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Kreisrunder Haarausfall

Hier ein Haar, da ein Haar: Der Mensch verliert pro Tag etwa siebzig bis einhundert Haare. Aber was ist, wenn Dir an bestimmten Stellen auf einmal die Haare komplett ausgehen? Diese Erscheinung nennt man „kreisrunder Haarausfall“. Viele Menschen fragen sich natürlich, warum gerade sie betroffen sind und wo die Ursachen für den lästigen, kreisrunden Haarausfall liegen könnten. Wir verraten die Faktoren, die den kreisrunden Haarausfall fördern können und wie man ihm effektiv entgegenwirken und vorbeugen kann.

Kreisrunder Haarausfall wird auch Alopecia areata genannt und bezeichnet kreisrunde oder ovale, entzündliche, kahle und scharf begrenzte Stellen, die sich je nach Verlauf vergrößern oder vermehren können. Erstmals wurde diese Form des Haarverlustes bereits in der Antike von Hippokrates beschrieben und erhielt den Namen „Fuchskrankheit“. Der Grund: zu dieser Zeit wurde häufig beobachtet, dass Füchsen fleckenförmig das Fell ausging. Mittlerweile betrifft der kreisrunde Haarausfall alleine in Deutschland über 1,4 Millionen Menschen jeden Alters und Geschlechts. Es handelt sich dabei um eine Haarerkrankung, die zwar zum Verlust der Haare führt, aber die Haarwurzeln an sich nicht betrifft, weshalb der kreisrunde Haarausfall die Schulmedizin noch immer vor ein Rätsel stellt.

Kreisrunder Haarausfall – Die Ursachen

Der Ursprung des kreisrunden Haarausfalls ist bis jetzt noch nicht vollständig geklärt. Doch laut dem aktuellen Forschungsstand scheint es sich dabei um eine Autoimmunkrankheit zu handeln. Das heißt bei dieser Form der Störung des Immunsystems greifen T-Lymphozyten, die normalerweise Eindringlinge im Körper bekämpfen, die Haarfollikel an, da sie diese fälschlicherweise als Fremdkörper identifizieren. Dadurch kommt es zu Entzündungen, die zuerst das Haarwachstum stören und dann zum kreisrunden Haarausfall führen können. Die meisten Betroffenen sind Allergiker, weshalb mit der Alopecia areata auch oft Heuschnupfen, Neurodermitis, Asthma und Nahrungsmittelallergien einhergehen können. Nicht nur eine Schwäche des Immunsystems kann das Auftreten des kreisrunden Haarausfalls verursachen, sondern auch die Psyche. Denn besonders Depressionen, persönliche Verlustsituationen und ein hohes Stresslevel stehen im Verdacht, diese entzündliche Erkrankung zu fördern – doch genauere Studien zu dieser Annahme fehlen bis dato. Aber auch eine Störung der Schilddrüsenfunktion und rheumatische Erkrankungen werden als Ursache des kreisrunden Haarausfalls in Betracht gezogen.

Viele Frauen leiden unter kreisrundem Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall ist ein verbreitetes Problem

Kreisrunder Haarausfall – Die Symptome

Wie stark der kreisrunde Haarausfall bei den Betroffenen ausgeprägt ist, kann sehr unterschiedlich sein. In den meisten Fällen beschränkt sich der Haarverlust auf ein bis zwei haarlose Stellen auf der Kopfhaut, die einen Durchmesser von wenigen Zentimetern umfassen können. Als ein weiteres Symptom kommt oft der Juckreiz dazu. Etwa drei Viertel der Betroffenen leiden unter dieser Form des kreisrunden Haarausfalls, doch einige haben mit mehren kahlen Stellen zu kämpfen, die sogar ineinander übergehen können. Je nach Schwere der Erkrankung kann der kreisrunde Haarausfall auch in diffusen Haarausfall übergehen. Dieser nennt sich Alopecia diffusa und betrifft nicht mehr nur einzelne Stellen auf der Kopfhaut. Im schlimmsten Fall können den Betroffenen sogar die Augenbrauen und die Wimpern ausgehen. Bei der Alopecia totalis kommt es dann zum Verlust der gesamten Kopfbehaarung und bei der Alopecia universalis fällt sogar die komplette Körperbehaarung aus.

Kreisrunder Haarausfall : Der Verlauf

In vielen Fällen verschwindet der kreisrunde Haarausfall nach einigen Monaten so schnell, wie er aufgetaucht ist. Bei einigen Betroffenen kann sich die entzündliche Erkrankung jedoch über Jahre weiterentwickeln. Sollten die Haare jedoch nach und nach wieder wachsen, sind diese zu beginn oft noch farblos und dünn. Erst mit der Zeit werden sie nach dem kreisrunden Haarausfall ihre alte Struktur wiederbekommen. Aber Vorsicht: Auch wenn die kahlen Stellen wieder zugewachsen sind, kann es jederzeit durch einen plötzlichen Schub wieder zum Ausfall der Haare kommen! Obwohl die Erkrankung der Haarfollikel an sich nicht weiter schädlich für den Körper ist, gehen mit ihm oft eine psychische Störung und Depressionen einher, die wiederum den kreisrunden Haarausfall begünstigen können. Denn viele Frauen fühlen sich dann weniger schön und verstecken sich. Doch es gibt verschiedene Auswege aus diesem Teufelskreis!

