Magie

Wäre nicht oft alles leichter mit Magie? Den Stau morgens auf der Autobahn wegzaubern, die drei überflüssigen Pfunde gleich dazu und mit einem Fingerschnipsen und dem richtigen Zauberspruch einfach so den Traummann für sich gewinnen. Ganz so funktioniert das mit der Magie natürlich nicht. Doch was genau hat es denn nun mit Magie auf sich? Funktioniert sie tatsächlich und musst Du Dich dann vor schwarzer Magie in Acht nehmen? Kannst Du am Ende gar selbst zaubern?

Magie begleitet die Menschen schon seit Jahrtausenden: Vermutlich schon zu allen Zeiten haben sie bestimmten Gegenständen, Wörtern, Personen oder Situationen magische Kräfte zugeschrieben und ihre Hoffnungen oder Ängste auf geheimnisvolle Zaubersprüche, Rituale und Beschwörungen gerichtet, um solche Kräfte anzurufen oder aufzuwecken. Der Begriff „Magie“ leitet sich vom altgriechischen „mageia“ ab, das „Zauberei“ oder auch „Blendwerk“ bedeutet – schon hier liegen Schein und Sein also nahe beieinander.

Magie: Hokuspokus oder Wahrheit?

Magie: Gibt es sie wirklich?

Kulturanthropologisch eingeordnet gehört Magie in den Bereich der Stammesreligionen: Auch wenn die großen monotheistischen Religionen stellenweise ebenfalls magische Elemente aufweisen, stehen sie der Magie an sich dennoch im Großen und Ganzen ablehnend gegenüber. Wie mit Zauberern oder Hexen verfahren werden soll, daran lässt die Bibel keinen Zweifel, so heißt es doch in Exodus 22, 17: „Eine Zauberin sollst Du nicht am Leben lassen.“ Diese Überzeugung führte in Europa zu verheerenden Hexenprozessen durch die Inquisition. Die Hexenverfolgungen kosteten modernen Schätzungen zufolge zwischen 40.000 und 60.000 Menschen das Leben.

Was ist Magie?

Fragt man Wikipedia, ist die Antwort auf die Frage „Was ist Magie eigentlich?“ die folgende: Magie ist „die Zuordnung von bestimmten Kräften an Gegenstände, Ereignisse oder Lebewesen, die diese normalerweise nicht besitzen“. Während man unter Magie sicher auch Zauberkunst und Taschenspielertricks verstehen kann, denken die meisten Menschen bei Magie vermutlich eher an „echte“ Magie – sei sie nun real existierend oder nicht. Allerdings macht das eine Eingrenzung nicht unbedingt einfacher, denn die Magie ist ein wahrlich weites Feld: So gibt es sehr alte Formen der Magie, wie etwa die Hermetik, die Magia naturalis, die Mitte des 17. Jahrhunderts populär wurde. Zudem existiert die Unterscheidung zwischen schwarzer und weißer Magie sowie moderne Formen der Magie, wie etwa Wicca oder Chaosmagie.

Schwarze Magie und weiße Magie

Neben den vielen verschiedenen Spezial- und Unterformen von Magie gibt es die sehr grundsätzliche und weithin bekannte Unterteilung in schwarze und weiße Magie. Dabei drängt sich sofort der Gedanke an gute und böse Hexen auf – und der ist auch nicht ganz falsch. Zunächst gilt es aber festzuhalten, dass schwarze Magie, auch Nekromantik genannt, die ursprünglichere Form von Magie ist, während die so genannte weiße Magie sich erst auf höheren Kulturstufen der Menschheit entwickelte. Inhaltlich kann man aber in der Tat zwischen der schwarzen Magie, die Schaden anrichten soll, und der weißen Magie, die Gutes bewirken soll, unterscheiden. Schadenszauber, Flüche und Verwünschungen fallen demnach in den Bereich der schwarzen Magie (wie beispielsweise der Todesfluch, den die zwölfte Fee im Märchen gegen Dornröschen richtete). Heilzauber, Fruchtbarkeitszauber, Glücks-, Liebes-, Abwehr- oder Schutzzauber sind hingegen der weißen Magie zuzurechnen (um im Bild zu bleiben: Die Fee, die Dornröschens Todesfluch in einen 100-jährigen Schlaf umwandelte, benutzte weiße Magie).

Mit Magie zum Traummann?

Verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen – mit diesem Motto sind schon viele Menschen bei Wunderheilern, Hellsehern oder Magiern gelandet. Wer schon lange auf der Suche nach dem Traummann ist oder sich unglücklich verliebt hat, weiß manchmal weder ein noch aus. Ein Liebeszauber scheint dann bisweilen die letzte Rettung zu sein. Das Großartige: Nicht selten wirkt dieser auch! Ob das nun wahre Magie ist oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Skeptische Stimmen sprechen eher von einem Placebo-Effekt. Psychologe Johannes Fischler etwa formulierte es im Gespräch mit der Zeitschrift „Frau im Trend“ so: „[D]as Schwert ist zweischneidig. Bei einem solchen Magier werden Menschen mit Aufmerksamkeit überschüttet. Wenn sie daran glauben, dass er ihnen positive Energien schenkt, kann ein Placebo-Effekt entstehen. Im Endeffekt steckt diese suggestive Kraft aber in ihnen selbst.“ Ob nun Magie oder einfach der entscheidende Schub Selbstvertrauen: Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Liebeszauber unter Umständen tatsächlich dabei hilft, den Traummann zu finden und ihn für sich zu gewinnen – Glaube versetzt eben Berge! Und nicht umsonst heißt es ja: „Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt“.

Kann Magie schaden?

Wer sich auf Magier verlässt und an ihre Kräfte glaubt, kann aber auch Schwierigkeiten bekommen – denn wenn weiße Magie hilft, kann schwarze Magie auch schaden. Leider gibt es in Sachen Magie nicht nur hilfsbereite gute Feen und liebe Schutzengel: In dem Bereich wird mit den Ängsten und Wünschen der Menschen auch viel Schindluder getrieben. Johannes Fischler erklärt: „Wenn ich daran glaube, dass der Magier mein Leben positiv beeinflusst, kann ich ebenso Angst bekommen, dass er sich abwendet oder mich sogar verflucht. So kann ein gefährliches Abhängigkeitsverhältnis entstehen, bei dem oft viel Geld investiert wird. Der Absprung gelingt oft nur sehr schwer.“ Auch wer etwa an einer Krankheit leidet und sich anstatt auf medizinische Hilfe lieber auf Magie verlässt, riskiert unter Umständen nicht nur viel Geld, sondern vor allem seine Gesundheit. In solchen Fällen ist es deshalb besonders wichtig, parallel auch bei einem Arzt in Behandlung zu sein – der kann im besten Fall dann auch die positive Wirkung der Magie bescheinigen.

Auf magische Weise die große Liebe finden, mit Magie den nervigen Kollegen zum Schweigen bringen oder im passenden Moment dafür sorgen, dass man unsichtbar wird – wer hat sich das noch nicht gewünscht? Ob Magie tatsächlich wirkt, musst Du für Dich selbst herausfinden. Aber manchmal hilft es ja tatsächlich, einen Parkplatz beim Universum zu bestellen…

Bildquelle: © SKapl / iStock / Thinkstock


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