Jobportrait

Ausbildung zur Goldschmiedin

Gold, Brillanten, Rubine & Co. – eine Goldschmiedin hat mit glamourösem Arbeitsmaterial zu tun. In der Ausbildung zur Goldschmiedin lernt man, aus den edlen Metallen und wertvollen Edelsteinen schöne Schmuckstücke zu kreieren. Doch sollte man sich von den glitzernden Steinchen nicht blenden lassen – bei der Ausbildung zur Goldschmiedin ist nicht alles Gold was glänzt. Denn der Herstellungsprozess eines Schmuckstücks ist weit weniger glamourös als das Ergebnis selbst.

Welche Frau wird nicht schwach, wenn sie ein glitzerndes Paar Ohrringe in der Hand hält? Als Goldschmiedin ist der Umgang mit schönen Schmuckstücken etwas ganz alltägliches. Kein Wunder, dass fast 80% der Goldschmiede weiblich sind. Doch trotz der Arbeit mit edlen Materialien – Glamourfaktor hat der Beruf der Goldschmiedin keinen. Beim Goldschmiedeberuf handelt es sich vielmehr um einen klassischen Handwerksberuf mit langer Tradition. Von der Idee über den Entwurf bis hin zur Umsetzung eines Schmuckstücks – all das gehört zum Beruf der Goldschmiedin dazu. Doch eine Goldschmiedin entwirft nicht nur selbst Schmuckkreationen, sondern berät zudem Kunden, macht Umarbeitungen und Reparaturen. Dabei verarbeiten Goldschmiede nicht nur Gold, wie der Name vermuten lässt, sondern ebenso Platin, Silber, Perlen, Edelsteine und andere Materialien. Während der Ausbildung zur Goldschmiedin lernt man, aus den wertvollen Materialien individuelle Schmuckstücke zu kreieren: Vom einfachen Goldring über kunstvoll verzierte Broschen bis hin zum prunkvollen Collier ist alles dabei.

Goldschmiedin bei der Arbeit

Für eine Ausbildung zur Goldschmiedin bedarf es Fingerspitzengefühl

Voraussetzung für eine Ausbildung zur Goldschmiedin

Eine kreative Ader, handwerkliches Geschick, zeichnerisches Talent und eine gewisse Leidenschaft für Schmuck – diese Eigenschaften sollten Schulabgänger mitbringen, die eine Ausbildung zur Goldschmiedin machen wollen. Denn Goldschmiedin ist ein kreatives Handwerk mit künstlerischem Anspruch. Als Zugangsvoraussetzung für eine Ausbildung zur Goldschmiedin reicht zwar grundsätzlich ein Hauptschulabschluss, ein Realschul- oder sogar Gymnasialabschluss wird von den Arbeitgebern aber oftmals lieber gesehen und erhöht die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Denn das Goldschmiedehandwerk ist beliebt, die Ausbildungsplätze hingegen sind äußerst rar gesät. Dass das Goldschmiedehandwerk so beliebt ist, liegt vor allem in der kreativen Arbeit begründet, und weniger an den Verdienstmöglichkeiten. Denn die Gehälter während der Ausbildung zur Goldschmiedin sind nicht gerade üppig: Zwar variieren die Gehälter je nach Bundesland und Ausbildungsbetrieb, doch ein Lohn von 300 bis 400 Euro brutto im letzten Lehrjahr ist keine Seltenheit. Wer sich eine goldene Nase verdienen möchte, ist in diesem Beruf also völlig falsch. Auch nach der Ausbildung warten keine hohen Gehälter. Als Berufseinsteigerin liegt das Gehalt zunächst zwischen 1350 und 2000 Euro brutto. Liebe zum Detail, zu Schmuck, Formen und Farben sowie der Wunsch, eigene Ideen zu verwirklichen – das sind die Gründe, warum man sich für eine Ausbildung zur Goldschmiedin entscheiden sollte.

Ausbildung zur Goldschmiedin – ein Praktikum zuvor bringt Klarheit

Wer sich für eine Ausbildung zur Goldschmiedin interessiert, sollte am besten vorher ein Praktikum machen oder zumindest einen Goldschmiedekurs belegen. Denn dabei merkt man, ob einem die Arbeit wirklich liegt. Sich allein von den kunstvoll kreierten Schmuckstücken blenden zu lassen, ist keine gute Idee: Denn im Goldschmiedehandwerk ist nicht alles Gold was glänzt: So glamourös ein fertiges Schmuckstück auch aussehen kann – der Beruf der Goldschmiedin selbst hat keinen allzu hohen Glamourfaktor. Im Gegenteil: Der Weg zum fertigen Schmuckstück ist mit viel Mühe und schmutzigen Händen verbunden! Sägen, Fräsen, Schweißen, Schmelzen, Hartlöten, Feilen, Hämmern, Walzen, Gießen, Schmieden, Gravieren und Punzieren – die Goldschmiederei ist eben ein echtes Schmiedehandwerk.