Kreisrunder Haarausfall: Herkömmliche Therapien

In der Schulmedizin werden vorrangig die Symptome des kreisrunden Haarausfalls bekämpft. Dabei soll der Entzündung durch so genannte topische Steroide zu Leibe gerückt werden, die jedoch beträchliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Die oft cortisonhaltigen Präparate gehen nämlich gegen die Entzündungen vor, indem sie praktisch das eigene Immunsystem schwächen, weshalb die T-Lymphozyten die Haarfollikel nicht mehr angreifen. Dabei können jedoch auch die Haut und das Bindegewebe beeinträchtigt und dünner werden. Während sich die Haut nach der Behandlung des kreisrunden Haarausfalls wieder regenerieren kann, bleibt die Schädigung des Bindegewebes dauerhaft erhalten. Zudem können noch weitere Nebenwirkungen der Präparate auftreten, wie beispielsweise verschiedene Hauterkrankungen.

Kreisrunder Haarausfall und Naturheilkunde

Die Herangehensweise an den kreisrunden Haarausfall ist in der Homöopathie eine andere, denn hier wird der Körper als Ganzes gesehen. Damit erfolgt also nicht nur die Bekämpfung der Symptome, sondern es wird nach den konkreten Ursachen des Haarverlustes gesucht. Als ein Ursprung des kreisrunden Haarausfalls kann deshalb auch ein Ungleichgewicht im Säre-Base-Haushalt des Menschen in Betracht gezogen werden. Hier wird vor allem eine basenreiche Ernährung empfohlen, bei der weitgehend auf tierische Eiweiße, wie Fleisch und Milchprodukte, verzichtet wird. Auch eine geschädigte Darmflora kann durchaus zu kreisrundem Haarausfall führen. Was viele nicht wissen: über 70 Prozent der körpereigenen Abwehrzellen werden im Darm gebildet! Besteht hier ein Ungleichgewicht, wird das gesamte Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen – kreisrunder Haarausfall kann ein Anzeichen dafür sein. Hier empfiehlt sich der Wiederaufbau der Darmflora durch eine spezielle Kur. Wenn Stress die Ursache oder vielleicht auch schon ein Symptom des kreisrunden Haarausfalls ist, muss der Betroffene dagegen vorgehen. An dieser Stelle wird versucht, mit dem Erkrankten ein passendes Stressmanagement zu entwickeln, dass durch pflanzliche Präparate unterstützt werden kann. Dabei kommen etwa Bachblüten, Hopfen, Passionsblumen, Johanniskraut, Melisse und Baldrian zum Einsatz. Aber auch andere Nahrungsergänzungsmittel wirken dabei unterstützend, wie beispielsweise Eisen, Zink und Vitamin-B-Komplexe.

Kreisrunder Haarausfall kann jeden treffen, doch wenn Du die Ursachen kennst und sie spezifisch behandelst, kannst Du der entzündlichen Krankheit bereits früh zu Leibe rücken. Deshalb solltest Du in Zukunft vor allem auf Deine Ernährung achten und unnötigen Stress vermeiden, so steht Deinem gesunden Haarwachstum nichts mehr im Wege.

Bildquelle: © Piotr Marcinski | Dreamstime.com

Kommentare (7)

  • sallysunshine am 04.11.2014 um 16:41 Uhr

    Kreisrunder Haarausfall ist gar nicht so selten, wie man vielleicht denke würde. Auch viele junge Menschen können daran "erkranken"... aber man kann ja auch was dagegen machen, zum Beispiel eine Haartransplantation. Natürlich nur wenn kreisrunder Haarausfall einen so stark beeinträchtigt, dass man schon psychisch belastet ist...

  • doloresdudette am 13.06.2014 um 15:40 Uhr

    den bilde ich mir auch schon ein :( ich hoffe einfach nur, dass es nicht der fall ist!!!

  • Osterhaeschen33 am 06.05.2014 um 10:41 Uhr

    Kreisrunder Haarausfall wäre mein Horror. Normaler Haarausfall ist ja schon schlimm.

  • gutiguti am 14.04.2014 um 09:40 Uhr

    Ich habe vorne am Scheitel so ein ganz kleines "Haarloch". Ist das etwa auch schon kreisrunder Haarausfall? Hilfe :-/

  • jablonka am 20.03.2014 um 12:22 Uhr

    Ich hab mal gehört, dass kreisrunder Haarausfall genetisch bedingt ist. Mein Opa hatte das ganz extrem und jetzt habe ich irgendwie Angst, dass es mich auch erwischt.

  • Franzi100391 am 19.09.2013 um 10:52 Uhr

    Habe auch Haarausfall, aber keinen Kreisrunden! Bei mir liegt es an einer OP vor 3 Jahren und den Tapletten... Ich nehme Biotin und Plantur 39, und habe das gefühl das es wieder mehr Haare auf dem Kopf werden ;-)

  • mangobeauty22 am 19.09.2013 um 09:14 Uhr

    Kreisrunder Haarausfall ist ein Problem dass ich kenne. Schon als Kind habe ich immer viel mehr einzelnen Haare verloren als meine Freundinnen. Jetzt fangen meine Haare an manchen Stellen an fast komplett auszufallen. Dabei habe ich sowieso schon extrem dünnes Haar. Habe auch schon alles mögliche dagegen ausprobiert. Schüsslersalze, Zink und eisentabletten, ernährungsumstellung und diverse teure Haarprodukte ... hat alles nicht wirklich geholfen :(


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