UV-Strahlen

Studie: Berufe mit erhöhtem Hautkrebs-Risiko

Jessica Tomalaam 21.07.2016 um 11:56 Uhr

Gerade wenn die Temperaturen hochklettern, könnte man meinen, dass vor allem diejenigen von uns, die einen Beruf an der frischen Luft haben, eigentlich den Sechser im Lotto gezogen haben. Schließlich können sie an der frischen Luft arbeiten, während wir armen Schreibtischtäter im Büro versauern. Aus gesundheitlicher Sicht sind sie aber nicht zu beneiden, sagt nun eine Studie des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unvallversicherung (IFA). Denn gerade stark sonnenbelastete Berufe haben ein erhöhtes Hautkrebs-Risiko.

Im Sommer draußen zu arbeiten klingt verlockend, schließlich kann man da bei schönem Wetter noch etwas braun werden, nicht wahr? Und die frische Luft tut unserer Gesundheit doch auf jeden Fall etwas Gutes. Doch spätestens, wer mal einen Bauarbeiter (oder natürlich auch eine Bauarbeiterin) im Sommer bei der Arbeit gesehen hat, weiß, dass der Job alles andere als Zuckerschlecken ist. Wie das Forschungsprojekt GENESIS-UV herausgefunden hat, gibt es einige Berufe, die besonders stark sonnenbelastet sind und bei den Arbeitnehmern ein erhöhtes Hautkrebs-Risiko schüren. Wir sagen Dir, welche Berufe das sind und wie man sich auch während der Arbeit vor der Sonne schützen kann.

Berufe in der Sonne

Wer einen Beruf an der frischen Luft hat, muss vor allem im Sommer darauf achten, sich vor der Sonne zu schützen.

Die Belastung ist so hoch, das dringend etwas getan werden muss

Seit 2015 gehört weißer Hautkrebs durch Sonneneinstrahlung zu den Krankheiten, die als Berufskrankheit anerkannt werden kann. Für die Prävention von Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren stellt Hautkrebs durch UV-Strahlung eine der zukünftigen Herausforderungen dar. Um das Hautkrebs-Risiko zu minimieren, müssen sich Arbeitnehmer in Berufen, die besonders stark von der UV-Strahlung betroffen sind, gut schützen. Doch welche Berufe sind eigentlich besonders gefährdet? Aus der groß angelegten Studie der IFA an bislang 600 Personen geht hervor, dass gerade Beschäftigte in Steinbrüchen oder im Kanalbau mehr als dreimal so stark UV-belastet sind wie Personen, die im Ackerbau oder zu Fuß in der Postzustellung tätig sind.

„Einige Ergebnisse haben uns wirklich überrascht. So ist zum Beispiel die Belastung auf dem Bau sehr verschieden, je nachdem, ob Dächer gedeckt oder Gerüste gebaut werden”, sagt Projektleiter und IFA-Strahlungsexperte Dr. Marc Wittlich. Die Gründe dafür müssen noch näher beleuchtet werden. „Klar ist aber: Bei allen beobachteten Beschäftigten ist die Belastung so hoch, dass etwas getan werden muss.“ Neben Kanalbauern und Steinbrechern gehören auch Dach- und Fassadenbauer, Dachdecker, Maurer und Obst- und Gemüsegärtner zu den Berufen mit der höchsten UV-Strahlenbelastung. Hier kannst Du Dir alle Berufsgruppen noch mal anschauen:

Hautkrebs-Risiko

Die zehn Berufe mit der höchsten UV-Belastung

Hautkrebs-Risiko mindern: So kann man sich schützen

Um das Hautkrebs-Risiko zu mindern, gibt es einige Maßnahmen, die ergriffen werden können. Von Seiten der Arbeitgeber haben technische und organisatorische Schutzmaßnahmen laut Arbeitsschutzgesetz Vorrang. „Dazu zählen zum Beispiel der Einsatz von Sonnensegeln oder die Verlagerung der Arbeit in Zeiten mit geringerer UV-Belastung, wie am frühen Morgen oder späten Nachmittag“, sagt Bernhard Arenz, Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft für die Bauwirtschaft (BG BAU). „Reicht das nicht aus, ist auf jeden Fall körperbedeckende Kleidung plus Kopfschutz notwendig“, erklärt Reinhold Knittel, Sprecher der Geschäftsführung der Sozialversicherung für Landwirtschaft Forsten und Gartenbau (SVLFG). Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sollte verwendet werden, wenn anderer Schutz nicht möglich ist. Wichtig ist außerdem, dass auch schon bei Aufenthaltszeiten von wenigen Minuten im Freien unbedingt Schutz notwendig ist. Denn langfristige Schäden können auch ohne Sonnenbrand entstehen. Das gilt übrigens nicht nur auf der Arbeit, sondern auch in der Freizeit. Was Du tun kannst, wenn Dich der Sonnenbrand wirklich mal erwischt hat, liest Du hier.

Bildquellen: iStock/Halfpoint, DGUV

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