Bauingenieur

Frage: Hallo Steffi, diesen Oktober möchte ich mein Studium beginnen, jedoch schwanke ich zwischen BWL und Bauingenieurwesen. BWL wäre zwar optimal für mich weil ich Rechnungswesen und Mathe sehr bevorzuge aber Bauingenieurwesen interessiert mich irgendwie mehr. Ich weiß aber nicht, ob Bauingenieur zu schwer für mich wird. In der Schule habe ich Physik in der achten Klasse abgewählt. In Chemie war ich auch noch nie eine besonders große Leuchte, nur in Biologie und in Mathe war ich sehr stark. Könntest du mir vielleicht einen Rat geben und mir erzählen, was genau der Schwerpunkt im Bauingenieurwesen ist? VLG Neroscheni

Antwort: Hallo Neroscheni,

wenn Dich zwei Studiengänge gleichermaßen interessieren und Dir auch liegen bist Du eigentlich in einer recht glücklichen Lage. Der einzige Nachteil an Deiner Situation ist, dass Oktober nicht mehr lang hin ist und Du Dich schon bald entscheiden musst. An Unis mit Aufnahmeverfahren könnte die Bewerbungsfrist sogar schon vorbei sein.

Andernfalls hättest Du vor dem Studium einfach mal ein Praktikum bei einer Baufirma machen und so herausfinden können, ob Dir der Beruf liegt. Außerdem ist es immer günstig, Informationen über das Studium, Schwerpunkte und den Berufsalltag aus erster Hand, also von arbeitenden Bauingenieuren, zu bekommen. An einigen – nicht allen – Hochschulen ist ein Vorpraktikum sogar Aufnahmebedingung. Wenn Du Dich nicht entscheiden kannst, würde ich Dir also raten, das Studium erst zum Sommersemester zu beginnen und in der Zeit einmal in beide Berufe „reinzuschnuppern“.

Zu Fragen rund um Themen des Bauingenieurstudiums, Zugang, eine Liste der Universitäten und vieles mehr bietet Dir Werde Bauingenieur eine umfangreiche Informationssammlung. Die meisten Bauingenieure sind echte Allroundtalente, denn die Spezialisierung erfolgt erst relativ spät im Studium. Grundsätzlich kannst Du Dich allerdings zwischen den Schwerpunkten Konstruktiver Ingenieurbau, Allgemeiner Ingenieurbau, Verkehrswesen, Wasserwirtschaft, Geotechnik, Umwelttechnik, Projektmanagement, Baubetriebswirtschaft (vielleicht ein gute Kombination für Dich?) oder Verkehrsplanung entscheiden.

Für tiefere Einblicke ins Studium ist meist ein Blick ins Vorlesungsverzeichnis oder den Modulplan hilfreich. Hier kannst Du bei fast jeder Uni im Vorfeld ganz genau nachschauen, welche Kurse wann belegt werden müssen – oft gibt es sogar schon eine kurze Zusammenfassung zum Kursinhalt und zum vorausgesetzten Kenntnisstand. Hier zum Beispiel der Verlaufsplan der FH Münster und der Studienplan der Technischen Universität Hamburg Harburg.

Wie schwer das Studium nun wirklich wird, kann man schlecht sagen, denn das hängt ganz allein von Deinen Fähigkeiten ab. Sicher ist ein Ingenieursstudium anspruchsvoll, aber wenn Dir Naturwissenschaften liegen (relevant sind vor allem Mathe und Physik, Chemie ist ein kleinerer Teil des Studiums), solltest Du das Studium ebenso gut meistern, wie ein BWL Studium.

Für das Betriebswirtschaftsstudium gelten im Prinzip die gleichen Regeln: schau Dir die Modulpläne der Studiengänge an. Sprich mit Studenten und Absolventen und mache wenn möglich ein Praktikum. Vorlesungen an Universitäten – im Gegensatz zu Seminaren – sind übrigens in der Regel offene Veranstaltungen. Warum also nicht mal im Vorlesungsverzeichnis nachsehen, eine Veranstaltung heraussuchen und probehalber den Stoff hautnah anhören?

Das Studium ist nur ein begrenzter Zeitraum Deines Lebens, mit Deiner Berufswahl musst Du aber eine längere Zeit glücklich sein. Deshalb solltest Du den Beruf nicht danach auswählen, welches Studium einfacher ist, sondern welcher Beruf der Richtige ist.


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