Reiseverkehrskauffrau: Zukunftsaussichten

Frage: Ich bin momentan in der 11. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums. Wenn ich mein Abi gemacht habe, möchte ich gerne eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau machen. Jetzt hat eine Freundin gemeint, dass das kein Beruf mit Zukunft wäre und Reisekaufleute in 20 Jahren schon überflüssig wären, da dann jeder den Urlaub über das Internet bucht. Das hätte ihr Onkel zu ihr gesagt, der im Job Center arbeitet. Jetzt würde ich gerne wissen was du dazu meinst.

Antwort: Hallo,

eine Zukunftsprognose anzustellen, halte ich generell für schwierig, es lassen sich höchstens bestimmte Tendenzen erkennen. Es stimmt zwar, dass immer mehr Leute ihren Urlaub über das Internet buchen, aber das bedeutet nicht, dass der Beruf der Reiseverkehrskauffrau nun „zum Tode verurteilt“ ist. Vielmehr solltest Du damit rechnen, dass sich das Profil dieses Berufes verändern und den Anforderungen des Marktes anpassen wird.

Die Arbeitsagentur und der DRV (Deutscher ReiseVerband) beschreiben die Zukunft dieses Berufes derzeit als rosig, denn die Reiselust der Deutschen ist trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten ungebrochen. Doch was nützt das, wenn mehr und mehr Leute ihren Urlaub auf eigene Faust über das Internet buchen? Mehr als man denkt, denn auch hinter den beliebten Online Plattformen wie weg.de oder holidaycheck.de stecken Reiseverkehrskaufleute. Der klassische Weg einer Ausbildung führt zwar nach wie vor über das Reisebüro, aber die Zukunftsperspektiven könnten Dich später durchaus in den Online-Markt führen.

Auch beim Reiseveranstalter selbst kommen Reiseverkehrskauffrauen zum Einsatz. Selbst wenn viele Leute nicht zur persönlichen Beratung ins Reisebüro gehen, buchen doch die meisten auch online so genannte Pauschalreisen – also solche die von einem Reiseveranstalter organisiert werden. Dazu kommt natürlich, dass es vermutlich immer Menschen geben wird, die eine persönliche Beratung schätzen.

Zusätzlich zur klassischen Beruf Reiseverkehrskauffrau gibt es übrigens seit einigen Jahren die Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit. Diese Ausbildung enthält Elemente aus der Reiseverkehrswirtschaft, bezieht sich jedoch in großen Teilen auf das Entwickeln von Angeboten und die Betreuung der Touristen vor Ort. