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Studentenjobs: So kannst Du neben dem Studium Geld verdienen

Geldbörse mit Euroscheinen

Geld verdienen neben dem Studium

Jeder Student, der kein Höchsatz Bafög-Bezieher ist, hat vermutlich das gleiche Problem: Man ist dauerhaft pleite und weiß nicht, wie man das Studium finanzieren soll! Nicht nur, dass die Studiengebühren in jedem neuen Semester ein riesiges Loch in den Geldbeutel brennen. Da sind auch noch die klitzekleinen übrigen Kosten wie Miete, Essen, Telefonrechnung (oder hier und da mal ein Fruchtcocktail), die bewirken, dass man spätestens Mitte des Monats keinen Cent mehr in der Tasche hat. Da hilft nur eins: Studentenjobs!

Doch wenn man sich dazu entschließt, neben dem Studium ein bisschen zu arbeiten, und sich über Studentenjobs informiert, tun sich plötzlich ganz neue Welten von Begriffen auf, die zwar alle etwas anderes bedeuten, die man jedoch stets in einen Topf wirft.
In einer Anzeige wird beispielsweise für einen „Minijob“ geworben, während wenige Zeilen darunter ein „Werkstudent“ gesucht wird und in der Uni eine Stelle für eine „studentische Hilfskraft“ aushängt. Doch wo ist nun der Unterschied zwischen diesen drei Arten eines Studentenjobs?

Studentenjobs: Minijob – Was ist das genau?

Das Kennzeichnende eines Minijobs ist, dass man kein Student sein muss, um diese Beschäftigung auszuführen. Es handelt sich dabei um eine geringfügige Tätigkeit und zählt nicht direkt zu den Studentenjobs. Das heißt, das Arbeitsentgelt darf die regelmäßigen 400 Euro im Monat nicht übersteigen. Auch ein Arbeitsverhältnis, das auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist, wird als „Minijob“ bezeichnet. Ihr seid in diesem Fall von Steuern und Sozialabgaben befreit. Der Arbeitgeber hingegen muss pauschal 30% Abgaben vom Arbeitsentgelt zahlen. Davon gehen 15% an die Renten- und 13% an die Krankenversicherung. Die restlichen 2% sind Steuern.
Wenn ein Erdbeermädel einen Verdienst zwischen 400,01 Euro und 800 Euro erhalten sollte, spricht man von einem Niedriglohnjob, für den gesonderte Bestimmungen gelten.
Trotz der Krankenversicherungs-/Rentenversicherungspauschale ist ein Erdbeermädel durch Minijobs leider nicht krankenversichert. Die Versicherung muss bei dieser Art des Studentenjobs freiwillig oder durch öffentliche Kassen übernommen werden. Dafür werden aber immerhin die pauschalen Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung dem Rentenkonto des Arbeitnehmers gutgeschrieben.

Studentenjobs: Werkstudent – Was bedeutet das genau?

Die zweite Möglichkeit eines Studentenjobs besteht darin, als Werkstudent zu arbeiten. Diese Bezeichnung gilt einer Person, die neben dem Studium maximal 20 Stunden pro Woche während der Vorlesungszeit arbeitet und dabei ein Gehalt bezieht. Der Unterschied zu einem normalen Nebenjob ist die fachliche Nähe zum Studium. Die theoretischen Kenntnisse, die ein Erdbeermädel in ihrem Studium erworben hat, kann sie so bei der Ausübung ihres Studentenjobs in die Praxis umsetzen.

Eine Beschäftigung als Werkstudent ist vor allem aus den Ingenieurfächern und den Naturwissenschaften, wie der Chemie, bekannt. Aber auch Erdbeermädels unter Euch, die angehende Juristinnen oder Studierende der Kommunikationswissenschaften oder des Marketings sind, können entsprechende Werkverträge bekommen.

