Schonende Haarpflege

No-Poo

No-Poo ist der neueste Haircaretrend auf internationalen Beauty- und Frisurenblogs! Allerhöchste Zeit, die Methode mit dem etwas skurrilen Namen einmal genau unter die Lupe zu nehmen. „No-Poo“ bedeutet übersetzt so viel wie „Kein Sham-poo“ und genau das steckt hinter dem Bloggertrend aus Amerika. Anstatt die Haare mit Shampoos, Conditioner und Kuren zu überpflegen, setzen immer mehr Trendsetter auf den gänzlichen Verzicht auf Haarpflegeprodukte. Ob und wie No-Poo funktioniert, erfahrt Ihr hier!

Reinere Haut über Nacht, faltenfrei bis ins hohe Alter oder abnehmen im Schlaf – es gibt viele Beauty-Mythen, die uns die Werbung suggeriert und die wir nur allzu gerne glauben würden. Ist No-Poo einer davon? Weniger fettende und seidig glatte Haare trotz oder gerade durch den Verzicht auf die tägliche Haarwäsche, das verspricht der neue Haircaretrend – kann das funktionieren? Wir sind erst einmal skeptisch…

No-Poo ist der neue Hairstyletrend

Schäume sind Träume? Beim No-Poo verzichtest Du aufs Shamponieren

Doch nicht umsonst ist No-Poo in Amerika der neueste Haarpflegeschrei – und der stammt ausnahmsweise einmal nicht aus der Industrie, sondern wurde von zahlreichen Beauty- und Frisuren-Bloggerinnen erprobt. Vor allem in den USA – dem Land der Reichen und Schönen –, doch auch hierzulande ist No-Poo immer weiter auf dem Vormarsch. Dabei dachten wir, dass die Öko-Bewegung schon ein paar Jahrzehnte zurück liegt. Doch jeder Trend feiert eben irgendwann sein Revival…

Selbstregulierung statt Selbstzerstörung?

Die tägliche Haarwäsche, die für viele von uns zur Normalität geworden ist, greift das natürliche Gleichgewicht unserer Kopfhaut an. In der Folge wird die Fähigkeit zur Selbstregulation empfindlich gestört und zu viel Talg produziert. Dieser sammelt sich dann am Ansatz und lässt unsere Haare schnell fettig aussehen, während die Haarspitzen meist spröde und trocken bleiben. Abhilfe schafft jetzt No-Poo – das Besondere daran: Du wäschst Deine Haare nur noch mit warmem Wasser aus und pflegst die Spitzen mit ein paar sparsamen Tropfen Haaröl. Anstatt zum Shampoo, greifst Du zu pflegenden Alternativen wie Lavaerde, Natron, Seifenkraut, farblosem Henna oder Essig, um Fett und Talgrückstände von Deiner Kopfhaut zu entfernen. Die Hardliner der No-Poo Bewegung verzichten sogar auch darauf und bilden die ‚haardikale‘ Untergruppierung NW/SO („No Water/Sebum Only“). Sie lassen nicht einmal Wasser an ihre Haare, doch für Anfänger wie Dich ist ein sanfter Einstieg ins No-Poo Haarpflegeprogramm bestimmt besser geeignet.

6 Wochen fettige Haare?

Etwa sechs Wochen dauert es, bis sich Deine Kopfhaut an das neue, schonende „Pflegeprogramm“ gewöhnt hat. Ein Tipp: Je länger Du Dir zwischen den einzelnen Haarwaschgängen Zeit lässt, desto schneller reguliert sich die Talgproduktion der Kopfhaut. Bis dahin wirst Du wohl oder übel den einen oder anderen Tag mit fettigen Haaren herumlaufen müssen, solltest auch Du No-Poo ausprobieren wollen. Der bislang ultimative Tipp gegen fettige Haare? Einschäumen und Waschen! Das geht beim No-Poo leider nicht mehr, schließlich ist es Dir lediglich erlaubt, Deine Haare einmal am Tag mit warmem Wasser auszuspülen. Um Fett und Talg gleichmäßig auf dem Haar zu verteilen, bürstest Du es nach dem Auswaschen und Trocknen mit Naturborsten (z. B. Bürste mit Wildschweinborsten) durch. So entsteht der unverwechselbare Glanz, von dem alle No-Poo Fans schwärmen.

Sham-Poo oder No-Poo?

Ob Du ausreichend Nervenstärke hast, um wochenlang mit fettigen Haaren herumzulaufen bzw. genügend Mützen und Haarbänder im Schrank, musst Du im Selbstversuch herausfinden. Kompliziert ist No-Poo jedenfalls nicht! Die Expertenmeinungen zu dem neuen Haircaretrend gehen jedoch weit auseinander: Während einige Dermatologen behaupten, dass No-Poo gegen chronische Hauterkrankungen, Allergien oder Ausschläge helfen kann, sind andere wiederum der Meinung, dass sich Talg auch bei hohen Wassertemperaturen nicht ohne Shampoo oder andere Emulgatoren von der Kopfhaut löst. Noch dazu sind Fettablagerungen auf der Kopfhaut der reinste Nährboden für Pilze oder Mikroben, die im schlimmsten Fall zu Schuppen oder störenden Hautirritationen führen können.

Die Haare dahin zu bekommen, dass man sie nie wieder waschen muss? Klingt verlockend, aber auch ein bisschen unrealistisch. Wie so oft ist auch hier vermutlich ein gesundes Mittelmaß der richtige Weg: Eine oder zwei Haarwäschen pro Woche sind erlaubt, den Rest der Woche tun es auch die Alternativprodukte des No-Poo, die die Kopfhaut schonen und ihr eine wohlverdiente Ruhepause gönnen.

Bildquellen: iStock/SerrNovik

Kommentar (1)

  • Charlii93 am 10.08.2015 um 11:57 Uhr

    Ich glaube, dass das mit der Pilzentstehung Quatsch ist. Mein Vater macht unwissentlich dieses No-Poo seit 30 Jahren. Er ist Arzt und total öko, was Pflegeprodukte angeht. Er sagt, alles was man sich auf den Körper schmiert, ist schlecht. Ich selber bin süchtig nach Pflegeprodukten und hab viel schlechtere Haut und Haare als mein Vater. Ich habe in meinen 22 Jahren Leben noch nie gesehen, dass mein Vater auch nur einen Pickel oder so hatte. Deswegen glaub ich das schon, dass Kosmetik eigentlich nur schadet. Zumal hat mein Vater, als er ein einizges Mal als Kind eine Phase Shampoo benutzt hat, weil seine Tante ihn gezwungen hat, sofort Schuppen bekommen!!! Als er danach aufgehört hat und nie wieder Shampoo angefasst hat, hatte er nie wieder Beschwerden. Also ich glaube, das ist eine gute Sache mit dem No-Poo . Vielleicht einmal die Woche Sebamed oder so, wenn man den Talg echt so schwer abgekommt..


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