Veranstaltungskauffrau

Veranstaltungskauffrau

Frau mit Schreibblock

Planen heißt die Devise

Du willst Konzerte organisieren, aber trotzdem einen Bürojob? Du willst interessante Künstler kennenlernen ohne als Groupie hinter Ihnen her zu reisen? Du interessierst Dich außerdem für die kaufmännische Seite eines Berufes? Dann ist der Ausbildungsberuf Veranstaltungskauffrau genau das Richtige für Dich.Im Folgenden erfährst Du alles, was Du wissen musst, um Dich für oder gegen diesen Beruf zu entscheiden.
Dazu haben wir Lisa, die bereits seit einem Jahr als Veranstaltungskauffrau in einer Kölner Tournee-Agentur arbeitet, einen Tag lang begleitet.

Die Firma, in der Lisa arbeitet ist ein mittelständisches Unternehmen mit 16 Mitarbeitern. Der Bereich, in dem das Unternehmen tätig ist, nennt sich Tourneemanagement. Eine Gruppe Musicalstars tourt zusammen mit der nötigen Technik und einem Tourneeleiter durch ganz Deutschland und hat Auftritte in den verschiedensten Spielstätten. „Da gibt’s natürlich immer eine Menge zu tun und vor allem zu organisieren“, betont Lisa. Das leuchtet uns direkt ein.

Pressearbeit und Anzeigenakquise stehen bei der 24-Jährigen genauso auf dem Plan wie Castings, um Künstler für die Produktionen zu gewinnen. „Wenn die Leute nichts von dem Event durch die Presse oder Plakate erfahren, gehen sie natürlich nicht zu der Veranstaltung. Das ist genau so schlimm, als wenn wir keine Künstler finden, die ihre Rolle perfekt darbieten können.“ Wenn die Vorbereitungen getroffen sind, muss man sich um wichtige „Details“ wie Unterkünfte für die Künstler und verschiedene Genehmigungen kümmern. Nicht selten ist Lisa bei einer Veranstaltung abends vor Ort, um an der Abendkasse Karten zu verkaufen.

Es ist außerdem wichtig zu wissen, wie unterschiedlich die Bereiche einer Veranstaltungskauffrau sein können. Man kann auch bei Radiosendern, bei der Stadt oder bei Wirtschaftsförderungsgesellschaften unterkommen. Auch im sportlichen Bereich werden zunehmend Veranstaltungskaufleute für das Event-Marketing einer Sportveranstaltung eingesetzt. Da ist im Prinzip für jeden ein Interessensbereich vorhanden. Von Rockkonzerten über Sportevents bis hin zu Musicaltourneen.

Lisa ist seit einem Jahr als Veranstaltungskauffrau bei ihrer Firma fest angestellt. Davor hat sie eine dreijährige Ausbildung absolviert, was in diesem Beruf die Regel ist. „Wenn man gut genug in der Berufsschule mitkommt und der Arbeitgeber dem zustimmt, kann man seine Ausbildung aber auch auf 2 ½ oder sogar 2 Jahre verkürzen, das habe ich aber nicht gemacht“, erklärt Lisa.

Besuch der Berufsschule als Veranstaltungskauffrau

Die Berufsschule ist bei dieser Ausbildung Pflicht. Entweder geht man zwei Tage in der Woche oder im Falle von Blockunterricht, ein paar Wochen am Stück zur Schule. Die restliche Zeit verbringt man natürlich in der Firma. „Schwänzen“ ist hier nicht drin. Das ist genau so, als würdet Ihr nicht zur Arbeit gehen und wird dem Arbeitgeber sofort von der Berufsschule mitgeteilt. Andersherum darf Euch der Arbeitgeber den Berufsschulbesuch nicht verbieten. In der Schule hat man für die ganze Lehrzeit einen festen Klassenverband.

Man kann auch in diese Berufsrichtung studieren. Der Studiengang heißt Eventmanagement und umfasst betriebswirtschaftliche, genau so wie organisatorische Elemente.

