Welchen Abschluss braucht man und wie sind die Zukunftsaussichten?

Traumjobs für jeden

Frau im virtuellen RaumSeit vielen Jahren zählen sie zu den so genannten “Traumberufen” – sechs klassische Jobs, für die man früh ein Interesse entwickelt und ein Studium absolviert: Unternehmensberater, Ingenieur, Informatiker, Journalist, Jurist und Arzt. Wie sieht die Situation heute aus? Welchen Abschluss braucht man und wie sind die Zukunftsaussichten?

Informatiker

Ohne IT kommt kein Bereich mehr aus. Informatiker sind daher in allen Branchen zu finden, zum Beispiel sind sie als Berater tätig oder entwickeln neue Software. Gefragt sind sie auch in Anwendungsbereichen wie der Pharmaforschung, in der Medizin oder in den Medien.

Unis und FHs bieten zahlreiche Studiengänge an, dabei sind verschiedenste Spezialisierungen möglich. Besonders beliebt bei Studienanfängern sind momentan Wirtschaftsinformatik, Technische Informatik oder Medieninformatik. Wer es praktischer und anwendungsbezogener mag, kann sich beispielsweise zum Fachinformatiker mit Fachrichtung Anwendungsinformatik, zum IT-Systemelektroniker oder zum Informatikkaufmann/-frau ausbilden lassen.

Informatiker verdienen gut. Einstiegsgehälter liegen zwischen 40.000 und 50.000 € jährlich. Nach wie vor gibt es wenig Informatikerinnen – nur 14 Prozent der Studierenden sind weiblich. In Fächern wie Bio-Informatik oder Medizinische Informatik ist der Anteil höher.

Die Stellenangebote für IT-Berufe nehmen deutlich zu und es besteht großer Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs. Berufe mit Zukunft sind unter anderem Software-Entwickler, Berater oder Projektmanager.

Unternehmensberater

Frau am RechnerÜberall, wo es um Wachstumsstrategien, Optimierung von Abläufen oder Kostenersparnis geht, sind Unternehmensberater gefragt. Dafür sind sie meist vor Ort beim Kunden im Einsatz.

Da gemischte Teams zu den besten Lösungen kommen, steht die Beratung Absolventen aller Fachrichtungen offen – vom Theologen über den Sinologen bis zum Pharmazeuten. Ein gängiger Weg ist nach wie vor das BWL-Studium. Besonders gefragt sind zurzeit Ingenieure und Naturwissenschaftler. Unabhängig vom Studienfach sind analytisches Denken, Teamarbeit und Kommunikationstalent im Beraterjob durchweg vorausgesetzt.

Ständig unterwegs, wenig Zeit fürs Private, 60 Wochenstunden oder mehr anspruchsvolle Arbeit: Unternehmensberatungen wissen, dass sie den Einsatz ihrer Mitarbeiter entlohnen müssen. So steigen bereits Hochschulabsolventen mit einem Jahresbrutto von 40.000 bis 58.000 € ein, dazu kommen oft Dienstwagen und Leistungsboni.

Der Branche geht es gut – und das schlägt sich auch in neuen Arbeitsplätzen nieder. Besonders die großen Beratungshäuser wollen in den nächsten Jahren zusätzliche Berater einstellen.

Ingenieur

Frau mit BauhelmSie entwickeln die Flugzeuge von morgen oder optimieren die Fahrsicherheit von Autos. Andere bauen Eisenbahntunnel, Häuser, Windräder oder konstruieren medizinische Hilfsmittel. Jobmöglichkeiten für Ingenieure gibt es auch im Marketing, im Vertrieb oder im technischen Produktmanagement.

Die klassischen Studiengänge sind Maschinenbau/Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen sowie Bauingenieurwesen/Architektur. Daneben entstehen neue spezialisierte Studienfächer oder interdisziplinäre Studiengänge, wie etwa Mechatronik, eine Verbindung aus Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Für alle Ingenieurfächer gilt: Mathematisches Verständnis und Interesse an Technik sollte man unbedingt mitbringen.

Trotz der guten Aussichten studieren nicht genügend junge Leute technische Fächer. Vor allem im Bereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen werden Absolventen schon vor dem Hochschulabschluss von Unternehmen umworben. Für Bauingenieure und Architekten sieht der Arbeitsmarkt etwas schlechter aus. Ingenieure können je nach Studienrichtung und Abschluss mit Einstiegsgehältern zwischen 35.000 und 45.000 € jährlich rechnen.

