibung. Sie erklärt mir die Möglichkeiten (medikamentös oder Absaugung mit Vollnakose oder örtlicher Betäubung) und was danach zu beachten ist. Im Gespräch entschied ich mich für eine Absaugung, beim medikamentösen Abbruch nicht ganz sicher ist, wann genau die Schwanerschaft endet und es häufiger zu stärkeren Blutungen kommt.
Im Anschluss erhielt ich die Bescheinigung über die Beratung, sowie Adressen von Ärzten, die diese Art der Abtreibung vornehmen, da mein eigener Frauenarzt dies nicht tut.

2. Gespräch über die Kostenübernahme bei der Krankenkasse
Ein Abbruch kostet zwischen 350 und 500€. Bei der KK kann ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden. Da ich jedoch zu viel verdiene, wurde die Kostenübernahme abgelehnt.

3. Feststellung der Schwangerschaft durch meinem Frauenarzt
Mein Frauenarzt stellte die Schwangerschaft tatsächlich fest. Nachdem ich ihm erläutert habe, dass ich abtreiben möchte, ließ er mir Blut abnehmen um meine Blutgruppe festzustellen. Diese muss bei einer Abtreibung bekannt sein, da man zusätzliche Medikamente bekommt, wenn der Rhesusfaktor negativ ist. (Dies hat mit potentiellen späteren Schwangerschaften zu tun.) Daraufhin erhielt ich noch eine Überweisung.

4. Kennenlerngespräch beim Arzt, der den Abbruch vornimmt
Ich brachte die ProFamilia-Bescheinigung, sowie die Überweisung mit. Der Arzt untersuchte mich kurz und vergewisserte sich über die bestehende Schwangerschaft.
Daraufhin erläuterte er mir die Abtreibung und ließ mich Fragen stellen. Er teilte mir mit, dass er den Abbruch unter Vollnakose vornehmen wird. Danach vereinbarten wir einen Termin für den nächsten Tag.
Nach dem Gespräch mit dem Arzt bereitete mich die Helferin auf alles weitere vor. Sie gab mir diverse Zettel (Infos zum Abbruch, zur Vollnakose etc) und hat mich, diese auszufüllen und am nächsten Tag mitzubringen. Des Weiteren erhielt ich eine Vaginaltablette, die ich um 18 Uhr einnehmen sollte. Diese erweicht den Muttermund und kann zu starken Blutungen führen.
Ich wurde auch darauf hingewiesen, dass mich entweder jemand abholen muss, oder mir ein Taxi gerufen wird. Alleine durfte ich nicht nach Hause.
Ich bekam noch ein Rezept für eine Antibiotika, welches ich ab dem Tag des Abbruchs nehmen sollte.
Der Abbruch sollte 500€ kosten.

5. Die Nacht davor
Zuerst kümmerte ich mich um eine Begleitperson für den nächsten Tag, da ich mir die Kosten für ein Taxi sparen wollte.
Ich nahm die Vaginaltablette ein (18 Uhr) und erhielt gegen 20:30 Uhr einen Anruf seitens der Anästhesistin. Diese wollte wissen, wie alt, schwer und groß ich bin. Des Weiteren wies sie mich darauf hin, dass ich bis 22 Uhr essen und bis 24 Uhr trinken darf. Zum Termin am nächsten Morgen um 8 Uhr sollte ich absolut nüchtern erscheinen.
Gegen Mitternacht begangen Schmerzen wie bei einer starken Periode, die sich leider auch durch die Nacht zogen. Um 4 Uhr bin ich aufgewacht und blutete trotz Binde wie ein Schwein. Da ich auf dem Sofa geschlafen habe, habe ich große Flecken hinterlassen, die jedoch glücklicherweise mit Wasser und Waschmittel schnell beseitigt werden konnten. Ich empfehle jedem, mit einem Handtuch darunter zu schlafen…

