„Esoterik – das ist doch nur eine Rumpelecke in der Buchhandlung!“ oder „Hör mal auf mit dem esoterischen Geschwafel!“ sind vermutlich Sätze, die wohl jeder schon einmal gehört hat, der sich mit der Esoterik beschäftigt. Viele Menschen bezeichnen Techniken wie Meditation oder Autogenes Training als „versponnen“ und „irrational“ und tun den Glauben an Krafttiere, Schutzengel oder das Nirvana schlichtweg als „Hokuspokus“ ab. Dabei ist Esoterik viel mehr! Was steckt dahinter? Hat diese Strömung eine Tradition und woran glauben Esoteriker?

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Esoterik: Das innerlich Verborgene als Wesen der Dinge

Der Begriff Esoterik kommt von dem griechischen Wort „esōterikós“ und bedeutet wörtlich übersetzt „innerlich“, „dem inneren Bereich zugehörig“. Die Esoterik steht im Gegensatz zur Exoterik, welche die nach außen gewandten oder von außen zugänglichen Aspekte einer Philosophie oder Religion bezeichnet. In der Antike war Esoterik – damals unter dem Namen Okkultismis geläufig – eine philosophische Lehre, dessen religiöses Geheimwissen nur für einen begrenzten Kreis von Eingeweihten zugänglich war. In der heutigen Esoterik sammelt sich Wissen aus unterschiedlichen Religionen, Philosophien und Lebensanschauungen. Spiritualität, Astrologie, Geomantie, Okkultismus, Magie aber ebenso alternative Medizin und UFO-Forschung sind nach außen sichtbare Teilbereiche. Eine Esoterikforschung im eigentlichen Sinn, die sich den wissenschaftlichen Erkenntnissen dieses Gebiets widmet, ist ein noch sehr junges „Projekt“, an dem vorwiegend Historiker oder Religionswissenschaftler arbeiten.

Esoterik in der Tradition

Das „mystische Wissen“ der Esoterik geht auf die Tradition der Hermetik zurück, eine in der Antike wurzelnde religiöse Offenbarungs- und Geheimlehre, dessen Name auf die Sagengestalt Hermes Trismegistos zurückgeht. Die Hermetik beeinflusste das naturwissenschaftliche Weltbild bis in das 17. Jahrhundert hinein und prägte den abendländischen Okkultismus. Esoterische Vorstellungen waren in früheren Zeiten zwar meist Allgemeingut, dennoch wurde das „höhere Wissen“ der Priester, Eingeweihten und Schamanen in Orden, Logen und esoterischen Schulen mündlich und exklusiv an ausgesuchte Schüler überliefert.

Esoterik in der Moderne

Im heutigen populären und wissenschaftlichen Sprachgebrauch hat sich keine allgemein anerkannte Definition etabliert. Esoterik wird zumeist als Sammelbegriff für ein breites Spektrum verschiedenartiger Weltanschauungen gebraucht, welche die spirituelle Entwicklung des Individuums betonen, jedoch durch keine organisierte Religion oder religiöse Konfession im engeren Sinn als Glaube vertreten werden. Die Esoterik sieht sich als allumfassend und universalreligiös und versucht, das angenommene „Ur-Wissen“ aller Religionen, Weisheitstraditionen und esoterischer Forschung zu vereinen. Zusammenhänge werden aus geistiger, metaphysischer Sicht erklärt, eine rein naturwissenschaftliche Betrachtungsweise wird hingegen abgelehnt. Die Religions- und die Geschichtswissenschaft verwenden den Begriff ohne Wertung zur Bezeichnung diverser religiöser und kultureller Strömungen, insbesondere in der Neuzeit und im westlichen Kulturraum.

Woran glauben Esoteriker?

Der Esoterik werden Weltanschauungen zugeordnet, die darauf beruhen, dass Kräfte und Einflüsse außerhalb der naturwissenschaftlichen Weltanschauung existieren. Dabei hilft ein Vergleich mit Strom: Ohne die Hintergründe seiner Entstehung zu kennen, kann man dieses Phänomen nicht begreifen, doch wenn man mit Strom in Berührung kommt, weiß man dass er da ist, obwohl man ihn nicht sehen, hören oder riechen kann. Gemäß des esoterischen Verständnisses erfasst der Normalverstand des Menschen nur die äußerlichen Aspekte der Wirklichkeit, das innerlich Verborgene und die Seele des Menschen bilden laut Meinung der Esoteriker jedoch das eigentliche Wesen aller Dinge. Es lässt sich erfühlen, erspüren, erleben und offenbart sich in begnadeten Momenten und mithilfe bestimmter Techniken wie der Meditation oder dem Autogenen Training nur der wachen Seele. Wer Esoterik erfassen und begreifen möchte, muss sich also mit einer Innenseite aller Dinge, aller Ereignisse und aller Wesen vertraut machen. Esoteriker glauben in der Regel an die Reinkarnation (Wiedergeburt), verbunden mit der Vorstellung, dass sich die Seele von Leben zu Leben evolutionär zum Besseren entwickle, soweit dies vom Menschen angestrebt wird.
Schicksalsschläge werden als „Wille des Schicksals“ und „Folge des Karmas“ akzeptiert und als Möglichkeiten zum Lernen oder zur Läuterung betrachtet. Nach dem Leitspruch „wie oben, so unten“ basieren Reaktionen auf dem Glaube daran, das Gleiches Gleiches hervorrufe.

Esoterik: Welche Praktiken gibt es?

Die Esoterik umfasst ein breites Spektrum von Praktiken, die insbesondere in der „Esoterik-Welle“ der 1980er Jahre an Popularität gewonnen und eine Massenbewegung ausgelöst haben. Channeling, Astrologie, Tarot, Pendeln, Wünschelrute, I Ging, Numerologie werden ebenso zur Esoterik gezählt wie manche Methoden der Alternativmedizin wie Homöopathie, Reiki, Aura Soma, Bach-Blüten, Psychokinesiologie, Feng Shui, Edelsteintherapie oder die Reinkarnationstherapie. Esoteriker machen sich Gedanken über den Umgang mit der Schöpfung, über ihre Lebensziele, sie reflektieren Schicksalsschläge und sinnieren über den Umgang mit Naturelementen (Wasser beziehungsweise Wasseradern im Erdreich, Edelsteine, Düfte, Arzneimittel). Zudem beschäftigen sie sich mit der Ernährung und auch mit der Sexualität. Viele Esoteriker sind der Meinung, das Leben von sich und anderen, zum Beispiel bei Krankheit oder psychischen Beschwerden, mittels der persönlichen Einstellung, Gebeten, Ritualen und Gedankenkraft sehr stark beeinflussen zu können.

Wie auch immer Du zur Esoterik stehst – für Menschen, die daran glauben, bietet diese Strömung zahlreiche Lösungsansätze für Probleme jeder Art. Es muss ja nicht gleich Channeling oder die Suche nach einem Krafttier sein – Techniken zur Entspannung wie Meditation oder Autogenes Training bieten für „Neu-Esoteriker“ einen guten Einstieg und helfen Dir dabei, vom Alltag abzuschalten und zur Ruhe zu kommen.