Natur pur

Pflanzenhaarfarbe

Bio ist in! Nicht nur in Sachen Lebensmittel hat das Bio-Siegel das angestaubte Öko-Image abgelegt, auch Kosmetik setzt zunehmend auf Nachhaltigkeit. Warum also in Sachen Haarstyling auf Chemie zurückgreifen? Pflanzenhaarfarbe hat mit dem hippiesken Henna-Rot der wilden Siebziger nur noch wenig zu tun. Ob Goldblond, Schokobraun, Rotsand oder Kastanie – Pflanzenhaarfarben können ihren chemischen Pendants mittlerweile längst Paroli bieten. Wir zeigen Dir, wie die natürliche Färbung ganz einfach gelingt und was es zu beachten gilt!

Bereits seit September 2011 ist es Jugendlichen unter 16 Jahren nicht mehr erlaubt, chemische Haarfärbeprodukte zu kaufen. Grund für diese Gesetzgebung ist, dass die enthaltenen toxischen Stoffe starke Allergien auslösen können. Die sehr viel gesündere Art und Weise des Umstylings mit Pflanzenhaarfarbe wird jedoch nicht nur für Teenager zunehmend zum Thema. Denn was sich in der Nahrungsmittelindustrie bereits seit mehreren Jahren abzeichnet, setzt sich in der Kosmetik fort: Ein natürlicher Lebensstil ist in und dieser hört bei der Ernährung natürlich nicht auf. Gesunde, biologische Inhaltsstoffe werden bei Make-up und Pflegeprodukten immer wichtiger. Pflanzenhaarfarbe bahnt sich langsam aber sicher den Weg in die Regale der Drogeriemärkte und wird in den nächsten Jahren zur ernstzunehmenden Konkurrenz für chemische Haarfarben werden. Wir verraten Dir, was es in Sachen Pflanzenhaarfarbe zu beachten gibt, und dass Rote Beete, Kaffee und Co. nicht nur vorzüglich schmecken, sondern Deinen Haaren auch einen ganz natürlichen Farbkick verleihen können!

Schonendes Haare färben mit Pflanzenhaarfarbe

Pflanzenhaarfarbe setzt sich immer mehr durch

Pflanzenhaarfarbe – So bunt wie die Natur

Bei Walnussschalen, Weizenauszügen, Blauholz, Salbei, Oregano, Kaffee, Hibiskus, schwarzem Tee und Roter Beete denkst Du nicht unmittelbar an Haarstyling? Dann lass Dir gesagt sein, dass diese Produkte bei Weitem nicht mehr nur dazu da sind, in verschiedensten Formen verzehrt zu werden, sondern auch die Grundlage für natürliche Pflanzenhaarfarbe bilden und das Haar in unterschiedlichen Kombinationen in verschiedenste Töne färben können! Honigblond, Walnussbraun oder Hibiskusrot – mit Pflanzenhaarfarbe sind mittlerweile nahezu alle Töne möglich. Die Ausgangshaarfarbe ist dabei aber von entscheidender Bedeutung: Denn während chemische Haarfarben die Struktur des Haares aufbrechen, ihm seinen natürlichen Farbton entziehen und den neuen einlagern, legt sich Pflanzenhaarfarbe nur auf dem Haar ab. Der natürlich Farbton wird also nicht komplett überdeckt, sondern beeinflusst das Ergebnis. Bleichen oder Aufhellen ist mit Pflanzenhaarfarbe nicht möglich. Auch ein wesentlich dunkleres Farbergebnis nimmt viel Zeit und Farbe in Anspruch. Wenn Du hingegen an einen schönen Braun- oder Rotton denkst, ist Pflanzenhaarfarbe optimal geeignet. Ganz nebenbei verleiht Pflanzenhaarfarbe Deinem Haar einen natürlichen, gesunden Glanz.

Pflanzenhaarfarbe vs. Chemie

In den 1970ern gehörte es zum guten Ton, sich die Haare ausschließlich mit Pflanzenhaarfarbe zu färben. Doch nach der legendären Hippie-Ära, in der man um Nachhaltigkeit und Natürlichkeit sehr bemüht war, verlagerte sich der Fokus stattdessen mehr zum kosmetischen Aspekt. Viel wichtiger wurde das Ergebnis des Umfärbungsprozesses und hier gilt auch heute noch, dass chemische Färbemittel gegenüber der Pflanzenhaarfarbe eindeutig die Nase vorne haben. Chemische Färbemittel können sehr viel schneller drastischere Farbwandel erzielen. Aus Braun mach` Blond in wenigen Minuten – mit Pflanzenhaarfarbe ist das nicht möglich. Doch dabei birgt Pflanzenhaarfarbe, anders als chemische Produkte, auch nicht die Gefahr starker Kontaktreaktionen wie Hautausschläge, Juckreize und Haarschäden, die in der Folge zu mitunter schweren Allergien führen können. Auch die Umwelt wird durch Pflanzenhaarfarbe – im Gegensatz zu chemischen Mitteln – kaum belastet, da die Produkte alle der Natur entstammen.

