HomepageForenSex-ForumVergewaltigung ist so ein hässliches Wort

Lariza

am 23.08.2010 um 11:07 Uhr

Vergewaltigung ist so ein hässliches Wort

Vielleicht kennen einige von euch diesen Link:

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/480322

Versteht diesen Thread als weitere Antwort auf “Freundin letzte Nacht vergewaltigt…”

Ja, dieser Fall liegt in einer Grauzone, genauso wie die Situationen in den Kurzgeschichten oben. Und gerade deswegen frag ich mich wirklich, was einige von euch dazu treibt solche Antworten zu schreiben. So, wie ihr euch über den Beziehungsstatus dieser Dame aufregt, mutet es fast an, als ob ihr es dem Mädel gönnt, als ob ihr das alles recht geschieht. Was betrügt sie auch ihren Freund und sie hat das ja geradezu provoziert, selbst Schuld, sie hätte es ja gewollt, schließlich hat sie nicht nein gesagt und sich auch nicht gewehrt.

Ich stelle die Behauptung auf: Wer so eine Situation noch nie mitgemacht hat, hat nicht den Hauch einer Ahnung! Ihr sagt alle, man müsse Nein sagen, sich wehren, dem Kerl in den Schwanz beißen, was weiß ich. Habt ihr schonmal dran gedacht, dass man in so einem Augenblick an alles Mögliche denkt, nur nicht daran? Wie schwer es sein kann in so einem Moment Nein zu sagen? Wie ohnmächtig man sich fühlt? Dass man wirklich nicht wissen kann, ob man das gerade will oder nicht und ob es richtig ist?

Ich hatte das auch schon. Er und ich hatten schon einmal Sex miteinander und haben gerade rumgemacht. Er wollte, dass ich ihm einen blase, ich streubte mich. Mit einem Mal saß er auf meinem Brustkorb, klemmte meine Arme unter seine Knie und drückte mir sein Schwanz gegen die Lippen. Es ist offensichtlich gegen meinen Willen, für ihn war es Spaß und ich habe nicht “Nein!” gesagt und ich habe auch nicht die Gelegenheit genutzt und ihm wehgetan indem ich ihn meine Zähne spüren ließ. Mittlerweile frage ich mich auch warum ich damals nichts gemacht habe. Und es zerfrisst mich. Ich habe in diesem Augenblick schlichtweg nicht dran gedacht. Dieser jemand war mein erster Freund. Wir waren frisch zusammen, ich war so tierisch verknallt in ihn. Mit ihm hatte ich meinen ersten Sex. Ich hatte ihm im Vorfeld mehrfach gesagt, dass ich ihm noch keinen Oralsex bieten möchte, einfach weil es mich noch zu viel Überwindung kostete. Weil ich Angst hatte etwas falsch zu machen und ihm weh zu tun. Aber im Moment als es drauf ankam, kriegte ich dieses Nein nicht heraus. Bin ich jetzt selbst Schuld, weil ich den Menschen, für den ich Gefühle hegte, nicht weh tun wollte? Weil ich nicht wollte, dass er Schlechtes von mir denkt? Weil ich mir direkt danach dachte, ich sei ja selbst Schuld? Was wäre ich auch so prüde gewesen und es sei ja nix dabei, jemanden einen zu blasen. Weil ich versuchte sein Handeln zu rechtfertigen, indem ich mich selbst als naiv und dumm hinstellte? Vor Oralsex habe ich mich noch lange Zeit danach furchtbar geekelt. Schon beim Gedanken daran wurde mir übel. Es dauerte seine Zeit bis ich es für mich neu entdeckte und anfing Gefallen daran zu finden und das auch nur, wenn ich die absolute Kontrolle über die Situation habe und er nicht interveniert indem er z.B. die Führung dabei übernimmt. Aber das rechtfertigt sein Auftreten bis heute nicht.

Es sagt sich so leicht, man hätte sich doch wehren können. Aber es heißt nicht umsonst “Leichter gesagt als Getan.”!

