Finanzielle Unterstützung für Pendler

Pendlerpauschale – was genau ist das?

Frage: Hi Steffi, ich habe neuerdings einen relativ weiten Weg zur Arbeit, da ich mit meinem Freund zusammengezogen bin. Jetzt möchte ich gerne wissen, was es mit der Pendlerpauschale auf sich hat und ab welcher Kilometerzahl sie zur Anwendung kommt? Eine Strecke sind bei mir circa 70 Kilometer. Gibt es sonst noch eine Möglichkeit, finanzielle Unterstützung für meine Fahrkosten zu erhalten? Habe ich bei meinen Arbeitgeber das Recht auf eine BahnCard oder Ähnliches?

Antwort: Hallo,

die Entfernungspauschale, besser bekannt als Pendlerpauschale, hat in Deutschland eine im wahrsten Sinne des Wortes bewegte Geschichte. Seit 2009 gibt es aber eine einheitliche Regelung die besagt, dass Arbeitnehmer ab dem ersten Kilometer 30 Cent pro Kilometer von der Steuer absetzen können. Dabei zählt die einzelne Strecke – in Deinem Fall also 70 Kilometer.

Bis zu 4500 Euro kannst Du so insgesamt von der Steuer absetzen; selbstverständlich gelten dabei nur die Tage, an denen Du tatsächlich zur Arbeit gefahren bist. Die heutige Entfernungspauschale hat übrigens einen großen Vorteil gegenüber der Ursprungsversion der zwanziger Jahre: Heute kann man die Pauschale geltend machen, egal ob man zur Arbeit geht, mit dem Auto fährt oder öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Die einzigen ausgeschlossenen Verkehrsmittel sind Flugzeug und Taxi. Rechenbeispiele, Erläuterungen zur Steuererklärung und umfassende Infos bekommst Du unter Pendlerrechner.de.

Jetzt zur Bahn: Grundsätzlich ist der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, ein Jobticket für seine Arbeitnehmer anzubieten. Gerade bei großen Unternehmen ist das aber durchaus üblich, denn die Förderung öffentlicher Verkehrsmittel trägt auch zum guten Ruf der Firma in Sachen Umweltschutz bei.

Solche Jobtickets werden von vielen Verkehrsverbänden angeboten, vom Unternehmen in großer Zahl gekauft und dann an die Mitarbeiter ausgegeben. Der HVV beispielsweise bietet für Großkunden die ProfiCard. Je nachdem in welchem Unternehmen Du arbeitest, lohnt es sich also definitiv, in der entsprechenden Abteilung nachzufragen. Allerdings gibt es meist eine Mindestabnehmerzahl, so dass viele kleinere Unternehmen kein Jobticket anbieten können.

Für Bahnfahrer, deren Arbeitsstelle kein Jobticket hat, gibt es aber auch andere Möglichkeiten zu sparen. Bei Vielfahrern und wenn Du auch neben der Arbeit viel mit der Bahn fährst, lohnt sich zum Beispiel die BahnCard. Manche Arbeitgeber gewähren zudem Fahrtkostenzuschüsse. Wie sich das steuerrechtlich auswirkt hängt vom Betrag ab und sollte individuell abgeklärt werden.

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