Apothekerin ohne Studium?

Apothekerin ohne Studium?

Frage: Hallo Steffi, ich interessiere mich für den Bereich Pharmazie und würde gerne in einer Apotheke arbeiten. Muss man dazu studieren oder eine Ausbildung machen und welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Antwort: Hallo,

im Bereich Pharmazie gibt es verschiedenen Berufsgruppen, die auf unterschiedlichen Ausbildungen basieren. Der Apotheker hat in der Regel studiert, das bedeutet aber nicht, dass Du für einen Beruf in der Pharmazie keine Ausbildung machen kannst. Zuerst wäre da der Beruf der Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA). Um eine PTA zu werden, musst Du eine zweijährige Ausbildung an einer Pharmazie-Schule absolvieren. Eine Liste aller Schulen sowie weitere hilfreiche Infos findest Du unter PTA-Online. Um einen Platz zu erhalten, brauchst Du normalerweise die Fachoberschulreife. Generell solltest Du für einen Beruf in der Pharmazie großes Interesse an Naturwissenschaften mitbringen – Chemie ist schließlich die Basis für jegliche pharmazeutische Arbeit.

Da Du in der Apotheke aber auch viel Kundenkontakt haben wirst, sollte Dir auch der Umgang mit Menschen Spaß machen. Wenn Dich nicht nur das Mischen von Salben und Medikamenten reizt, wäre vielleicht pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin (PKA) etwas für Dich. Hier verbindest Du die Arbeit in der Apotheke mit kaufmännischen Dingen wie Buchhaltung, Preisgestaltung, Werbung und Marketing. Interessierst Du Dich für die Ausbildung zur PKA, fragst Du am besten einfach mal in der Apotheke Deiner Wahl nach, ob Ausbildungsplätz frei sind. Es handelt sich übrigens um eine klassische drei-jährige Ausbildung. Den praktischen Teil lernst Du direkt in der Apotheke, die Theorie gibt es in der Berufsschule. Mehr Infos zu diesem Beruf findest Du unter PKA-Ausbildung.

Natürlich kannst Du auch Pharmazie studieren. Wo das überall möglich ist, erfährst Du zum Beispiel beim bphd, dem Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland e.V. Das Bewerbungsverfahren läuft über Hochschulstart, ehemals ZVS. Da die Platzvergabe hier zum Teil über die Abinote erfolgt, hilf Dir ein guter Durchschnitt definitiv weiter, um an Deiner Wunschuni studieren zu können. Aber auch wenn die Noten nicht perfekt sind, ergattern viele Bewerber über das Nachrückverfahren einen Platz.

Zu Beginn lernst Du im Studium erst einmal ganz viel zu den Basics – Mathe, Physik und jede Menge Chemie werden Dein täglicher Wegbegleiter. Die Spezialisierung auf die Pharmazie erfolgt meistens erst im Hauptstudium. Damit der praktische Teil nicht zu kurz kommt, musst Du im Anschluss an das Studium noch ein Praktikum absolvieren. Als fertig ausgebildete Apothekerin arbeitest Du dann in öffentliche Apotheken, Krankenhäusern, in der Pharmaindustrie, in Untersuchungsinstituten oder in Verwaltungen und Behörden.

In Ausnahmefällen kann man übrigens auch ohne Abitur Pharmazie studieren, zumindest in einigen Bundesländern. Da das aber meist mit viel Aufwand, mehreren Jahren Berufserfahrungen und Eignungsprüfungen verbunden ist, würde ich Dir raten, das Abitur auf jeden Fall zu machen. Selbst wenn Du danach erst einmal eine Ausbildung machst, steht Dir theoretisch immer noch jeder Weg offen.

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