Lisa hat sich allerdings für eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau entschieden, weil ihr der Praxisbezug sehr wichtig war. „Ich wollte direkt einsteigen und nicht nur Theorie pauken“, so die 24-Jährige. Zu anspruchsvoll ist die Ausbildung in Lisas Augen nicht. „Man muss zwar vor allem im Fach Rechnungswesen zusehen, dass man mitkommt und den Anschluss nicht verliert, aber wenn man zwischendurch ein bisschen was tut und vor den Klausuren lernt, kann man echt gute Zeugnisnoten bekommen. Und vor der Abschlussprüfung muss alles noch mal gelernt werden, da führt kein Weg dran vorbei. Ist aber alles halb so wild“, fügt sie lächelnd hinzu. Sie gibt aber auch zu bedenken, dass gerade der praktische Teil der Ausbildung zum Teil sehr anstrengend sein kann. Man hat neben den normalen Bürozeiten auch oft abendliche Anwesenheitspflicht bei den Veranstaltungen. Das ist aber auch von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.

Gute Arbeitszeiten mit interessantem Inhalt

Die normalen Arbeitszeiten liegen bei Lisa inklusive halbstündiger Pause zwischen 8.00 Uhr und 17.00 Uhr. Sie hat eine 40 Stundenwoche, muss aber Überstunden einkalkulieren. Auf die Frage, was sie besonders gerne an ihrem Job als Veranstaltungskauffrau mag, nennt sie die Begegnung mit interessanten Künstlern. „Die sind oft total verrückt und witzig!“ Hinzu kommt noch, dass der Beruf unterschiedliche Facetten hat. Neben der organisatorischen macht auch die kaufmännische Seite einen erheblichen Teil des Berufes aus. Auf der einen Seite kann man seine kreative Seite beim Schreiben des Pressetexts ausleben, andererseits muss man auch Veranstaltungsabrechnungen durchführen können. Auf die Nerven geht ihr zum Beispiel das Ordentlichsein. Man muss natürlich, um den Überblick zu behalten, alles ordentlich abheften, aufbewahren und nachhalten. „Das nervt manchmal, wenn man Dinge fünfmal kopieren muss, weil sie in fünf verschiedene Ordner gehören. Muss aber sein und ist unverzichtbar!“, sieht sie ein.

Abschließend stellen wir ihr die Frage, wieso sie sich für den Beruf Veranstaltungskauffrau entschieden hat und ob sie es wieder tun würde. „Ich habe mich nach meinem Abitur dafür entschieden, weil die Berufsbeschreibung sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Es klang neu, spannend und ich meinte, die Anforderungen in meinen Eigenschaften wiederzufinden. Was letztendlich auch der Fall war. Oft muss man sich während der Ausbildung erst ausprobieren oder finden. Bei mir hat es gepasst und ich würde mich auch noch einmal für diesen Beruf entscheiden“, ist ihre Antwort darauf.

Wir freuen uns, dass Lisa uns und den Erdbeermädels die Möglichkeit gegeben hat, einen Einblick in den Beruf der Veranstaltungskauffrau zu gewinnen. Als Tipp für diejenigen unter Euch, die eine solche Ausbildung in Erwägung ziehen sagt sie:
„Auf jeden Fall immer dranbleiben. Man bekommt nichts geschenkt, auch in der Ausbildung nicht. Neugierde und Fleiß ist hier genau so von Nöten wie überall anders auch. Wenn man schon früh merkt, dass die Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau nichts für Einen ist, sollte man sich schnell entscheiden und vielleicht den Beruf wechseln.“

 

Kommentare (2)

  • Ich mach die Ausbildung und bin jetzt im 3.Lehrjahr,natürlich kann man diese Ausbildung auch ohne Praktikum beginnen(ich habe vorher auch keins gemacht),aber generell würde ich sagen das es besser ist vorher schonmal "reinzuschnuppern",denn es eine Sache zu wissen,dass man soft abends und am wochenende arbeitet,es dann aber auch so zu mitzumachen ist was ganz anderes!

  • Würde gerne wissen,ob die Möglichkeit dazu bestet die Ausbildung ohne Praktikum anzufangen(hab so viel Praktikum ohne nachweise =( gemacht) NRW würde perfekt für mich gewesen. Gibts die Möglichkeit so eine Ausbildung in Holland anzufangen? LG, Anna


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