Praktikum: Alles rund ums Praktikum

Praktikum: Frau unterschreibt Vertrag

Ein Praktikum will gut geplant sein.

Ein Praktikum während des Studiums ist mittlerweile unumgänglich – so lautet immer wieder die Empfehlung. Worin genau der Nutzen eines Praktikums, worin aber auch die Probleme liegen, könnt Ihr hier nachlesen. Außerdem haben wir für Euch mal zusammengefasst, was Ihr über Eure Rechte und Pflichten im Praktikum wissen solltet.

Studieren macht Spaß, keine Frage. Aber oft fragt man sich doch, wozu man den ganzen Kram eigentlich lernen muss. Das Ganze ist doch sehr theoretisch. Und kennen wir nicht auch alle die unliebsame Frage von Verwandten “was man denn vorhat, damit anzufangen”? Ein Praktikum lockert nicht nur den Unialltag auf, ein Praktikum kann auch eine gute Orientierungsmöglichkeit sein, was man will – und was nicht!

Praktikum – wie, wo und warum?

In vielen Studiengängen sind Praktika fester Bestandteil des Studienverlaufs. Damit ist Euch die Entscheidung für oder gegen ein Praktikum schon einmal abgenommen. Nicht immer sind Praktika im Studium vorgeschrieben – trotzdem wird in vielen Fächern dringend dazu geraten, während des Studiums freiwillige Praktika zu absolvieren. Warum? Ganz klar, Praktika können eine gute Orientierungshilfe für Eure beruflichen Perspektiven bieten. Das ist vor allem in den geisteswissenschaftlichen Fächern wichtig, da das Studium hier ja meist sehr theoretisch aufgebaut ist. Viele, die „aus der philosophischen Ecke“ kommen, streben kreative Berufe in den Medien an. Gerade in diesem Bereich ist ein Praktikum unumgänglich und kann nicht zuletzt auch Türöffner für die Zeit nach dem Studium sein. Unternehmen stellen nicht selten Absolventen ein, die sie schon aus einem früheren Praktikum kennen. Die Vorteile eines Praktikums liegen also auf der Hand: Praktika bieten Euch Gelegenheit, Einblicke in die Arbeitswelt nach dem Studium zu erhalten, Euch beruflich zu orientieren und während des Praktikums wichtige Kontakte zu knüpfen.

Praktikum – Qualität geht vor

Ihr solltet Praktika jedoch nicht wahllos aneinander reihen – das kann in einem Lebenslauf eher Verwirrung stiften. Wichtig ist, dass Ihr Euch darüber im Klaren seid, was Ihr mit einem Praktikum erreichen wollt. Was erwartet Ihr von dem Praktikum, was wollt Ihr im Praktikum lernen? Es ist wichtig, dass das Praktikum einen klaren Bezug zu Eurem angestrebten Berufsfeld hat. Es geht bei dem Praktikum schließlich darum, herauszufinden, ob Ihr auf dem richtigen Weg seid, oder ob nicht doch noch eine Kursänderung nötig ist. Und außerdem wollt Ihr ja während des Praktikums auch etwas lernen, von dem Ihr später tatsächlich profitieren könnt. Und auch, wenn viele Praktika viel Erfahrung bedeuten: es müssen nicht zwanzig Stück sein. Qualität geht vor Quantität. Wenn Ihr Eure Praktika sorgfältig auswählt, können zwei bis drei während des Studiums schon ausreichen. Die sollten aber nicht zu kurz ausfallen. Wer wirklich Erfahrungen sammeln möchte, sollte eine Dauer von mindestens zwei Monaten für ein Praktikum einplanen.

Fragen rund um das liebe Geld während eines Praktikums

Wer zu den Glücklichen gehört, die ein bezahltes Praktikum an Land gezogen haben (was nicht selbstverständlich ist – gerade in den Bereichen Kultur und Medien sind Praktika häufig unbezahlt), der stellt sich früher oder später auch die leidige Frage: Wie ist das eigentlich mit Steuern und Sozialabgaben beim Praktikum? Die folgenden drei Punkte solltest Du in Bezug auf Finanzielles beim Praktikum beachten.

1. Pflichtpraktikum oder freiwillig?
Wenn das Praktikum ein Pflichtpraktikum ist, das im Rahmen des Studiums durchgeführt werden muss, ist dieses sozialabgabenfrei – unabhängig von Verdienst und Arbeitszeit. Ist das Praktikum freiwillig, sieht das Ganze etwas anders aus. Es kommt darauf an, wann man es macht, wie lange es ist und ob man etwas verdient.

2. Verdiene ich beim Praktikum über 400 Euro?
Wenn unter 400 Euro verdient werden, dann ist es auf jeden Fall abgabenfrei. Verdient man bei einem freiwilligen Praktikum mehr als 400 Euro, kommt es darauf an, wie lange man es ableistet. Je nach Länge wird das Praktikum dann als Job oder Nebenjob gehandhabt – da machen die Finanzämter keinen Unterschied – und man muss Sozialabgaben leisten.