Das Positive an diesem Studentenjob ist, dass die Arbeitgeber in der Regel Unterstützung bei Fach- und Diplomarbeiten anbieten. Außerdem nutzen Viele die Möglichkeit, Werkstudenten einzustellen, da sie so potentielle Nachwuchskräfte durch Studentenjobs an ihr Unternehmen heranführen können. Die Bezahlung richtet sich nach den Regelungen des für den Betrieb geltenden Tarifvertrags.

Einer Umfrage zufolge arbeiten mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Studenten. Die meisten allerdings halten sich mit Studentenjobs über Wasser, die mit den Inhalten ihrer universitären Ausbildung nichts zu tun haben. Da kann ein Werkvertrag schon sinnvoll sein.

Studentenjobs: Studentische Hilfskraft

Eine andere Möglichkeit, mit Studentenjobs Geld zu verdienen, ist, innerhalb der Universität zu arbeiten.

Hochschulen suchen immer wieder studentische Hilfskräfte, die unterstützende Tätigkeiten in Lehre, Forschung und Service verrichten. Diese Tätigkeiten eines solchen Studentenjobs reichen meist von Sekretariatsaufgaben wie dem Anfertigen von Kopien und Heraussuchen verschiedener Bücher aus der Bibliothek, über die eigenständige Leitung von Tutorien und Übungen, bis hin zur Unterstützung oder Mitarbeit bei Forschungsprojekten. Kontakte zur Besetzung studentischer Hilfskraftstellen ergeben sich oft in Seminaren oder Vorlesungen, einige werden auch ausgeschrieben. Meist suchen sich Hochschullehrer aber gern Studenten aus, die ihnen bereits positiv aufgefallen sind.

Die Arbeitszeit dieses Studentenjobs ist auf höchstens 80 Stunden pro Monat begrenzt, was mit der Arbeitszeit eines Werkstudenten gleichzusetzen ist. Die Vergütung wird meist vom Bundesland, teilweise auch von der Hochschule festgelegt. Der seit 1993 geltende Bundesangestelltentarifvertrag setzt einen Stundenlohn von 8,06 Euro fest. Viele Bundesländer (außer Berlin und Hessen) haben den Tarif allerdings inzwischen gesenkt. Am schlimmsten hat es die Erdbeermädels aus Bayern getroffen: Das Land zahlt hier nämlich für soche Studentenjobs nur einen Stundenlohn von 6,50 Euro!

Um als studentische Hilfskraft beschäftigt werden zu können, muss ein Erdbeermädel mindestens schon zwei Semester in einer Universität eingeschrieben sein. Viele Hochschullehrer setzen für die Studentenjobs nämlich bestimmte Vorkenntnisse voraus, die im Laufe des Studiums erworben werden. Studenten, die mittlerweile wissen, wie die Organisation in einer Universität abläuft, vermitteln natürlich einen durchaus kompetenteren Eindruck als das meist noch unsichere Auftreten eines Erstsemester-Studenten.

Der Begriff „Studentische Hilfskraft“ wird jedoch nicht nur für Studentenjobs im Zusammenhang mit Hochschulen benutzt. Viele Arbeitgeber, die auf der Suche nach einer Teilzeitkraft sind, schreiben Anzeigen für studentische Aushilfen aus. Häufig wenden sie sich mit ihren Stellenangeboten, die von Nachhilfs- und Haushaltsjobs bis hin zu Arbeiten im Gastronomie- oder Marketingbereich reichen, an das Studentenwerk der Universitäten. Diese hängen die Stellengesuche dann meist am Schwarzen Brett aus und verhelfen somit Arbeit suchenden Studenten zu einem kleinen Nebenverdienst. Nach dem Sozialrecht sind studentische Arbeitskräfte in Teilzeit tätig und nicht versicherungspflichtig. Dadurch sparen die Arbeitgeber viel Geld und stellen grundsätzlich gern Studierende ein.

Wichtig ist dabei nur, dass der jährliche Steuerfreibetrag von 7664 Euro mit dem Verdienst des Studentenjobs nicht überschritten wird. Sonst heißt es nämlich: Lohnsteuer zahlen. Und welches Erdbeermädel unter uns gibt schon freiwillig ihr hart verdientes Geld wieder her?

 

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