Antworten

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  • von ObsidianWhisper am 12.09.2010 um 02:29 Uhr

    das mit dem unsicher, ob man will oder nicht, erinnert mich an die juristische Formulierung für sexuellen Missbrauch von Jugendlichen, wenn der Täter “die fehlende Fähigkeit zur Selbstbestimmung” ausnutzt.
    wenn jemand unsicher ist, sollte man das nicht als “ja” sehen, sondern ne Chance einräumen nochmal darüber nachzudenken… alles andere finde ich … unverschämt? unhöflich? unmöglich? beschissen?
    wie auch immer – “selbst schuld” ist ein ziemlich mieses Urteil bei sowas, und damit sollte man nicht einfach so um sich werfen.
    ich hab zwar jetzt den Originalbeitrag nicht gelesen, aber es ist trotzdem bescheuert.
    Übrigens, von wegen “beiß halt rein” – vielleicht hat man in dem Moment einfach Angst, das ganze zurückzubekommen? `Wie du mir, so ich dir. Wenn du brav stillhältst passiert nichts, aber wenn du es wagst mir wehzutun kriegst du halt mal nen kleinen Klaps ab…`
    ich wäre vorsichtig damit. man weiß nie, wozu solche Leute letztendlich in der Lage sind. zumal Vergewaltiger oft ja auch das gefühl genießen, dass sie an der Macht sind… und das kennt man ja auch von früher aus der “Politik”: hartnäckiger Widerstand wird dann halt mit Gewalt “zur Vernunft gebracht” wenns anders nicht geht.
    nene… und wenn man dann als Rache für den Biss verprügelt wird und bleibende Narben zurückbehält, heißt es “hättest du halt nicht so nen Scheiss gemacht, war doch klar dass er sich das nicht gefallen lässt” oder wie? man kann die Schuld immer irgendwie schön hin und her schieben… die Frage ist halt, ob das nicht völlig schwachsinnig ist und das Opfer nur noch mehr in den Boden stampft als eh schon.
    In diesem Sinne… allen hier noch ne gute und zwang-freie Nacht.

    0
  • von Lariza am 23.08.2010 um 19:39 Uhr

    Zum Teil haben die Geschichten aber auch nicht mehr nur was mit Überredungskunst zu tun. Und die Mädels wussten eben nicht, ob das gerade wirklich das ist, was sie wollten, meiner Interpretation nach.

    Bei dem Typen aus der Gruppentherapie sind doch auch so viele Varianten vorstellbar. Der ist 20 gewesen. Als 15-Jährige entwickelt man da vielleicht ein gewissen bewunderndes Gefühl. Der is erwachsen, der ist reif. Da will man vielleicht nich als kleines prüdes Mädchen dastehen. Oder auch einfach die Angst, was noch passieren kann, wenn man nicht mitmacht. Mittlerweile habe ich auch die Stärke zu sagen, was der Typ darf und was nicht. Selbst wenn ich ihn am selben Abend erst kennengelernt hab. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich das vor ein paar Jahren weiß Gott nicht gebacken gekriegt hätte.

    Ich find`s einfach unglaublich dreist! Zu sagen sie sei selber Schuld und es geschieht ihr recht. Es wurde gerade in einem Stern-Artikel vor kurzem bestätigt, dass die Vorstellung einer Vergewaltigung viel zu krass in den Köpfen drinsteckt. Es ist immer der unbekannte, große Mann, der aus dem Gebüsch gesprungen kommen, einen zu Boden ringt und über einen herfällt. Deswegen werden gerade Vergewaltigungen im Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis, die ja nun viel, viel öfter vorkommen, derart heruntergespielt, weil immer die Frage im Raum steht ob das überhaupt wirklich eine war, man könnte demjenigen ja auch eins auswischen wollen indem man ne Falschanzeige macht oder dass man das Verhalten nur falsch interpretiert hat und dass es gar keine Vergewaltigung war. Und laut Angaben war der Typ in der Clique ja bekannt.

    Einige hier sollten sich wirklich erstma n Kopf machen bevor sie so einen Mist schreiben.

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  • von KittyDeluxxe am 23.08.2010 um 14:59 Uhr

    ja sich wehren ist schwer…mein erster freund hat sich auch geholt was er wollte und ich konnte nicht nein sagen…mir war schlecht und ich habe mich geekelt…heute sage ich auch ich war dumm, aber in dem moment gingen mir ehr so sachen durch den kopf wie..warumm will ich das nicht, er ist mein freund ich muss das doch aktzeptieren, ich war der überzeugung bei mir wäre was falsch…tja hinterher ist man schlauer…

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  • von Nachtkatze am 23.08.2010 um 14:27 Uhr

    Ich mag deinen Beitrag!

    Antwort
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