6. Die Abtreibung
Nachdem der Arzt mir nochmal die Gelegenheit ließ, Fragen zu stellen, kam ich in einen Raum, wo die Anästhesistin, sowie die Arzthelferin auf mich warteten. Ich sollte mich unten herum frei machen und nahm auf dem Stuhl Platz. Die A. Legt einen Zugang und bat mich, mich hinzulegen. Kurz danach war ich auch schon weg.
Aus dem Gespräch mit dem Arzt wusste ich, dass der Inhalt der Gebährmutter mit einem Röhrchen ausgesaugt wird und bei bedarf noch etwas geschabt wird.
Danach wurde ich wach, als die Helferin mich nach nebenan führte. Dort schlief ich noch etwas und der Arzt, sowie die Helferin sahen nach mir. Als ich wach wurde, stellte ich fest, dass man mir meinen Slip wieder angezogen hatte, worüber ich doch erleichtert war. Als mein Kreislauf sich stabilisiert hatte, durfte ich Aufstehen und ins Wartezimmer gehen, bis meine Begleitung mich abholt.

7. Zu Hause
Dort holte ich das Frühstück nach.
Nach einiger Zeit entfernte ich den, durch den Arzt eingeführten, Tampon und wechselte auf Binden. Die Blutung, sowie schmerzen traten nur sehr leicht auf.
Seelisch geht es mir gut, da ich mich mit dem Embryo überhaupt nicht identifiziert habe und ich war mir der Entscheidung sehr sicher.
Am ersten Tag soll das Antibiotikum zweimal genommen werden, danach täglich einmal.
In ca. 10-14 Tagen erfolgt eine Nachuntersuchung, um sicherzustellen, dass auch wirklich alles weg ist.

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig informieren!
Liebe Grüße!

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  • von dominika4 am 24.11.2016 um 19:29 Uhr

    Ich habe vor 2 Wochen eine Abtreibung mit einer Tablette durchgeführt. Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin, war ich psychisch am Ende. Es hat nicht in mein Leben gepasst und der Mann dafür war es auch nicht. Ich habe sogar angefangen ihn zu hassen und er widerte mich an, obwohl er mich vergöttert hat, ich kam einfach nicht mit der Situation klar.
    Ich ging zur Krankenkasse, dann zu profamilia, um den nötigen Papierkram für den Frauenarzt zu besorgen. Dienstag war der erste Tag, ich habe 3 Tabletten bekommen und ging nach Hause. Habe sie gut vertragen. 1 Tag später hatte ich bisschen Blutung. Am Donnerstag bin ich wieder zur Gynäkologin und sie hat mir die 2 anderen Tabletten gegeben und ich musste 1 Stunde in der Praxis sitzen. Sie meinte, nimm ein Buch mit zur Ablenkung. Sehr lustig, in dieser Situation kann man sicher nicht lesen.
    Ich hatte Schmerzen, nach einer halben Stunde hab ich Ibuprofen bekommen und dann musste ich brechen. Ich war kreideweiß und mir ging es schlecht. Also alleine würde ich die ganze Sache nicht überstehen. Nach einer Stunde waren die Krämpfe auch wieder vorbei und ich fühlte mich erleichtert. Ich habe nur gehofft, dass auch alles rauskommt. Aber in 96% kommt auch alles raus. Eine Woche später bei der Kontrolle war alles ok. Es blutet immer noch, aber das ist normal. Ich bin froh und konnte mein Leben fortsetzen. Aber ich muss sagen, es hat mich psychisch sehr belastet, nicht die Abtreibung, sondern die ganze Situation.
    Ich finde es gut, dass es diese Möglichkeit gibt. Denn wenn eine Frau nicht glücklich mit der Schwangerschaft ist, wird das Kind dann auch nicht glücklich. Man sollte sich ein Kind von Herzen wünschen, dann ist es perfekt.

