Unterfordert

Boreout – krank vor Langeweile im Job

Cindy Boehmeam 03.05.2016 um 13:24 Uhr

Burnout ist mittlerweile eine anerkannte Erkrankung, die vielen bekannt ist. Wer sich überfordert oder -arbeitet fühlt, kann durch den empfundenen Stress krank werden. Doch auch diejenigen, die sich auf Arbeit unterfordert fühlen, können darunter psychisch und körperlich leiden. Das Ganze wird dann Boreout genannt.

Boreout ist im Prinzip das Gegenstück zu Burnout, der körperlichen und geistigen Erschöpfung. Doch obwohl dieses Syndrom ebenso verbreitet ist, wie die Erschöpfung durch Überarbeitung, ist es wesentlich weniger bekannt. Wer an Boreout leidet, ist in seinem Job gelangweilt und beziehungsweise oder unterfordert.

Ähnliche Symptome bei Burnout und Boreout

Vermutlich ist der Begriff Boreout erst seit 2007 eine feststehende Wendung. In diesem Jahr wurde das Buch „Diagnose Boreout” veröffentlicht, das man auch bei Amazon kaufen kann. Die Autoren beschreiben, wie Angestellte aus Langeweile im Job krank werden können. Was interessant ist: Die Symptome von Boreout- und Burnout-Syndrom sind sehr ähnlich, auch wenn ihre Ursachen verschieden sind. Auftretende Beschwerden sind unter anderem:

  • Probleme beim Schlafen
  • psychosomatische Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Durchfall
  • hohe Anfälligkeit für Erkältungen
  • Depressionen
boreout

Was soll man tun, wenn die Langweile im Büro zur Zerreißprobe wird?

Während Burnout als Krankheit anerkannt wird und Stress eine Ursache ist, die man für eine Krankheit akzeptieren kann, wird Boreout oft abgetan. Wenn man sich auf Arbeit langweilt, habe man schließlich ein Luxusproblem und solle sich eben eine Aufgabe suchen, heißt es oft. Es besteht häufig die Meinung, dass diejenigen, die unter krankmachender Langeweile leiden, selbst Schuld hätten an ihrer Situation. Doch was bleibt Betroffenen schon übrig, wenn sie mit ihrem Chef geredet haben und sie sich danach noch immer langweilen? Viele beginnen bei fehlenden Aufgaben dann damit, eine Arbeit vorzutäuschen. Diese vermeintliche Aktivität macht diejenigen, die an Boreout leiden, aber nur noch demotivierter.

Das Boreout-Syndrom tritt vorrangig in Bürojobs auf, weil bei der Arbeit am Computer leicht Aktivität vorgegeben werden kann und oft nicht auffällt, dass sich jemand unterfordert fühlt. Außerdem wird eher in Büroberufen das Personal großzügig geplant als in Dienstleistungsjobs.

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Fühlst Du Dich auf Arbeit unterfordert?

Anzeichen von Boreout

Möglicherweise zeigst Du Anzeichen von Boreout, wenn Du Dich auf Arbeit mit folgenden Problemen konfrontiert siehst:

  • Du hast so wenig zu tun, dass noch genügend Zeit bleibt, private E-Mails zu schreiben oder andere Dinge zu tun, die Du eigentlich erst nach Feierabend tun solltest.
  • Ab und zu tust Du so, als würdest Du etwas erledigen, obwohl Du gar nichts zu tun hast. Manchmal bleibst Du sogar länger im Büro, selbst wenn Du schon den ganzen Tag nur wenige Aufgaben hattest.
  • Du bist müde, gelangweilt und unterfordert. Es fällt Dir zunehmend schwerer, Dir das Ganze nicht von Kollegen anmerken zu lassen.
  • Am Abend bist Du müde und ausgelaugt. Du fühlst Dich, als hättest Du einen stressigen Tag gehabt, auch wenn Du weißt, dass das nicht stimmt.

Nicht nur Überforderung, sondern auch Unterforderung können im Job krank machen. Wenn Du Deine Aufgaben so langweilig und unterfordernd findest, dass es Dich körperlich und psychisch belastet, solltest Du das Gespräch mit Deinem Vorgesetzten suchen. Gemeinsam könnt Ihr dann besprechen, ob Dein zukünftiges Aufgabengebiet nicht anders aussehen kann. Wenn alle Gespräche zu nichts führen, bleibt Dir mittel- bis langfristig nur eine Orientierung in einen anderen Job. Dein Wohlbefinden und Deine Gesundheit stehen schließlich im Vordergrund.

Bildquellen: iStock/ PaulGarnier, via Giphy

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