Studienabbruch und trotzdem erfolgreich

Studienabbrecher � was kommt jetzt

Was soll ich nur tun – abbrechen oder doch
weiterstudieren?

Was haben Bill Gates, Barbara Schöneberger und Brad Pitt gemeinsam? Richtig: alle drei sind in ihrem Job ziemlich erfolgreich, müssen sich um ihre finanzielle Zukunft vermutlich keine Sorgen mehr machen – und haben ihr Studium abgebrochen.
Trotz des Studienabbruchst haben Sie eine glänzende Karriere hingelegt. Wie kann das sein? Ist der berüchtigte Studienabbruch etwa doch kein Karriere-Killer? Oder schauen wir hier auf prominente Ausnahmefälle? Wir geben Euch einen Einblick in das schwierige Thema Studienabbruch.
EDenn eines bedeutet der Studienabbruch in jedem Fall: Veränderung!

Studienabbruch – Wieso weshalb warum?

Nur ungern geben die deutschen Hochschulen genaue Zahlen zum Studienabbruch bekannt. Laut einer Studie des Hochschul-Informationssystems (HIS) brechen 25 Prozent aller Studenten ihr Studium ab – diese Zahl bereitet den Bildungspolitikern ziemlich heftiges Kopfzerbrechen.

Besonders oft sind es die Sprach- und Kultur-Wissenschaftler, die von einem Studienabbruch betroffen sind: 45 Prozent geben ihr Studium mehr oder weniger freiwillig auf. Gleichzeitig sind Sprach- und Kulturwissenschaften aber auch die beliebtesten Studienfächer mit der größten Zulaufquote. Auch 38 Prozent der Informatiker entscheiden sich für einen Studienabbruch, um doch lieber etwas anderes zu machen als am PC zu basteln. Den dritten Platz im Studienabbruch-Ranking belegen die Sozialwissenschaftler: 36 Prozent beschließen, die Uni zu verlassen.

Studienabbruch – warum?

Die Ursachen für einen Studienabbruch sind vielfältig. Der bekannteste liegt wohl in der Wahl des falschen Studiengangs. Dieser Grund ist mittlerweile alles andere als verwunderlich. So hat der frisch gebackene Abiturient gerade stolz die Schule verlassen, steht er gleich vor der nächsten Herausforderung: Die deutsche Studienlandschaft ist verführerisch, aber mindestens genauso unüberschaubar – das perfekte Studium zu finden, ist schwierig. Welcher ahnungslose Schulabgänger kann schon guten Gewissen behaupten, er könne sich mit Medienrecht, Internationalem Management oder Kommunikationsdesign identifizieren? Welche Vorlesungen stecken überhaupt hinter diesen unbekannten Versuchungen und wer kann voraus sagen, wie praxisnah oder -fern der Studiengang ist? Die behütende Oberstufe bereitet ihre Schützlinge jedenfalls kaum auf das vor, was sie nach dem Abschlussball erwartet. Eine häufige Folge ist der Studienabbruch.

Studienabbruch: Interdisziplinäre Studiengänge machen`s schwer

Vor allem die “interdisziplinären” Studiengänge machen es schwer, ein klares Berufsbild zu erkennen und verleiten daher oft zu einem Studienabbruch. Interdisziplinär, so werden die Studiengänge genannt, aus denen kein konkreter Berufstyp hervorgeht – Gegensätze sind zum Beispiel Medizin (= Mediziner, Arzt), Jura (= Jurist, sprich Richter, Rechts- oder Staats-Anwalt) oder Studiengänge auf Lehramt (= Lehrer). Wo aber arbeitet ein Anglist, ein Soziologe oder ein Philosoph? Leider schützt Unwissenheit nicht vor Fehlern, und so stellt man erst im fortgeschrittenen Semester fest, dass das, was man gerade mühsam Woche für Woche lernt, offensichtlich so gar nicht dem entspricht, was man eigentlich machen möchte oder sich vorgestellt hat und so entschließt man sich letztendlich zu einem Studienabbruch.

Auch die Hochschule kann enttäuschen: Schlechter Ruf, mangelnde Betreuung, überfüllte Hörsaale und teure Studiengebühren schrecken immer mehr von einem Studium ab und führen in einigen Fällen auch zum Studienabbruch. Es locken andere Universitäten mit glänzendem Image und neuen Herausforderungen, lukrative Unternehmen bieten spannende Ausbildungen und duale Abschlüsse.

Es ist also gar nicht so leicht, sich aus dem riesigen Angebot der Studiengänge und Universitäten das Passende raus zu picken. Allerdings lernt man ja bekanntlich auch aus Fehlern, so sollte die zweite Studienwahl nach dem Studienabbruch etwas leichter fallen.

Noch ein Grund zum Studienabbruch: die Studiengebühren!