    0
  • von Visions am 24.11.2016 um 19:24 Uhr

    Mein Schwangerschaftsabbruch war Anfang des Jahres. Für mich war die Entscheidung klar, in dem Moment wo ich den positiven Test in der Hand hielt. Ich möchte keine Kinder. Ich bereue den Abbruch auch nicht. Was für mich schwierig ist, ist dass ich meine Familie verloren habe. Ich traute mich damals meiner Schwägerin an, mit der Bitte es für sich zu behalten und mit niemanden darüber zu sprechen. Sie hat sich ganze drei Stunden an ihr Versprechen gehalten. Dann hat sie meine Eltern informiert. Diese wollten, dass ich das Kind behalte, beschimpften mich als Mörderin. Niemals fragten sie, warum ich kein Kind will, im Gegenteil, es zeigt sich mal wieder, dass meine Eltern mich nicht kennen, mit interpretierten, aus dem Zusammenhang gerissenen Aussagen versuchten sie, mich unter Druck zu setzen, dass ich das Kind behalten solle. Die Beziehung ist zerbrochen und ich glaube nicht, dass sie wieder heilt. Was ich an der Reaktion nicht verstehe, ist dass meine Mutter mir immer gesagt hat, dass der Körper der Frau nur der Frau gehört, dass nur sie alleine zu bestimmen hat, ob sie ein Kind bekommt oder nicht. Oder habe ich diese Aussagen auch falsch interpretiert und aus dem Zusammenhang gerissen? Ich weiß es nicht. Ich habe von vielen Menschen Rückhalt bekommen, viele Menschen haben mich unterstützt, vollkommen, wertfrei und haben mich nach den Streitigkeiten mit meiner Familie aufgefangen. Aber Ich fühle mich einsam, entwurzelt und ungeliebt von meiner Familie, ich hätte meinen Eltern niemals vom Abbruch erzählt. Ich bin wütend auf meine Schwägerin, dass sie meine Eltern informiert hat und damit unsere Beziehung zerstört hat. Die Beziehung die seit vielen, vielen Jahren das erste mal richtig gut war. Ich habe meine Familie verloren, trotzdem bereue ich meinen Entschluß nicht und würde mich auch nicht umentscheiden.

    0
  • von Miriami am 24.11.2016 um 19:20 Uhr

    Als ich zum 2. Mal schwanger war, entscheide ich mich für einen Abbruch. Bei der ersten Schwangerschaft war ich 30 Jahre alt. Damals war ich sehr geschockt, weil mir bis dato nicht wirklich bewusst war, dass mein Körper in der Lage ist zu empfangen. Klar wusste ich das vom Kopf her, aber mit dieser Schwangerschaft wurde es real. Und für mich war das nochmal etwas ganz anderes. Zu diesem Zeitpunkt war ich mitten in einem Studium, neben meinem normalen Beruf. Dazu kam noch ein grösserer Altersunterschied. Er war gerade mal Anfang 20. Für mich war absolut klar, dass ich dieses Kind nicht austragen will. Er weiss bis heute nichts von dem Abbruch, denn es war eine Entscheidung, die ich nur für mich getroffen habe. Zum Glück konnte ich es damals noch medikamentös lösen. Morgen werde ich den 2. Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich diese Entscheidung nochmal treffen werde und auch irgendwie muss. Den Mann, von dem ich jetzt schwanger bin, kenne ich seit gut einem halben Jahr und wir mögen uns. Aber lieben wir uns auch? Als ich mitbekommen habe, dass ich wieder in anderen Umständen bin, hatte ich mir vorgenommen, dass ich es durchziehe. Und ich habe auch viel Glück, denn der Vater dieses Kindes hätte voll hinter mir gestanden und würde es auch immer noch tun. Er hat mir die Wahl überlassen und keinen Druck auf mich ausgeübt.
    Aber wenn ich allein war, kamen immer wieder diese Zweifel auf. Will ich das wirklich? Jetzt, wo ich endlich mal wieder was von meinem Leben habe, da mein Studium fast vorbei ist. Wie wird sich mein Leben verändern? Also wir waren unbeeinflusst von aussen, niemand, der uns rein redete. Das Resultat ergab, dass wir beide nicht bereit sind für diese Verantwortung.
    Irgendwann möchte ich gern noch ein Kind zur Welt bringen, wenn ich den richtigen Partner dazu finde. Und es beruhigt mich, wenn ich hier lese, dass Frauen in meiner Altersklasse nach einem Abbruch nochmal schwanger geworden sind. Es kommt wie es kommen soll. Ich versuche, da sehr positiv zu denken und blicke optimistisch in meine Zukunft.

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