Besonders zukunftsträchtig sind Bereiche wie Lasertechnik, Optische Technologie oder Nanotechnologie. Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit und internationale Erfahrungen werden aber immer wichtiger.

Arzt

Ã�rztinVor allem junge Mediziner arbeiten viel, hart und für wenig Geld. Die Arbeitsbedingungen locken viele ins Ausland, andere wählen den Weg in die Pharmaindustrie.

Das Medizinstudium dauert mindestens sechs Jahre. Es besteht aus einem vorklinischen Teil, in dem vor allem naturwissenschaftliche Grundlagen gepaukt werden und einem klinischen Teil, in dem die medizinischen Teilgebiete gelehrt werden. Im Anschluss sammelt man im Praktischen Jahr Berufserfahrung. Mit Bestehen der Ärztlichen Prüfung darf man praktizieren und kann sich optional noch als Facharzt weiterbilden.
Die Arbeitslosenquote von Ärzten liegt bei unter zwei Prozent. Der Anteil der unter 35-jährigen Ärzte ist auf knapp 15 Prozent gesunken. Viele niedergelassene Ärzte gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand und finden keinen Nachfolger. Das Einstiegsgehalt an einer Uni-Klinik beträgt 3.600 Euro pro Monat.

In Zukunft werden junge Mediziner auf jeden Fall gebraucht, doch die Frage ist, zu welchen Konditionen sie arbeiten müssen. Ärzte haben zuletzt für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld und weniger Überstunden gestreikt – teilweise mit Erfolg.

Jurist

Frau mit WaageRund 80 Prozent wählen den Anwaltsberuf, etwa fünf Prozent gehen als Richter oder Staatsanwalt in den Staatsdienst. Die anderen kommen in der Wirtschaft, bei Verbänden oder in der Politik unter.
Als Anwalt oder Richter braucht man das Staatsexamen, das man nach dem Uni-Studium plus praktischer Ausbildung im Referendariat erwirbt. Mit dem Bachelor of Laws (zum Beispiel in Wirtschaftsrecht) kann man auch in Unternehmen arbeiten.

Die Examensnote spielt auf dem Arbeitsmarkt eine große Rolle: Viele Jungjuristen mit durchschnittlichen Abschlüssen schlagen sich mit Zeitverträgen durch – Gehälter von 20.000 € im Jahr sind keine Seltenheit – oder kämpfen sich mühsam als Selbstständige durch. Kandidaten, die ihr Staatsexamen mit Prädikat abschließen, können sich dagegen die Stellen oft aussuchen. Kommen dann noch spezielle Fachkenntnisse und Auslandserfahrung dazu, werden in den großen internationalen Top-Kanzleien bis zu 100.000 Euro pro Jahr als Einstiegsgehalt gezahlt.
Die Talfahrt auf dem Arbeitsmarkt ist inzwischen gestoppt. Für Absolventen, die nicht zu den besten zehn Prozent gehören, bleibt es aber schwierig. Der Einheitsjurist wird immer seltener, Spezialisierung ist angesagt.

Journalist

Frau unter ZeitungenSie schreiben Artikel für Zeitungen, Magazine oder das Internet und produzieren Beiträge für Radio, Fernsehen oder Online-Redaktionen. Viele sind auch in den Pressestellen von Unternehmen oder in Public-Relations-Agenturen tätig.

Einen Königsweg zum journalistischen Beruf gibt es nicht. Ein Studium oder der Besuch einer Journalistenschule wird aber meist erwartet. Medienstudiengänge sprießen überall aus dem Boden. Doch Medien heißt nicht gleich Journalistik. Deshalb gut informieren und auf die Schwerpunkte achten. Eine gute Alternative ist auch ein Fachstudium. Das Handwerk lernt man ohnehin am besten in der Praxis durch Hospitanzen, Praktika, freie Mitarbeit oder im Volontariat.

Drei Viertel der knapp 50.000 hauptberuflichen Journalisten (ohne PR-Fachleute) arbeiten fest angestellt in Redaktionen, ein Viertel als Freiberufler. Ein Redakteur im ersten Berufsjahr verdient laut Tarif rund 2.800 € pro Monat, aber kleinere Verlage, Sender oder Agenturen zahlen oft erheblich weniger.

Die Konkurrenz ist groß und Festanstellungen sind rar. Verlage und Sender sparen Geld und lagern Tätigkeiten aus und das Internet macht den klassischen Medien immer mehr Konkurrenz. Wer beides bedienen kann, hat klare Vorteile.

Kommentare


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