Spätestens mit Einführung der heiß diskutierten Studiengebühren in einigen Bundesländern gibt es einen weiterer Grund für einen frühzeitigen Studienabbruch: Die Lebenskosten steigen, kurzerhand wird eine Kellnerschicht mehr eingelegt, eine Vorlesung gestrichen, eine Prüfung wird aufs nächste Semester verschoben – und ehe man sich versieht steckt man bis zum Hals im Schlamassel. Wir raten: nebenbei jobben ist vollkommen in Ordnung, allerdings sollte man nicht das Ziel, den Studienabschluss, aus den Augen verlieren. Sollten finanzielle Probleme als Aus für Euer Studium drohen, ist eventuell BAFöG Eure Rettung – und allemal attraktiver als ein Studienabbruch.

Studienabbruch wegen Heimweh?

Vielleicht zwingen Euch aber auch Heimweh, gesundheitliche oder private Probleme zu einem Studienabbruch. Auch der sich ewig wandelnde Arbeitsmarkt stellt eine Belastung dar – was nützen einem die besten Noten, wenn nur ein kleiner Teil der Absolventen auf ein geregeltes Einkommen hoffen kann? Da ist ein Studienabbruch manchmal eben lukrativer.

Studienabbruch: Under Pressure

Der Druck ist hoch, die Verzweiflung steigt. Eines steht fest: So kann es nicht weitergehen! Bevor Ihr Euch jedoch dazu entschließt, den Studienabbruch durchzuziehen, solltet ihr Euch in jedem Fall über Alternativen informieren. Diese stehen Euch immer offen – nehmt Euch die Zeit herauszufinden, was Ihr wirklich machen möchtet – sei es durch Praktika, Schnuppervorlesungen oder vielleicht einem Auslandsaufenthalt, in dem Ihr Euch in Ruhe darüber klar werden könnt, was Ihr nach dem Studienabbruch machen wollt. Für eine Berufsausbildung, einen neuen Studienanfang oder einen Branchenwechsel ist es nie zu spät. Unterhaltet Euch doch einmal mit etwas älteren Leuten, die schon voll im Berufsleben stehen – sicher werdet Ihr das ein oder andere mal hören “Hätt ich damals doch…”.

Wer hilft beim Studienabbruch weiter?

Es gibt auch eine Menge Einrichtungen, die Euch beim Studienabbruch unterstützen und beraten. So könnt Ihr Euch zum Beispiel an das Berufsinformationszentrum (BIZ), Euer Studentenwerk oder unsere Erdbeerjob-Expertin Steffi wenden.
Ein Studienabbruch ist kein Weltuntergang und auch kein Karrierekiller – viele Unternehmen schätzen sogar die gesammelte Erfahrung und befürworten die soziale Kompetenz, entscheiden zu können, was wirklich wichtig ist. Natürlich macht sich ein Studienabbruch im Lebenslauf nicht besonders gut – dafür habt Ihr im Bewerbungsgespräch die Möglichkeit, Euch selbstbewusst und selbstkritisch zu präsentieren – Menschlichkeit wird oft mehr geschätzt als erzwungene Perfektion.
Zahlreiche Karrieren beweisen: Es ist fast unmöglich, auf Anhieb das Richtige zu finden und ein Studienabbrucht nicht das Aus für eine Karriere.

Am besten sprecht Ihr in aller Ruhe mit Eurer Familie, Eurer besten Freundin, Eurem Freund und befragt zu guter letzt Euer Gewissen, wie Ihr nach dem Studienabbruch weiter vorgehen wollt. In so einer schwierigen Situation solltet Ihr auf jeden Fall nicht allein bleiben, sondern Euch Unterstützung holen.

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  • Theanou am 03.12.2016 um 13:00 Uhr

    Das Problem in den Lehramtsstudengängen ist auch, dass bspw. in Religion in einigen Bundensländern eine gute Grundlage reicht, in anderen jedoch fast ein theologisches Vollstudium hingelegt werden muss. In dem einen Bundesland geht eine Fächerkombi, die in einem anderen nicht geht. Das ist auch verwirrend und lässt Frust entstehen

    Antworten
  • Elementarteil am 23.11.2009 um 11:30 Uhr

    es ist dicher fürchterlich für jemand, der studiert und eig nicht weiß wo das alles hinführen soll @menakshi ... ich kann das sehr gut nachvollziehen. es muss grausam sein ....

    Antworten
  • Abby am 02.06.2009 um 07:32 Uhr

    Ich denke man muss sich wohl fühlen in seiner Haut und dazu gehört auch das Studium. Wenn man sich nicht gut fühlt, dann sollte man sich was neues suchen. Abbrechen, bevor man was anderes hat, sollte man aber besser nicht tun.

    Antworten