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Motivationsschreiben: Wie geht man es an?

am 13.03.2012 um 14:43 Uhr

Das Motivationsschreiben ist noch nicht allzu bekannt, da es sich um eine relativ neues Element im Bewerbungsverfahren handelt. Dementsprechend ist es wichtig, im Vorfeld zu klären, was ein Motivationsschreiben ist und wozu es dient. Mit unseren Tipps wird Dein Motivationsschreiben ein voller Erfolg!

Ein Motivationsschreiben wird immer wichtiger

Wie geht man das Motivationsschreiben richtig an?

Das Motivationsschreiben fungiert als zusätzliches Element zur Selbstpräsentation im Bewerbungsschreiben. In der Bewerbung folgt das Motivationsschreiben dem Anschreiben und dem Lebenslauf als dritter Teil der Bewerbungsunterlagen. Das Motivationsschreiben bietet die Möglichkeit, das Anschreiben zu ergänzen und besondere Aufmerksamkeit auf Highlights im Lebenslauf zu lenken, oder um die besondere Motivation für genau die angestrebte Position zu erläutern.

Motivationsschreiben als persönlicher Rahmen

Sich bewerben heißt sich präsentieren, sich von der besten Seite zu zeigen und besondere Fähigkeiten und Kenntnisse des Lebenslaufs hervorzuheben. Und vor allem der Lebenslauf ist es, der die Personalchefs interessiert und zeigt, ob der Bewerber in die Position der ausgeschriebenen Stelle passt. Das Motivationsschreiben ist dagegen der beste Weg, den Fakten des Lebenslaufs einen persönlichen Rahmen zu verleihen. Im Motivationsschreiben können Akzente gesetzt, Highlights hervorgehoben und Lücken erklärt werden. Da dieser Teil der Bewerbung nur wenigen formalen Konventionen unterliegt, ist beim Motivationsschreiben ein entsprechender Gestaltungsspielraum gegeben, der aber nicht zu weit gedehnt werden sollte, denn weniger ist meistens mehr. Dennoch sollte jeder Bewerber die Chance nutzen, mit Hilfe von einem Motivationsschreiben die entscheidende Aufmerksamkeit auf sich und die eigenen Qualifikationen zu lenken, um dem persönlichen Vorstellungsgespräch etwas näher zu kommen.

Formalia beim Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben sollte den Umfang einer DIN A4-Seite nicht überschreiten. Es sollte übersichtlich sein und mit Datum, Empfänger- und Absenderadresse versehen sein. Eine Betreffzeile, aber bitte ohne das ausgeschriebene Wort „Betreff“, gliedert das Motivationsschreiben. Sinnigerweise ist das Motivationsschreiben auf die Formatierung des Anschreibens und des Lebenslaufs abgestimmt und besitzt einen Briefkopf mit dem Namen und der Adresse des Absenders.

Der Einstieg ins Motivationsschreiben

Ähnlich wie im Anschreiben sollte man auch im Motivationsschreiben mit einer Begrüßungsformel wie „Sehr geehrte(r)“ starten und bereits im ersten Satz versuchen, die Aufmerksamkeit des Lesers für sich zu gewinnen. Für den Inhalt eines solchen Satzes gibt es selbstverständlich keine formellen Vorgaben. Ein Satz, in dem eine Aussage über die eigene Person getroffen wird, kann genauso passend sein, wie die Beantwortung der Frage, warum man sich für das betreffende Unternehmen interessiert. Aber auch in diesem Fall ist weniger mehr. Man sollte auf Einstiegssätze wie „hiermit bewerbe ich mich“ oder „gerne sende ich anbei meine Unterlagen“ beim Motivationsschreiben lieber verzichten, denn diese gehören in das Anschreiben der Bewerbung.

