Frauen wünschen sich Lohngerechtigkeit
Katharina Meyeram 11.03.2016

Auch wenn in den letzten Jahrzehnten einiges passiert ist, ist Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen nach wie vor nicht vollkommen realisiert. Vor allem im Beruf gibt es den sogenannten „Gender Pay Gap“ – Frauen verdienen bei gleicher Qualifikation deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Einer neuen Studie zufolge wünscht sich eine klare Mehrheit, dass sich dies nun ändert.

Wie aus der repräsentativen Studie „Einkommensgerechtigkeit: Perspektiven von Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren zur eigenen Existenzsicherung und Alterssicherung“ des DELTA-Instituts im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hervorgeht, ist das Thema Lohngerechtigkeit für die Mehrheit der Frauen am wichtigsten, um endlich eine Gleichstellung zwischen Frauen und Männern zu verwirklichen. 96 Prozent der Befragten Frauen im Alter von 30 bis 50 finden gleiche Stundenlöhne bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit ausschlaggebend für die Gleichberechtigung im Berufsleben.

Frauen wünschen sich Lohngerechtigkeit

Frauen wünschen sich Lohngerechtigkeit

Kann ein Gesetz dabei helfen, die von so vielen gewünschte Lohngerechtigkeit auch in der Realität durchzusetzen? Davon ist zumindest Staatssekretär Ralf Kleindiek überzeugt: „Die Studie zeigt, dass das Gesetz zur Lohngerechtigkeit richtig und notwendig ist. Mit dem Gesetz wollen wir die Gehaltsstrukturen zum Thema und die Lohnungleichheit, die zwischen Frauen und Männern herrscht, sichtbar machen.“

Lohnungleichheit erst später im Berufsleben

Der „Gender Pay Gap“ wächst vor allem mit zunehmendem Alter der Arbeitnehmer. Während Berufsanfänger noch annähernd gleich bezahlt werden, ist die Entgeltkluft vor allem bei Frauen und Männern zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr enorm. Grund dafür sind vor allem unsere traditionellen Rollenbilder. Während 88 Prozent der Männer in diesem Alter in Vollzeit arbeiten, sind nur 39 Prozent der Frauen erwerbstätig. „Obwohl Frauen heute so gut ausgebildet sind wie nie zuvor, stagniert die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland bei fast 22 Prozent. Die Gründe für den ‘Gender Pay Gap’ sind bekannt – doch nur, weil die Lohnlücke zu erklären ist, ist sie noch lange nicht gerecht“ erklärt Kleindiek und fügt hinzu: „Die meisten Frauen wissen nicht, ob sie gut oder gerecht bezahlt werden. Jeder Betrieb, jedes Unternehmen muss ein Interesse daran haben, sich mit dieser Frage auseinander zu setzen.“

Auch Männer unterstützen Lohngerechtigkeit

Doch nicht nur Frauen haben ein Interesse daran, die konsequente Gleichberechtigung von Frauen und Männer zu erreichen. Laut der Studie wünschen auch vier von fünf Männern berufliche und private Gleichstellung. Dass dies noch längst nicht erreicht ist, zeigen konkrete Zahlen aus der Erhebung. Nur jede zehnte Frau zwischen 30 und 50 Jahren hat ein eigenes Nettoeinkommen von mehr als 2.000 Euro monatlich – bei den Männern sind es 42 Prozent. Ein Netto-Einkommen von über 1.500 Euro erzielen nur 23 Prozent der Frauen, aber mit 71 Prozent eine große Mehrheit der Männer. Dabei wünschen sich Frauen jedoch keine Sonderbehandlung. Im Gegensatz zu den Männern, die gerne weniger als ihre durchschnittlich 36 Wochenstunden arbeiten würden, wünschen sich die Frauen, die durchschnittlich 26 Stunden pro Woche arbeiten, eine höhere Arbeitszeit.

Wir leben im 21. Jahrhundert! Auch wenn in Sachen Gleichberechtigung schon eine Menge passiert ist, ist der „Gender Pay Gap“ inakzeptabel. Bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit sollte es selbstverständlich sein, dass Frauen und Männer auch gleich bezahlt werden.

Bildquelle: iStock/Szepy


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