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Architekt: Anforderungen an eine Architektin

Eine ganze Stadt prägen und neuartige, kreative Häuser entwerfen – das stellen sich viele unter dem Beruf „Architekt“ vor. Ganz so einfach ist der Job aber nicht. Den ganzen Tag Miniaturwolkenkratzer bauen und mit Skizzen durch die Gegend rennen, das machen nur die Architekten im Film. Wir haben mal mit einer echten Architektin darüber gesprochen, was ihren Job den nun eigentlich ausmacht.

Frau auf der Baustelle mit Pl���¤nen

Architektin auf dem Bau

Eine ganze Stadt prägen und neuartige, kreative Häuser entwerfen – das stellen sich viele unter dem Beruf „Architekt“ vor. Ganz so einfach ist der Job aber nicht. Den ganzen Tag Miniaturwolkenkratzer bauen und mit Skizzen durch die Gegend rennen, das machen nur die Architekten im Film. Wir haben mal mit einer echten Architektin darüber gesprochen, was ihren Job den nun eigentlich ausmacht.

Architekt – ein Traumberuf

Jessica ist mittlerweile seit acht Jahren Architektin. Der einzige Weg zu diesem Beruf führt über die Fachhochschule oder die Universität. Seit der Umstellung auf den Bachelor-Abschluß gibt es auch nicht mehr den Titel eines „Diplom-Ingenieurs“, wie Jessica ihn noch hat. Sie studierte an der renommierten RWTH in Aachen, der NC lag damals bei 2,0. „Bei meiner Uni gab es damals keine weiteren Aufnahmebedingungen. Wenn man aber z.B. an einer Hochschule für Künste Architektur studieren wollte, kann es sein, dass man eine Mappe vorlegen muss oder eine Aufnahmeprüfung bestehen muss“, weiß sie jetzt.

Das Studium zum Architekt ist aber auch an der Uni anders als bei anderen Studiengängen: „Im Architekturstudium hat man relativ wenige ‚klassische’ Klausuren, man muss vielmehr Konzepte erstellen, daraus einen guten Entwurf zustande bringen, eine geeignete Präsentationsform finden“ findet sie. Auch Praktika waren während des Studiums bei ihr Pflicht, sie hat auch nebenbei in diversen Architektur- bzw. Ingenieurbüros gearbeitet, „um schon mal Kontakte zu knüpfen und die Praxis zu lernen“ wie Jessica selber sagt.

Kreativität ist von Vorteil als Architekt

Ein ganz wichtiger Aspekt des Berufs Architekt ist die Kombination von Technik und Kreativität. Wenn Du Dich also für den Beruf des Architekts interessiert, solltest Du ein gutes technisches und mathematisches Verständnis und eine künstlerische Begabung haben. Außerdem ist es gut, wenn Du als Architekt mit verschiedenen Arten von Menschen umgehen kannst: „Man muss vor allem verschiedene Interessen vereinbaren können, zum Beispiel die vom Nutzer des Gebäudes, dem Bauherr, die staatlichen Vorgaben usw. und dabei mit seinen eigenen Ideen überzeugen. Gerade weil man mit so vielen verschiedenen Interessen zu tun hat, ist der Job sehr nervenaufreibend. Im Endeffekt muss man als Architekt alle unter einen Hut bringen und dann noch seine eigenen Vorstellungen durchboxen. Das kann ein ständiger Kampf sein“.

Architekt: Ein typischer Tag

Einen typischen Arbeitstag hat Jessica in ihrem Architekturbüro nicht. Ihre Arbeit besteht aus verschiedenen Phasen, die sich jeweils um ein Bauprojekt drehen. Erstmal geht es darum, den Bauherren von sich als Architekt zu überzeugen. Bei Architekten läuft das häufig über Wettbewerbe. In dieser so genannten Akquisephase sitzt Jessica viel im Büro und plant, nachdem sie sich das Grundstück mal angeschaut hat. Falls sie den Auftrag an Land zieht, geht es um die Vorbereitung und die Durchführung der Gespräche. In denen muss der Entwurf mit allen Parteien abgesprochen werden, was ja nicht immer ein leichter Job ist. Bevor es dann mit dem eigentlichen Bauen losgeht, holt man sich als Architekt dann Angebote von Gewerken ein – das sind Firmen, die handwerkliche und bautechnische Arbeit erledigen, also praktisch alles vom Zementmischer bis zum Wasserinstallateur. Während der Bauphase endet die Arbeit des Architekten aber immer noch nicht- er ist dann ständig auf dem Bau und muss kontrollieren und koordinieren, damit alles planmäßig läuft. Da sind dann auch schon mal Überstunden fällig: „Man sollte darauf achten, welches Verständnis von Arbeitszeiten in dem Büro herrscht“, in manchen Büros wird von 8 Uhr bis 22 Uhr gearbeitet, in anderen nur von 9 Uhr bis 18 Uhr. Als Architekt muss man also belastbar und flexibel sein. Gerade, wenn eine Abgabe oder ein Wettbewerb ansteht, wird es oftmals ganz schön stressig.

Jessica liebt ihren Job aber trotz des ganzen Stresses. Sie liebt die vielfältigen Möglichkeiten, als Architekt ihre Interessen zu kombinieren und an der Entstehung eines Gebäudes mitzuwirken. „Du stehst danach davor und denkst nur: ‚wow, ist doch super geworden’“.

Allen Mädels, die sich für den Beruf Architekt interessieren, rät sie auf alle Fälle vor der endgültigen Entscheidung ein Praktikum in einem Architektenbüro und/oder auf dem Bau zu machen. Außerdem meint sie: „Wenn man später als Architekt erfolgreich sein will, muss man die Kontakte schon im Studium knüpfen – am Besten an einer Hochschule studieren mit guten und berühmten Professoren. Als Assistenten der Lehrstühle kann man dann die Kontakte knüpfen.“ Sehr wichtig ist als Architekt auch eine bestimmte Risikobereitschaft: „Es kann auch Zeiten geben, in dem keine Aufträge da sind. Ein Mensch, der sehr sicherheitsorientiert im Bezug auf seine Arbeitsstelle ist, sollte sich das Studium zum Architekt genau überlegen“.

Falls Ihr also Architekt werden wollt, habt Ihr jetzt schon mal einen guten Eindruck davon bekommen, wie der Alltag in dem Beruf aussieht und welche Anforderungen als Architekt an Euch gestellt werden. Wir wünschen Euch viel Glück dabei!

Kommentare (2)

  • schokokeks am 04.10.2013 um 12:48 Uhr

    Meine Freundin ist grad auch auf der Suche nach einem geeigneten Job. Architektin stand lange ganz weit oben. Aber leider kann man davon heutzutage ja auch nicht mehr wirklich leben :(

  • Elementarteil am 07.12.2009 um 11:50 Uhr

    das wäre nichts für mich ich bin technisch total unbegabt und hab keinen sinn fürs räumliche ;D


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