Was beinhaltet die Ausbildung zur Goldschmiedin?

Die Auszubildenden lernen während der Ausbildung zur Goldschmiedin Schritt für Schritt, wie sie eigene Vorstellungen oder Kundenwünsche von der Idee über die Skizze bis zum fertigen Schmuckstück umsetzen können oder wie sie altem Schmuck zu neuem Glanz verhelfen. Doch auch wenn im Goldschmiedehandwerk noch viel in Handanfertigung hergestellt wird, ist heutzutage nicht alles Handarbeit, was auf dem Schmuckmarkt angeboten wird. Wer die Ausbildung zur Goldschmiedin in einem Industrieunternehmen macht, für den steht die maschinelle Schmuckanfertigung im Mittelpunkt der Ausbildung. Die Ausbildung zur Goldschmiedin dauert 3 ½ Jahre. Dabei ist eine duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule oder eine rein schulische Ausbildung möglich. Im ersten Ausbildungsjahr erhält man eine theoretische Grundausbildung, zu der zum Beispiel die Werkstoffkunde gehört. Hier lernen die Auszubildenden, welchen Wert und welche Eigenschaften die Edelmetalle und Edelsteine haben. Im zweiten Ausbildungsjahr folgt dann der praktische Teil, in dem die ersten kleinen Funktionsteile wie Kettenverschlüsse gefertigt werden. Im dritten Ausbildungsjahr beginnt dann die fachspezifische Ausbildung zur Goldschmiedin. Hierbei kann aus drei Schwerpunkten gewählt werden: Beim Schwerpunkt Juwelen geht es vor allem darum, Schmuck mit Edelsteinen zu besetzen, beim Schwerpunkt Ketten darum, Schmuckglieder ineinander zu arbeiten und beim Schwerpunkt Schmuck steht das Schmieden und Reparieren von Schmuckstücken im Mittelpunkt. Während der Ausbildung zur Goldschmiedin müssen zwei Prüfungen abgelegt werden. Eine Zwischenprüfung, die meistens am Ende des zweiten Ausbildungsjahres durchgeführt wird, sowie die Gesellenprüfung, mit der die Ausbildung zur Goldschmiedin abgeschlosssen wird.

Ausbildung zur Goldschmiedin – und danach?

Mit der Gesellenprüfung ist die Ausbildung zur Goldschmiedin abgeschlossen. Danach können die ausgebildeten Goldschmiedinnen in einem kleinen Handwerksbetrieb oder einem Industrieunternehmen arbeiten, oder sie können sich selbstständig machen. Das ist als Goldschmiedin auch ohne Meistertitel und ohne langjährige Berufserfahrung möglich. Wer sich nach der Ausbildung zur Goldschmiedin noch weiter bilden möchte, hat die Möglichkeit, nach zwei Gesellenjahren noch seine Meisterprüfung abzulegen. Dadurch hat man die Möglichkeit, selbst Goldschmiede auszubilden. Die Ausbildung zur Goldschmiedin wird auch gerne als Grundlage für einen kreativen Studiengang wie Schmuckdesign genutzt, in dem die künstlerischen Fähigkeiten weiter verfeinert werden können.

Der Beruf der Goldschmiedin ist ein klassischer Handwerksberuf, für den künstlerischen Fähigkeiten notwendig sind. Wer sich für eine Ausbildung zur Goldschmiedin entscheidet, sollte das in erster Linie aus Leidenschaft für das Schmuckhandwerk machen, denn reich wird man in dem Beruf nicht. Doch dafür wird man mit einer kreativen und abwechslungsreichen Arbeit entschädigt, die zudem eine gute Berufsperspektive bietet: Denn kunstvoll hergestellte Schmuckstücke lieben Frauen (und auch Männer) seit jeher – und daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern!

Bildquelle: Radu Razvan Gheorghe | Dreamstime.com

 

Kommentare (4)

  • Diese Ausbildung wäre so nach meinem Geschmack leider gab eszu meiner Zeit damals nicht genug Lehrstellen aber Gold ist für mich ein ganz toller Schmuck und ich habe sehr viele Stücke.Ob es Ringe,Ketten,Armbänder oder Ohrringe sind wenn ich mir vorstelle wie diese Dinge herzustellen sind einfach kolossal.Würde auch gerne mal so eine Werkstatt besuchen

  • Klingt interessant

  • Ein sehr schöner kreativer Beruf, aber nur wenn man Erfolg hat!

  • Goldschmiedin ist bestimmt ein schöner Beruf. Früher wollte ich auch mal eine Ausbildung zur Goldschmiedin machen.


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