Zerzauselte Zöpfe

Dreadlocks

Zugegeben: Dreadlocks sind eher etwas für experimentierfreudige Hairstylevictims. Nur wenige Promiladys wie beispielweise Rihanna, Lady Gaga oder Shakira wagten sich bislang an den extravaganten Style heran – und das will schon etwas heißen, schließlich sind zumindest zwei der drei Grazien für ihre ungewöhnlichen Frisurenexperimente bekannt. Wenn Du dennoch begeistert von Dreadlocks bist, solltest Du Dich vorher genau über die Konsequenzen, die dieser Style mit sich bringt, informieren.

Wie frisiert man Dreadlocks und kann man da überhaupt noch von „frisieren“ sprechen? Schließlich sind Dreadlocks eher ein Lebensgefühl als eine Frisur und definitiv für einen längeren Zeitraum gedacht. Mit heute „hü“ und morgen „hott“ ist es da nicht getan – es sei denn, Du wählst die künstliche Dread-Variante. Doch in der Regel gilt: Wer sich einmal für Dreadlocks entscheidet, der sollte sich auch sicher sein, dass er wesentlich länger als einen Abend Lust auf den freakigen Hairstyle hat. Schließlich erfordern Dreadlocks meist eine tagelange Prozedur, damit sie am Ende auch so aussehen, wie Du sie Dir vorstellst. Einmal eingearbeitet, wirst Du Dreadlocks nicht mehr so leicht los. Aber keine Sorge: Für Styling-Chamäleons gibt es immer noch die Möglichkeit so genannte Fake, Silky oder Poppy Dreads zu verwenden, die temporär eingeflochten werden und in bunten Farben erhältlich sind. Bist Du bereit, ein „Dread Head“ zu werden?

Sind Dreadlocks nur etwas für Hippies?

Dreadlocks werden häufig fälschlicherweise als Rastazöpfe oder -locken beschrieben, dabei handelt es sich bei Dreadlocks um verfilzte Strähnen, während Rastalocken und -zöpfe in Form von Braids und Cornrows geflochten werden. In verschiedenen Religionen wie im Islam, bei den Rastafari oder im Hinduismus hat das Tragen von Dreadlocks einen spirituellen Hintergrund oder gilt als Ausdruck ethnischen Stolzes. Hierzulande ist der ungewöhnliche Hairstyle hingegen eher als Hippie- und Öko-Look verschrien, da die meisten Menschen gar nicht wissen, was man mit Dreadlocks für verschiedene, variable Looks tragen kann. Wirf doch einmal einen Blick in unsere Bildergalerie und lass Dich von den Starstyles inspirieren und überraschen: Ob lang und filigran wie bei Shakira oder Helena Bonham Carter, mit Pony und Haartolle wie bei Lady Gaga und Crystal Bowersox, bunt wie bei Rita Ora oder klassisch wie bei Whoopi Goldberg. Durch Dreadlocks wirst Du nicht zwangsläufig zum Stylingrebell!

Dreadlocks selber machen

Um Dreadlocks zu frisieren, gibt es im Allgemeinen zwei Methoden: die „Backcombing“- und die „Twist and Rip“-Methode. In beiden Verfahren wird die für die Dreadlocks erforderliche Verfilzung der Haare künstlich und mit verschiedenen Hilfsmitteln hervorgerufen. Solltest Du Dich für den extravaganten Dread-Style entschieden haben, suchst Du am besten einen Haarsalon, der sich auf Dreadlocks spezialisiert hat, zu einem Beratungsgespräch auf, denn gerade bei aufwendigen Dreads ist es besonders wichtig, dass sorgfältig gearbeitet wird und Du Dir über die Vor- und Nachteile der Frisur im Klaren bist – sonst bereust Du den Schritt am Ende noch. Außerdem kann beim „Flechten“ von Dreadlocks erfahrungsgemäß ziemlich viel schief gehen. Wichtig ist, dass Du mit durch und durch trockenen Haare zu Deinem Dread-Termin erscheinst. Am besten wäschst Du Deine Haare am Abend vorher mit silikonfreiem Shampoo und lässt sie die Nacht über komplett durchtrocknen. Experten raten außerdem, von verklebenden Stoffen wie Wachs oder Ähnlichem abzusehen, da diese den Dreadlocks eher schaden, anstatt sie zum Haistylehit zu machen. So schaffst Du die Grundlage für gelungene Dreadlocks. Jetzt musst Du Dich nur noch für eine Methode entscheiden:

Dreadlocks mit der Backcombing-Methode: Beim Backcombing werden Deine Haare zunächst – je nach Wunsch – in mehrere Haarpartien abgeteilt und anschließend durch vielfach wiederholtes Kämmen gegen die Haarwuchsrichtung auftoupiert. Zum Verfilzen eignet sich ein ganz normaler, feinzinkiger Kamm, der immer wieder gegen die Wuchsrichtung durch die Haarsträhne gezogen wird. Sobald ein Dread fertig toupiert ist, wird er auf Wunsch mit einer sehr dünnen Häkelnadel eingehäkelt, damit keine Haarspitzen mehr abstehen. Diese Prozedur dauert insgesamt mehrere Stunden und wird nach einiger Zeit ziemlich schmerzhaft, da beim Verfilzen der Dreadlocks ein dauerhafter Zug auf der Kopfhaut entsteht. Hier hilft nur: Durchhalten!