Der Hauptteil im Motivationsschreiben

Im Hauptteil des Motivationsschreibens sollte man auf keinen Fall den Lebenslauf Punkt für Punkt wiederholen. In dem Motivationsschreiben geht es wirklich nur darum, einzelne wichtige Stationen, Qualifikationen und Erfahrungen in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Beim Motivationsschreiben gilt es, dem Leser zu vermitteln, dass er sich diesen Bewerber unbedingt genauer ansehen muss.

Fragen, die das Motivationsschreiben beantworten sollte

• Warum interessieren Sie sich für diese Stelle?
• Warum möchten Sie gerade in diesem Unternehmen arbeiten?
• Was qualifiziert Sie für diese Stelle?
• Warum sollte man gerade Sie einstellen?

Was gehört noch ins Motivationsschreiben

Aber auch Gehaltsvorstellungen, das Ende des Studiums oder der früheste Einstiegstermin könnten für das Unternehmen wichtig sein und sollten im Motivationsschrieben aufgegriffen werden. Im Motivationsschreiben dürfen sogar wichtige Informationen fett geschrieben, unterstreichen oder kursiv gesetzt werden. Eventuell helfen Aufzählungszeichen beim schnellen Erfassen von Inhalten.

Schlussformel im Motivationsschreiben

Am Ende des Schreibens sollte auf den nächsten Schritt im Bewerbungsverfahren hingewiesen werden, indem man das Schreiben mit einem Satz wie „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr“ beendet. Nicht zu vergessen: die Grußformel und die Unterschrift.

Folgst Du diesen Anweisungen, kann bei Deinem Motivationsschreiben eigentlich nichts mehr schief gehen. Du solltest Dir aber im Klaren darüber sein, dass ein Motivationsschreiben in der Regel freiwillig ist, und wenn Du keine klaren Argumente hast, warum Du Dich auf eine bestimmte Stelle bewirbst, solltest Du die „Dritte Seite“, wie das Motivationsschreiben auch heißt, lieber weglassen. Das gilt natürlich nicht, wenn das Motivationsschreiben vom Unternehmen ausdrücklich gewünscht ist.

Bildquelle: iStock/mheim3011

Kommentare (6)

  • keksi37 am 14.10.2014 um 10:20 Uhr

    Ich musste noch nie ein motivationsschreiben schreiben, mein bruder allerdings schon öfter. sogar auf englisch. Der hatte sich vorlagen im internet rausgesucht und sich daran orientiert. motivationsschreiben finde ich für ne bewerbung gar nicht schlecht, da kann man dem arbeitgeber noch mal genau schildern, was man besonders gut kann!

  • ModeGoettin86 am 20.08.2013 um 11:07 Uhr

    Das Motivationsschreiben ist auch so eine Sache, über die ich mir immer den Kopf zerbreche.

  • Marilyn am 21.11.2012 um 10:18 Uhr

    Ich finde am Motivationsschreiben gut, dass man nochmal den Grund hervorheben kann, warum man denkt, dass man gut zum Job passt. Oft ist das doch viel wichtiger, als irgendwelche Schulnoten oder Qualifikationen. Wenn der Arbeitgeber aus dem Motivationsschreiben erkennt, dass ich mich selbst im Job einbringe, ist das doch wunderbar.

  • ballonfrau am 26.07.2012 um 12:33 Uhr

    War mir gar nicht klar, dass beim Motivationsschreiben auch eine Anrede sein muss.

  • HohesC23 am 16.03.2012 um 11:37 Uhr

    Also irgendwie habe ich den Unterscheid zwischen einem Motivationsschreiben und einem Anschreiben auch noch nicht ganz verstanden...

  • wellyelly am 13.03.2012 um 13:43 Uhr

    Gut zu wissen! Ich muss derzeit Bewerbungen schreiben und das Unternehmen wünscht ein Motivationsschreiben. Trotzdem finde ich, dass das Motivationsschreiben dem normalen Anschreiben sehr ähnlich ist oder liege ich da falsch?