Bachelor

Studienabschluss

Frau im Talar

Welchen Studienabschluss sie wohl gemacht hat?
Bachelor, Magister oder doch Diplom?

Studium ist nicht mehr gleich Studium: Seit der so genannten Bologna-Reform weiß keiner mehr so richtig, welche Studienabschlüsse es gibt und wieviel sie wert sind. Bachelor, Master, Diplom, Staatsexamen, Magister… im Wald sieht man vor lauter Abschlüssen oft gar nicht mehr, was eigentlich hinter den Titeln steckt. Höchste Zeit, ein bisschen Licht in den dunklen Studienabschluss-Dschungel zu bringen!

Studienabschluss Bachelor

Der Bachelor ist mittlerweile der geläufigste Abschluss. Er ersetzt die Diplom- und Magisterstudiengänge, die ab jetzt nicht mehr angeboten werden. Die Idee hinter dem Bachelor ist, dass das Studium kürzer, dafür aber praxisorientierter ist.

Ein Bachelorstudium hat normalerweise sechs Semester Regelstudienzeit und ist somit drei bis vier Semester kürzer als die alten Magister- und Diplomstudiengänge. Deswegen sind die Stundenpläne von Bachelorstudenten meist viel voller und straffer strukturiert als die der älteren Studenten. Neu an diesem Studium ist die Modularisierung. Module sind einheitliche, in sich geschlossene Studieneinheiten, die mit einer Klausur enden. Diese Studieneinheiten bestehen aus Vorlesungen und Seminaren zu einem Thema, deren Stoff dann abgefragt wird.

Es gibt verschiedene Arten des Bachelorstudiums. Je nach Fach und Uni studiert man entweder nur ein Fach oder ein Hauptfach mitsamt Nebenfach. Um die fachliche Richtung Eures Studiums zu kennzeichnen, gibt es verschiedene Bachelor-Titel: Der Bachelor of Arts (BA) bezeichnet meistens geistes- und sozialwissenschaftliche Abschlüsse, der Bachelor of Science (BSc) steht für einen naturwissenschaftlichen Studiengang und der Bachelor of Engineering (BEng) ist ein Abschluss in Ingenieurwissenschaften.

Die Bachelor-Abschlüsse gibt es erst seit ein paar Jahren, deswegen sind sie noch nicht sehr angesehen. Die Diplom- und Magisterstudiengänge bringen durch ihre längere Studiendauer zunächst einmal mehr Qualifikationen und Wissen mit sich. Um das auszugleichen, werden beim Bachelor Studium auch sogenannte „Schlüsselqualifikationen“ vermittelt, das sind berufsübergreifende Kompetenzen die in jedem Beruf gebraucht werden, wie z.B. Zeitmanagement.

Mit einem Bachelor-Studienabschluss könnt Ihr grundsätzlich auch einen Master machen. Allerdings spielen dabei auch noch Euer Studienfach und Eure Endnote eine große Rolle. Im Gegensatz zu Abschlussarbeiten und –klausuren, wie es sie bei Diplom- und Magisterstudiengängen gibt, zählen beim Bachelor auch die während des Studiums erworbenen „Credit Points“. Die Bachelorarbeit macht nur noch einen geringen Teil der Endnote aus, so dass auch schon vom ersten Semester im Studium an jede Note zählt.

Studienabschluss Master

Der Master dient zur Vertiefung eines Fachgebiets. Wenn man z.B. Germanistik mit dem Bachelor abgeschlossen hat, kann man sich im Master auf ein Studium für „Neuere Deutsche Literatur“ festlegen und nur noch Kurse aus diesem Bereich besuchen. Im Gegensatz zum Bachelor soll der Master nicht direkt zu einem Einstieg ins Berufsleben führen, sondern dient eher einer Karriere in der Forschung und vertieft die theoretischen Aspekte des Studienfaches.

Ein Master Studium dauert je nach Hochschule und Fach zwei bis vier Semester. Wie auch beim Bachelor wird der Titel mit Anhängen wie „of Arts“, „of Science“ etc. spezifiziert. Der Master baut immer auf anderen Studiengängen auf und hat in der Regel strenge Zulassungsregeln, da es oft mehr Bewerber als Plätze gibt.

Studienabschluss Staatsexamen

Das Staatsexamen müssen diejenigen ablegen, die Medizin, Jura oder Lehramt studieren. Mit der Prüfung will der Staat sicher gehen, dass angehende Ärzte, Juristen und Lehrer in ganz Deutschland alle auf dem gleichen hohen Niveau sind, um so die Qualität ihrer Arbeit zu sichern. Um einen richtigen Abschluss zu bekommen, muss man zwei Staatsexamina ablegen. Zwischen der ersten und der zweiten Prüfung gibt es eine praktische Phase wie das Referendariat.

Durch den Bologna-Prozess ist auch das Staatsexamen in Frage gestellt und wird von den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich gewertet. Wenn Du also Jura, Medizin oder auf Lehramt studieren willst, solltest Du Dich vorher informieren, wo welche Regelungen und Abschlüsse in den jeweiligen Fächern gelten.

Studienabschluss Diplom

Dieser Abschluss war bis vor kurzem der Standard für viele Studienfächer. Mittlerweile wird er aber genauso wie der Magister durch den Bachelor ersetzt. Dennoch genießt der Titel „Diplom“ vor allem bei naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen immer noch sehr hohes Ansehen.

Ein Diplomstudium dauert in der Regel neun Semester und schließt mit einer Diplomarbeit und einer Prüfung ab. Der häufigste Titel ist der „Diplom Ingenieur (Dipl. Ing.)“.

Studienabschluss Magister

Der Magister (Magister Artrium) ist der ehemalige Abschluss für geisteswissenschaftliche Studiengänge. Dabei werden ein Hauptfach und zwei Nebenfächer oder aber zwei Hauptfächer gewählt. Die Nebenfächer müssen dabei nicht inhaltlich zum Hauptfach passen – man kann zum Beispiel Germanistik, Jura und Theologie studieren. Der Magister bereitet auf keinen spezifischen Beruf vor. Mögliche Arbeitsstätten nach einem geisteswissenschaftlichen Studium sind u.a. die Hochschule, Verlage und Medien. Da auch dieser Abschluss durch den Bachelor ersetzt wurde, kann man keine Magisterstudiengänge mehr beginnen.

Wir hoffen, dass Du Dich jetzt ein bisschen besser im Hochschul-Dschungel zurechtfindest!

Kommentare (2)

  • angelstyle321 am 23.02.2010 um 08:17 Uhr

    Es ist schon wichtig, die Unterschiede zu kennen.

  • Queeny25 am 21.02.2010 um 20:46 Uhr

    Neben Jura, Medizin und Lehramt gibt es noch mind. einen weitern Studiengang, der i.d.R. mit dem Staatsexamen abschließt: Lebensmittelchemie!! Wobei einige Unis es anbieten, den schriftlichen Teil des Staatsexamens als Diplom anerkennen zu lassen. Daran schließt sich dann aber fast immer noch eine Promotion an.