Dreadlocks mit der Twist and Rip-Methode: Die so genannte Twist and Rip- oder Strähnchen-Methode eignet sich vor allem für längere Haare, da durch die Dreadlocks eine extreme Verkürzung der Haare von bis zu 50 Prozent auftreten kann. Hier werden die Haare zwischen zwei Fingern gerieben, bis kleine Knoten entstehen und die Strähnen in der Folge verfilzen. Der Vorteil der Strähnchen-Methode ist, dass Du keinerlei Hilfsmittel brauchst und sie als weniger schmerzhaft gilt. Ein Nachteil besteht im Zeitfaktor, denn auch hier brauchen die Dreadlocks mehrere Stunden.

Fertig ist bei Dreadlocks nicht gleich fertig. Die Zöpfe müssen immer wieder nachgefilzt werden, vor allem wenn Deine Haare schnell nachwachsen. Um den Vorgang des Verfilzens zu unterstützen, empfiehlt es sich, die Dreadlocks ab und zu mit Kernseife zu waschen, da diese das Haar aufquellen lässt. Silikonhaltige Shampoos sollten hingegen unbedingt vermieden werden, da diese das Haar eher glätten.

Dreadlocks richtig pflegen

Träger und Trägerinnen von Dreadlocks sind immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, ihre Haare würden übel riechen, was natürlich ein Irrglaube ist. Mit der entsprechenden Pflege können auch Dreadlocks über einen langen Zeitraum hinweg sehr gepflegt aussehen und sogar herrlich duften. Zwar nehmen Dreadlocks schneller Gerüche auf als normales Haar, doch das lässt sich natürlich auch zum Vorteil nutzen. Von herkömmlichen Shampoos und Pflegespülungen solltest Du jedoch Abstand nehmen, Dreadlocks sind auf eine spezielle Pflege angewiesen. Viele Dread Heads benutzen beispielsweise Kernseife, um ihre Haare zu waschen. Mindestens einmal im Jahr ist darüber hinaus eine Grundreinigung mit einer Mixtur aus Natronlauge, Zitronensaft, Meersalz und Apfelessig Pflicht, um die Dreadlocks von Schmutz und Fusseln zu befreien. Wichtig ist, die Zöpfe nach der Reinigung gut trocknen zu lassen, entweder mit dem Fön oder mit einer Trockenhaube, damit die Feuchtigkeit nicht ansetzt und die Zöpfe im schlimmsten Falle schimmeln können.

Bei richtiger Handhabung und Pflege können Dreadlocks nicht nur lässig, sondern richtig stylisch aussehen. Falls Dir der hippe Hairstyle gefällt, aber immer noch zu aufwendig ist, kannst Du immer noch zu Fake Dreads greifen, um Deiner Haarpracht Abwechslung zu verleihen. Wage Dich an den extravaganten Style heran. Dreadlocks sind ja so 90er? Auch bauchfreie Tops und Base Caps erleben derzeit wieder ein Comeback. Warum also nicht auch Dreadlocks?

Kommentare (3)

  • helloerdbeere am 19.11.2014 um 14:21 Uhr

    Wenn ich jetzt nen persönlichen Stylisten hätte, würde ich mir vielleicht auch mal Dreadlocks stylen lassen, so für ein oder zwei Tage. Wenn ich die Dreadlocks danach wieder rausnehmen könnte. Aber so sind sie mir einfach zu pflegebedürftig. Mit Dreadlocks muss man einfach so viel beachten. Das würde mich nerven.

  • morgenlandstern am 21.10.2014 um 12:29 Uhr

    Ich finde Dreadlocks gar nicht cool und die Dreadlocks der Stars sind doch alle unecht. Ich finde das echt unhygienisch und ein Klassenkamerade von mir hatte auch mal Dreadlocks und ich saß hinter ihm und es hat nur gestunken. Sorry, aber NEIN!

  • HolidayPerle am 20.10.2014 um 15:20 Uhr

    Ich habe ehrlich gesagt noch nie schöne Dreadlocks gesehen. Also ich glaube schon, dass man mit Dreadlocks coole Frisuren machen kann, aber immer wenn ich jemanden mit Dreadlocks sehe, bin ich eher abgeschreckt, weil es oft ungepflegt aussieht...


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