Geregelte Pausenzeiten

Frage: Hallo Steffi. Ich würde gerne wissen, ob es eine Regelung zu Pausen während der Arbeitszeit gibt. Bei meinem jetzigen Arbeitgeber dürfen wir viel weniger Pause machen, als bei dem Job davor. Wenn viel los ist, gehen wir auch oft später oder gar nicht in Pause. Ist das erlaubt?

Antwort: Hallo,

alles was Pausen, Schicht- und Ruhezeiten betrifft, ist im Arbeitszeitgesetz festgelegt. Falls Du Dich für die Einzelheiten interessierst, kannst Du dort also nachlesen.

Was die Regelung zu Pausen während der Arbeitszeit betrifft, wirst Du im Paragraph vier fündig. Der besagt, dass Arbeitnehmer bei einer Arbeitszeit von sechs bis neun Stunden ein Recht auf eine Pause von 30 Minuten haben. Arbeitest Du länger als neun Stunden, hast Du 45 Minuten Pause. Allerdings kann die Pause auch in Abschnitte von mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden, so dass Du zwei, beziehungsweise drei kürzere Pausen hast.

Diese Gesetz gilt aber nicht für jugendliche Arbeitnehmer. Bist Du unter 18 Jahre alt, ergibt sich eine Pausenzeit von mindestens 30 Minuten bei 4,5 bis sechs Stunden Arbeit und 60 Minuten bei mehr als sechs Stunden Arbeit.

Was die Lage der Pausen betrifft, gibt es allerdings keine eindeutige Regelung, wichtig ist nur, dass die Arbeitszeit von der Pause unterbrochen wird, also weder ganz am Anfang, noch am Ende liegt. Um als gesetzlich geltende Ruhepause durchzugehen, muss der Zeitrahmen, in dem Du Pause machst, allerdings vor Arbeitsantritt feststehen (zum Beispiel zwischen 12 und 14 Uhr). Sonderfall für Jugendliche: die Pause darf nicht in der ersten oder letzten Arbeitsstunde stattfinden.

Sind diese Kriterien nicht erfüllt, gilt die Pause nicht als Ruhepause – in diesem Falle muss Dir Dein Arbeitgeber die Pausen bezahlen. Das gilt auch für Pausen unter 15 Minuten. Normalerweise gelten Ruhepausen aber nicht als Arbeitszeit und werden deshalb auch nicht vergütet.

Nun zu Deinem Fall. Das Gesetz ist zwar eindeutig darin, dass Du vor Beginn der Arbeit wissen sollst, wann Du in etwa Pause machen kannst, allerdings gibt es auch Ausnahmen und Sonderfälle. Falls der Arbeitgeber nämlich in Gefahr gerät, dass die Arbeit sonst nicht ordnungsgemäß ausgeführt wird, kann er die Pausen seiner Mitarbeiter anpassen. Wenn zum Beispiel der Patient einer Krankenpflegerin gerade Hilfe benötigt, muss die Pause im Zweifelsfall nach hinten verschoben werden, damit der Patient nicht zu Schaden kommt. Die Sonderregeln kannst Du im ArbZG nachlesen.

Gerät Dein Arbeitgeber also in einen Engpass und kann die Situation nicht anders lösen, darf er im Notfall Deine Pause nach hinten verschieben. Das darf er aber nur, falls er das Problem nicht anders lösen kann. Die Regel darf so etwas nicht werden.

Falls Du Dir unsicher bist, ob Dein Arbeitgeber Engpässe korrekt managt und ob Deine Branche unter diese Sonderregelungen fällt, solltest Du den Rat eines Rechtsfachmannes heranziehen. Der kann Dir im Zweifel genau sagen, wer im Recht ist.


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