10 Tipps

Prüfungsangst: Wenn im Test der Blackout droht

Katharina Meyeram 09.05.2016 um 17:40 Uhr

Da hat man wochenlang gelernt und ist auf die wichtige Klausur bestens vorbereitet, doch sobald man in der Prüfung sitzt, hat man ein Brett vorm Kopf und kann auch die leichtesten Fragen nicht beantworten. Ein Blackout während eines Tests ist ärgerlich – und völlig unnötig. Wir verraten Dir einige zuverlässige Wege aus der Prüfungsangst.

Ein wenig Nervosität vor einer Prüfung ist nicht nur normal, sondern sogar hilfreich. Das Gehirn schüttet in der Stresssituation Adrenalin und Kortisol aus, was die Sauerstoffversorgung ankurbelt und somit die Denkleistung verbessert. Doch bei zu viel Angst tritt das Gegenteil ein: Die Prüfungsangst blockiert die Übertragung von Informationen und der Blackout kommt. Plötzlich stammelst Du nur noch vor Dich hin und kannst Dich an das Gelernte nicht mehr erinnern.

Keine Panik! Wer sich selbst zu viel Druck macht, wird die Prüfungsangst nicht los.

Keine Panik! Wer sich selbst zu viel Druck macht, wird die Prüfungsangst nicht los.

Leider geht es vielen Menschen so. Studien zufolge leiden mindestens 25 Prozent aller Studierenden regelmäßig an Prüfungsangst und auch in Schule, Job und Alltag kann sich die Blockade in bestimmten Situationen breitmachen. Ob im Vorstellungsgespräch, bei der Führerscheinprüfung oder bei einem Vortrag vor einer größeren Menschenmenge – mit unseren Tricks gehört Deine Prüfungsangst hoffentlich bald der Vergangenheit an!

Diese Tipps helfen gegen Prüfungsangst:

  • Gut vorbereiten. Auch wenn Prüfungsangst leider nicht immer nur dann eintritt, wenn man wenig gelernt hat, sondern auch bei bestens vorbereiteten Prüflingen auftauchen kann, hilft es ungemein, wenn Du mit dem Stoff sehr vertraut bist. Vor allem wer erst am Tag vorher lernt, hat wenig Zeit, den Lernstoff richtig zu verinnerlichen und vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis zu verfrachten.
  • Rituale schaffen. Ganz egal, ob beim Lernen oder in der Prüfung selbst, Rituale helfen dabei, sich zu beruhigen und lassen in unangenehmen Situationen Vertrautes entstehen. Das Ritual kann vom Glücksbringer über ein Mantra bis hin zum typischen Vor-der-Prüfung-Frühstück alles sein, was Dir ein Gefühl von Kontrolle vermittelt.
  • Ausreichend Schlaf. Auch wenn Du das Bedürfnis hast, bis zur letzten Minute zu pauken – gönne Dir vor der Prüfung Ruhe und Ablenkung. Am besten ist es, am Prüfungstag selbst gar nicht mehr in den Notizen zu blättern und Sätze auswendig zu lernen. Teile Dir die Lernzeit so ein, dass Du am Tag vorher alles geschafft hast!
  • Beruhigende Gedanken. Prüfungsangst entsteht meist aus dem Gefühl heraus, dass es eine große Katastrophe wäre, in der Prüfung zu versagen. Mache Dir jedoch bewusst, dass die Welt nicht untergeht, wenn man eine Klausur in den Sand setzt und dass man die meisten Prüfungen wiederholen kann.
  • Prioritäten setzen. Viele Prüfungen sind darauf ausgelegt, zu testen, wie der Prüfling unter Zeitdruck arbeitet. Das macht Menschen, die zu Prüfungsangst neigen, noch nervöser. Was, wenn man nicht alles schafft? Daher ist es ratsam, sich in schriftlichen Tests erst einmal alles genau durchzulesen und mit den Fragen zu beginnen, die man leicht beantworten kann.
  • Offen sein. Nicht nur in einer schriftlichen Prüfung ist es möglich, Fragen aufzuschieben. Wenn Du einen Blackout hast und Dir die richtige Antwort partout nicht einfallen will, dann sage dies Deinem Prüfer ganz offen und bitte ihn, erst einmal die nächste Frage zu stellen und auf die vorherige Frage später nochmal zurückzukommen.
  • Nimm Dir Zeit. Am Tag der Prüfung solltest Du Dir genug Zeit für ein ausgewogenes Frühstück nehmen und das Haus rechtzeitig verlassen, um pünktlich und mit einem kleinen Zeitpuffer am Ort der Prüfung ankommen. Dennoch solltest Du es vermeiden, zu lange im Wartezimmer zu sitzen und Dich dort eventuell von anderen Prüflingen verrückt machen zu lassen.
  • Entspann Dich. Es gibt eine Menge kleiner Entspannungsübungen, die Dir in der Prüfung helfen, Deine kreisenden Gedanken wieder auf den Lernstoff zu richten. Ein Geheimtipp ist, bewusst für einige Minuten mit den Zehen zu wackeln. Das erfordert nicht nur einen Teil der im Gehirn geblockten Energie, sondern löst auch die durch die Prüfungsangst auftretende Muskelanspannung. Was ebenfalls hilft: Balle die Hände abwechselnd zur Faust und entspanne sie dann wieder.
  • In der Prüfung ist nach der Prüfung. Wenn Du wegen Deiner Prüfungsangst gerade mal wieder keinen klaren Gedanken fassen kannst, dann male Dir das tolle Gefühl aus, das Du haben wirst, wenn Du die Prüfung hinter Dir hast. Stelle Dir vor wie Du stolz Deine Eltern oder Deine beste Freundin anrufst und von der erfolgreichen Prüfung berichtest. Nach ein paar Minütchen positiven Denkens kannst Du Dich bestimmt gleich viel besser auf den Prüfungsstoff konzentrieren.
  • Hole Dir Hilfe. Wenn nichts anderen klappt und Du auch trotz unserer Tipps in jeder Prüfung die Nerven verlierst, dann kannst Du Dir auch professionelle Hilfe holen. Prüfungsangst kann man nämlich – wie andere Ängste auch – behandeln lassen.

Hier haben wir ein paar Tipps, wie Du Dein Selbstbewusstsein stärken kannst. Denn wer selbstbewusst in eine Prüfung geht, neigt weniger zu Prüfungsangst als unsichere Menschen.

Bildquelle: iStock/Antonio_Diaz

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