Heiße Luft?

So verwendest Du Hitzeschutzspray richtig!

Seit das Hantieren mit Glätteisen, Lockenstab und Co. Teil der alltäglichen Hairstyle-Routine ist, zählt Hitzeschutzspray zur Grundausstattung der meisten Badezimmerschränke. Doch schützt der Zerstäuber tatsächlich vor den hohen Temperaturen Deiner geliebten Stylinghelfer? Wir erklären Dir, welchen Beitrag Hitzeschutzspray wirklich zum Schutz Deine Haare leistet und verraten, ob Du beim Hairstyling genauso gut auf Hitzeschutz verzichten kannst.

Fast jeder kennt das YouTube-Video, in dem eine langhaarige Blondine ihre Mähne mit dem Glätteisen stylen will. Doch anstatt einer schönen Locken-, gibt’s Qualm und eine ungewollte Kurzhaarfrisur. Zack, sind die Haare ab(gebrannt) und liegen auf dem Boden, anstatt in sanften Locken. Ohne Hitzeschutzspray kann ein solcher Unfall schneller passieren als Dir lieb ist, warnen viele Zuschauer des Clips. Doch hilft Hitzeschutzspray tatsächlich gegen solche Horror-Hairstyling-Unfälle oder steckt hinter dem neuen Produkt lediglich eine clevere Verkaufsstrategie der Hersteller, die ihre Produkte an die Frau bringen wollen? VIP-Beautys wie die Kardashians und diverse Profi-Salons schwören immerhin auf den Hitzekiller aus der Dose – was ist also dran an der Wirkung des Hitzeschutzsprays?

Hitzeschutzspray soll die Haare vor dem Austrocknen schützen

Was taugt Hitzeschutzspray wirklich?

Hitze schadet dem Haar

Handelsübliche Glätteisen und Lockenstäbe können auf höchster Stufe Temperaturen von bis zu 200° Celsius erreichen – nicht alltäglich für unsere Haare. Doch auch der simple Fön, den wohl jede Frau in ihrer Badezimmerschublade hat, kann der Struktur der Haare bei dauerndem Gebrauch schaden, heißt es. Und da wir, um unsere Traumfrisur, den glatten Pony oder die sexy Wellen so hinzubekommen wie gewünscht, vorm Föhnen, Glätten, Bügeln und Locken nicht zurückschrecken, muss die Mähne gegen die Rekordtemperaturen geschützt werden, um nicht von innen geschädigt zu werden oder – im schlimmsten Fall – zu verbrennen! Abhilfe soll Hitzeschutzspray schaffen, das die Haarmoleküle mit einer feinen Schutzschicht umgibt, die Feuchtigkeit innen einschließt und so Frizz und fliegende Haare verhindern soll.

7 Tipps für den Gebrauch von Hitzeschutzsprays

Fakt ist: Wer seine Haare jeden Tag unnatürlich hohen Temperaturen aussetzt, der sollte sich über Begleiterscheinungen wie Haarbruch, Spliss, Frizz oder stumpfe, spröde Strähnen nicht wundern. Auch ein Hitzeschutzspray kann da nicht viel ausrichten. Doch zumindest sind sich Experten einig, dass der Hitzekiller die Haare vor dem Austrocknen schützt. Wie ein Film legt sich das Spray um jedes einzelne Haar und sorgt dafür, dass ihm beim Glätten oder Locken nicht seine komplette Feuchtigkeit entzogen wird. Gleichzeitig soll Hitzeschutzspray die Haare pflegen – Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Du es richtig anwendest!

1. Die Feuchtigkeit macht’s! Hitzeschutzspray sollte unbedingt ins feuchte Haar eingesprüht werden, weil es sich darin besser verteilt.

2. Abstand halten! Halte die Spraydose beim Aufsprühen mindestens 30 Zentimeter vom Kopf entfernt, nur so legen sich die Pflege- und Schutzmoleküle über Deine gesamte Haarpracht und lassen sich anschließend besser im gesamten Haar verteilen.

3. Der Kamm kann! Mit einem grobzinkigen Kamm verteilst Du das Spray gleichmäßig in Deinen feuchten Haaren.

4. Ansatz nicht vergessen! Auch Dein Haaransatz ist nicht vor der Hitze des Glätteisens gefeit. Achte also darauf, dass das Hitzeschutzspray auch den Ansatz erreicht.

5. Erst sprayen, dann föhnen! Auch wenn ein Fön lange nicht so heiß wird wie Glätteisen oder Lockenstab, solltest Du das Hitzeschutzspray unbedingt bereits vor dem Föhnen verwenden und nicht erst danach, da die gefährliche Hitze Deine Haare bereits vor dem Glätten angreifen kann.

6. Trockenübung! Wenn Deine Haare komplett getrocknet sind, gönnst Du ihnen erneut eine Ladung Hitzeschutzspray.

7. Hitzefrei! Generell solltest Du beim Glätten keine Temperatur über 180° Celsius wählen. Möchtest Du jedoch partout nicht darauf verzichten, Dein Glätteisen auf die höchste Stufe zu stellen, empfiehlt sich die Verwendung eines Hitzeschutzsprays, das mit den Rekordtemperaturen von über 200° Celsius mithalten kann. Oft findet sich auf der jeweiligen Verpackung ein Hinweis darauf, für welche Temperaturen das Spray geeignet ist.

Hitzeschutz ist nicht gleich Hitzeschutz

Mittlerweile sorgen Hitzeschutzsprays angeblich nicht mehr nur dafür, dass die empfindliche Struktur Deiner Haare vor hohen Temperaturen geschützt wird, sie versorgen Deine Mähne außerdem zusätzlich mit diversen Nährstoffen. UV-Schutz, Vitamin B5, Panthenol – die Liste der Inhaltsstoffe ist lang. Achte beim Kauf auf die Bedürfnisse Deiner Haare: Neigst Du zu stumpfem Haar, ist ein Spray mit Panthenol das richtige für Dich, da es schlaffen Strähnen zu neuem Glanz verhilft. Bei kolorierten Haaren brauchst Du ein Hitzeschutzspray mit integriertem Farbschutz – ansonsten können sich Deine Haare verfärben. Um unangenehmes Verkleben und unschöne Beschweren zu verhindern, greife lieber zu einem hochwertigen Produkt aus dem Friseurhandel als zum Billigspray aus der Drogerie.

Ob Du Hitzeschutzspray brauchst oder nicht, hängt von Deiner Hairstyling-Routine ab: Wenn Du täglich mit Glätteisen und Co. hantierst, kann die Verwendung eines zusätzlichen Pflegeproduktes durchaus sinnvoll sein. Hier kommt es aber auf den richtigen Gebrauch an. Wenn Du Deine Haare hingegen selten stylst und viel an der Luft trocknen lässt, ist ein Hitzeschutzspray vollkommen überflüssig und reine Geldverschwendung. Um Deine Haare langfristig vor irreparablen Schäden zu schützen, gilt nach wie vor die goldene Regel: Weniger ist mehr – auch in Sachen Haarpflege!

Bildquelle: iStock/Voyagerix

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