Wann mache ich das Praktikum?
Das bedeutet im Klartext: Wird das Praktikum zur Hauptbeschäftigung des Studenten? Findet das Praktikum in
den Semesterferien und nur dann statt, fallen keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung auf den Verdienst an. Wer mehr als 400 Euro monatlich verdient, muss aber Beiträge in die Rentenversicherung zahlen. Findet das Praktikum aber auch außerhalb der Semsesterferien statt, werden die Regeln strenger. Man darf nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten, sonst zahlt man die vollen Sozialabgaben. Der Grund ist ganz einfach: Arbeitet man mehr, nimmt das Finanzamt an, dass man nicht mehr genug Zeit zum Studieren hat. Das Praktikum somit zur Haupt- und das Studium zur Nebenbeschäftigung wird.

Abgaben an die Einkommenssteuer werden erst fällig, wenn Ihr im Monat mehr als 889,50 Euro verdient.

Bekomme ich weiter BAföG trotz Praktikum?

Auch beim BAföG muss wieder zwischen freiwilligen und Pflichtpraktika unterschieden werden. Bei letzterem dürft Ihr nur 920 Euro im Jahr behalten. Wenn Ihr darüber hinaus Einnahmen habt, werden Euch pro verdienten Euro 80 Cent vom BAföG abgezogen. Bei einem freiwilligen Praktikum sieht die Sache schon ganz anders aus. Hier wird das Bafög nur dann gekürzt, wenn Ihr im Jahr insgesamt mehr als 4200 Euro verdient. Das bedeutet, dass Ihr pro Monat 350 Euro dazu verdienen könnt, ohne dass Euer BAföG davon betroffen ist.

Rechte und Pflichten im Praktikum

Im Normalfall gibt es bei jedem Praktikum einen schriftlichen Vertrag, der Eure Aufgaben, Rechte und Pflichten dokumentiert – vorgeschrieben ist das allerdings nicht! Sollte es bei Eurem Praktikum also keinen Vertrag geben, ist es auf alle Fälle ratsam, den Arbeitgeber darum zu bitten. Dies ist wichtig, um böse Überraschungen zu vermeiden. In einem Praktikumsvertrag werden grundsätzliche Dinge wie Arbeitszeit und Vergütung festgehalten, aber auch konkrete Inhalte und Aufgaben. Auf die könnt Ihr Euch berufen, wenn Ihr im Praktikum zum Beispiel nur als wandelnde Kopiermaschine eingesetzt werdet!

Habe ich beim Praktikum Anspruch auf ein Zeugnis?

Ein Arbeitszeugnis nach Abschluss des Praktikums ist sehr wichtig für folgende Bewerbungen. Auf dieses könnt Ihr im Gegensatz zum Vertrag auch bestehen! Es gibt einfache Praktikumszeugnisse, die nur die wichtigsten Angaben enthalten: Art und Dauer des Praktikums, Aufgaben und erworbene Fertigkeiten. Ihr könnt aber auch um ein so genanntes qualifiziertes Praktikumszeugnis bitten, das auch eine Bewertung Eurer Leistung während des Praktikums enthält. So ein Zeugnis ist heutzutage der Normalfall.

Bin ich beim Praktikum zu Überstunden verpflichtet?

Auch für ein Praktikum gelten die ganz normalen Bedingungen: Täglich darf nicht mehr als acht Stunden gearbeitet werden. In Ausnahmefällen darf der Arbeitnehmer aber auch verlangen, dass Ihr bis zu zehn Stunden arbeitet – allerdings darf der Durchschnitt von acht Stunden nicht dauerhaft überschritten werden. Ab einer Arbeitszeit von sechs Stunden täglich habt Ihr übrigens Anspruch auf eine Pause von mindestens einer halben Stunde!

Kann ich beim Praktikum Urlaub nehmen?

In Pflichtpraktika habt Ihr leider keinen Anspruch auf Urlaub, da diese Bestandteil Eurer Ausbildung sind. Bei einem freiwilligen Praktikum habt Ihr wie in jedem anderen studentischen Arbeitsverhältnis ein Recht auf Urlaubstage, in denen auch das Gehalt weiterhin gezahlt werden muss. Allerdings tritt hier der Urlaubsanspruch auch erst ab einer bestimmten Praktikumszeit in Kraft.

Und wenn mir das Praktikum nicht gefällt – kann ich dann einfach kündigen?

Grundsätzlich besteht natürlich immer die Möglichkeit, ein Praktikum vorzeitig zu kündigen. Allerdings müsst Ihr in der Probezeit eine Frist von zwei Wochen, danach von vier Wochen einhalten. In Ausnahmefällen kann das Praktikum auch früher beendet werden – dann aber nur mit dem guten Willen des Arbeitgebers und mit einem Auflösungsvertrag.

Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps eine erste Orientierungshilfe für einen erfolgreichen Start ins Praktikum geben konnten!


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