Nie langweilig

FAMI

FAMI ist alles andere als ein langweiliger Job in einer Bibliothek. Kundengespräche gehören genauso dazu wie die Pflege der Bibliotheksgegenstände

Frau in BibliothekBüchereien sind langweilig und staubig? Das ist nicht ganz richtig. Wir haben unter der Staubschicht jede Menge Leben gefunden: Die Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste – Fachrichtung Bibliothek. Fachangestellte Medien. Was? Keine Panik, wir haben alles was ihr über diesen Beruf wissen solltet aus erster Hand von einer echten FAMI.

Eine FAMI hat mit Vorurteilen zu kämpfen

Wenn die 19-jährige Malena nach ihrem Beruf gefragt wird, verdreht sie gleich die Augen. Denn jetzt muss sie wieder ihre Berufsbezeichnung runterleiern, bei der nach dem Wort Medien sowieso keiner mehr zuhört. Die Antwort, die sie dafür bekommt, ist immer gleich: „Ach wie cool, du machst das mit Medien!“ Was dann folgt ist eine Erklärung, was eine Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste wirklich ist. Fällt dabei noch mal das Wort Bücherei, kommen nur mitleidsvolle Blicke auf sie zu. „Alles nur Klischeedenken“, weiß die 19 Jährige, die sich schon lange an die Wörter „graue Maus“ und „Bücherwurm“ gewöhnt hat. Dabei ist sie alles andere als langweilig und ihr Beruf als FAMI auch, nur leider weiß das keiner.

„Das Witzige ist, viele denken, ich würde den ganzen Tag nur lesen auf der Arbeit. Dabei ist das völliger Blödsinn, ich arbeite genauso wie Leute mit anderen Jobs auch.“ Ihre Aufgabenfelder sind umfangreich: Verbuchung der Medien an den Ausleihplätzen, Informationsdienst an den Auskunftsplätzen, Medien auswählen und bestellen, technische Bearbeitung von Medien, Katalogisierung und Bücher einsortieren. „Am liebsten sitze ich an den Verbuchungs- und Auskunftsplätzen, weil ich gerne Kontakt mit den verschiedenen Benutzern habe. An den Verbuchungsplätzen werden die Medien auf das Konto verbucht und auch wieder zurückgebucht. Ist man für die Auskunft eingeteilt, muss man den Lesern helfen, wenn sie ein bestimmtes Medium suchen oder ihnen Empfehlungen geben.“ Ein FAMI staubt nicht nur alte, verstaubte Wälzer ab, sondern kümmert sich auch um Buchungen und die Beratung von Kunden.

FAMI ist ein vielfältiger Job

Malena benutzt bei ihren Erklärungen bewusst das Wort Medien, denn in Büchereien gibt es mittlerweile viel mehr als nur Bücher. Viele technische Medien haben sich dort breit gemacht: DVDs, CD-ROMs und CDs sind in jeder gut sortieren Bücherei in großen Mengen zu finden. „Wir haben eine Mediothek, die hunderte DVDs enthält, darunter befinden sich auch brandaktuelle Filme, deren Bestand ein FAMI stets aktualisieren muss. In den meisten Büchereien findet man mehr DVDs als in einer Videothek. Die Filmausleihe ist in Büchereien auch oftmals deutlich günstiger als in einer Videothek, doch das weiß kaum einer.“

Besonders viel Spaß an ihrem Job als FAMI, macht es Malena in den Verlagskatalogen zu blättern und dann Medien zu bestellen. „Natürlich darf man nicht auf eigene Faust bestellen, man muss die Bestell-Vorschläge während der Ausbildung von einer Kollegin oder einem Vorgesetzten absegnen lassen“, erinnert sich die 19-Jährige an ihre Ausbildungszeit als FAMI zurück.

Ausbildung zur FAMI

Die Ausbildung zu einer FAMI dauert 3 Jahre und mit 16 Jahren, direkt nach dem Realschulabschluss, bekam sie den Ausbildungsplatz. Dabei weiß sie, dass nicht jeder nur mit einem Realschulabschluss eine Ausbildungsstelle als FAMI findet: „In kleineren Büchereien hat man auch die Chance mit der Fachoberschulreife einen Platz zu bekommen. Große Bibliotheken sehen es lieber, wenn man schon Abitur oder Fachabitur hat.“ Wer ohne Hochschulreife in die Ausbildung zur FAMI geht, hat die Möglichkeit im doppelqualifizierenden Bildungsgang die Fachhochschulreife zu erwerben. „Da ich kein Fachabitur hatte, wollte ich mich der Herausforderung stellen Ausbildung und Fachabitur gleichzeitig zu meistern. Mit Erfolg, denn jetzt habe ich zwei Bildungsgänge in der Tasche.“

Während der dreijährigen Ausbildung zur FAMI, lernte sie alle Inhalte des Berufs kennen. Doch sie weiß, dass die Ausbildung unterschiedlich verläuft, je nach Bibliothek, in der man arbeitet. „In großen Bibliotheken wechselt man wochenweise die Abteilungen. Da gibt es eine Abteilung für Bestellungen, eine für die technische Bearbeitung usw. Ich habe meine Ausbildung aber in einer kleineren Bücherei gemacht, da rotiert man täglich zwischen allen Arbeitsbereichen. Wir hatten gar keine Abteilungen, sondern ein Büro, in dem alles gemacht wurde.“ erzählt Malena von ihrer Ausbildung. Man sollte sich also überlegen, ob man in einer kleinen Bücherei oder in einer großen Bibliothek seine Ausbildung absolviert. Es wird auch differenziert zwischen öffentlicher und wissenschaftlicher Bibliothek.

Nicht nur Bücherwürmer sind mit dem Beruf als FAMI gut bedient. Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste gibt es auch noch in den Fachrichtungen Archiv, Bildagentur, Information und Dokumentation und Medizinische Dokumentation. Vielleicht entspricht ja eine der anderen Fachrichtungen eher Euren Berufsvorstellungen. Informiert Euch einfach bei der Berufsberatung, wenn Euch eine andere Fachrichtung dieses Berufs interessiert.

Kommentar (1)

  • Jeder Beruf ist zeitweise langweilig das ist ganz normal! Oder kennt ihr einen der den ganzen Tag lang interessant ist? Außerdem gibt es auch keinen wo man immer was anderes macht.


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