Arbeitszeugnis übersetzen

Frage: Hallo Steffi, ich weiß dass ich in absehbarer Zeit ins Ausland gehen möchte, am liebsten in ein englischsprachiges Land. Nun habe ich schon einige Praktika gemacht und die Arbeitszeugnisse will ich natürlich verwenden. Wie mache ich das am besten mit der Übersetzung? Ich kann die Zeugnisse ja schlecht selbst übersetzen, oder?

Antwort: Hallo,

zunächst solltest Du wissen, dass Arbeitszeugnisse in den meisten Ländern nicht so einen hohen Stellenwert haben wie in Deutschland. Oder vielleicht sollte man sagen: sie folgen nicht den gleichen strengen Regeln wie die deutschen Arbeitszeugnisse. Gerade im englischsprachigen Raum ist ein Arbeitszeugnis in dem Sinne nämlich unüblich, häufiger kommt da schon der Letter of Recommendation vor. Der ist in der Regel viel mehr auf die Persönlichkeit des Bewerbers zugeschnitten – Tätigkeitsbeschreibungen gibt es nur am Rande.

Besonders wichtig bei einer Bewerbung im Ausland sind daher die „References“. Damit sind Kontaktpersonen in den jeweiligen Unternehmen gemeint, in denen Du gearbeitet hast. Diese References kannst Du am Ende des Lebenslaufes angeben. So hat der Empfänger Deiner Bewerbung die Möglichkeit, die Referenzperson direkt telefonisch zu kontaktieren und nach seiner Meinung zu Fragen. In den USA ist das beispielsweise sehr üblich – Deine „References“ sollten also Bescheid wissen und dazu bereit sein, auf Anfrage Auskunft zu geben.

Möchtest Du die Arbeitszeugnisse trotzdem gerne mitsenden oder wird explizit danach gefragt, solltest Du zunächst versuchen, sie direkt vom Unternehmen anzufordern. Allerdings sind Deine Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, Dir ein internationales Arbeitszeugnis auszustellen. Im Notfall heißt es also übersetzen.

Auf eigene Faust solltest Du das nur tun, wenn Du wirklich sehr fit in der englischen Sprache bist. Und selbst dann lauern jede Menge Gefahren. So lässt sich beispielsweise die Formulierung „zur vollsten Zufriedenheit“ kaum übersetzen, viel mehr wird im englischen Sprachraum vom „model employee“ gesprochen. Häufig werden auch sehr enthusiastische Beschreibungen verwendet, die man in deutschen Zeugnissen nicht finden würde. Mit einer grammatisch korrekten eins-zu-eins Übersetzung ist es also nicht getan. Viele hilfreiche Tipps, was bei der Formulierung unbedingt zu beachten ist, findest Du unter leaderpoint.de.

Ist das Zeugnis fertig, solltest Du es außerdem von einem Muttersprachler Korrektur lesen lassen oder es gleich vom Profi übersetzen lassen. Das ist zwar meist mit relativ hohen Kosten verbunden ist, entsprechende Agenturen gibt es aber zahlreich. Dort ist meist auch eine Beratung inbegriffen, welcher Art das Zeugnis sein sollte, zum Beispiel ob es eher ein „letter of recommendation“ oder ein „testimonial“ sein sollte.

Das hängt wiederum davon ab, wie Du ins Ausland gehen möchtest, also ob Du ein Auslandssemester machst oder einen Job suchst. Im Zweifelsfall bist Du jedoch mit einem Letter of Recommendation auf der sicheren Seite. Denn kannst Du selbst übersetzen oder übersetzen lassen und dann von Deiner Referenz unterzeichnen lassen. Wenn Du studierst ist sicherlich auch eine Beratung des akademischen Auslandsamts hilfreich.


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