Pflanzenhaarfarbe – So gelingt die natürliche Färbung

Generell lässt sich sagen, dass die Ausgangshaarfarbe und auch die Haarstruktur ausschlaggebend für das Farbergebnis sind. So ist das typische „Aschblond“ bestens zum Färben mit Pflanzenhaarfarbe geeignet. Ironischerweise ist kaputtes, brüchiges Haar, das zuvor mit chemischen Mitteln bearbeitet wurde, auch eine gute Basis, um ein gutes Ergebnis mit Pflanzenhaarfarbe zu erzielen, da es durch seine aufgebrochene Struktur die natürlichen Stoffe bestens anlagert. Wie nebensächlich erhält das kaputte Haar durch die Behandlung mit Pflanzenhaarfarbe auch eine reichhaltige Pflege. Pflanzenhaarfarbe bekommst Du mittlerweile in einigen Drogeriemärkten, im Reformhaus und in diversen Onlineshops.

Beim Färben mit Pflanzenhaarfarbe gehst Du wie folgt vor:

Step 1) Wasche Dein Haar mit einem milden Shampoo, das möglichst keine Silikone enthält. Zwar sorgen Silikone für einen wunderschönen Glanz, doch da sie sich um das Haar legen, erschweren sie die Aufnahme der Pflanzenhaarfarbe.

Step 2) Mit einem Handtuch um die Schultern kannst Du Deine Kleidung vor Farbspritzern schützen, Handschuhe schützen Deine Hände vor der Pflanzenhaarfarbe. Wie auch bei einer herkömmlichen Färbung, solltest Du aufpassen, dass auch Deine Umgebung möglichst wenig Farbe abbekommt.

Step 3) Das Anmischen der Pflanzenhaarfarbe verläuft ähnlich wie bei chemischer Farbe: Du nutzt einen Teil Mischpulver und drei Teile siedendes Wasser – für ein intensiveres Farbergebnis kannst Du statt des Wassers schwarzen Tee oder Rotwein nutzen. Vor dem Auftragen solltest Du die Masse aber abkühlen lassen, damit Du Dich nicht verbrennst.

Step 4) Beim Auftragen der Pflanzenhaarfarbe gehst Du genau so vor, wie bei chemischer Farbe. Einfach den gesamten Haarschopf gut mit der Färbemasse bedecken, am besten gehst Du dabei von hinten nach vorne vor.

Step 5) Nun heißt es: Warten! Und das dauert beim Färben mit Pflanzenhaarfarbe etwas länger als bei herkömmlicher Farbe. Die genaue Einwirkzeit entnimmst Du am Besten der Anleitung. Auf bis zu 120 Minuten für ein sattes Dunkelbraun musst Du Dich einstellen, dezentere Farbreflexe brauchen aber nicht so lange.

Step 6) Nach Ablaufen der Einwirkzeit die Masse einfach mit lauwarmem Wasser ausspülen – nicht mit Shampoo auswaschen und in den nächsten 24 Stunden möglichst auf eine Shampoo-Wäsche und Stylingprodukte verzichten, damit die Pflanzenhaarfarbe besser im Haar fixiert wird.

Wenn für Dich ein intensives Farbergebnis im Vordergrund steht, wirst Du an Pflanzenhaarfarbe nicht unbedingt Deine Freude haben, da diese aufgrund seiner Natürlichkeit viel milder in der Wirkweise und demzufolge auch im Ergebnis ist. Zudem eignet sich Pflanzenhaarfarbe nicht für jeden Ton und man braucht mitunter etwas mehr Geduld für den natürlichen Umfärbungsprozess. Wenn Du Deinem Haar auf natürliche Art und Weise einen unnachahmlichen Glanz, Volumen und Pflege verleihen möchtest, ist Bio-Haarfarbe aber definitiv etwas für Dich!

Bildquelle: Dreamstime

Kommentare (4)

  • Kerzenkunst am 05.06.2014 um 13:41 Uhr

    Bin total gegen Haare färben man sollte seinen Typ nicht so verändern.Auch die altersbedingten grauen Haare sind doch auch nicht zu verachten da es doch jedem so geht. Aber es ist halt oft ein Jugendwahn nur nicht so alt erscheinen

  • luxibaer am 13.05.2014 um 11:53 Uhr

    Meiner Meinung nach hält Pflanzenhaarfarbe nicht wirklich lange.

  • NaschkatzeMiau am 25.03.2014 um 16:57 Uhr

    Ich werde meinen Kindern ans Herz legen, Pflanzenhaarfarbe zu benutzen.

  • gutiguti am 25.03.2014 um 16:53 Uhr

    Ich hab eigentlich immer ganz gute Erfahrungen mit Pflanzenhaarfarbe gemacht. Klar, es hält nicht so lange, dafür ist es aber auch nicht so schädlich.


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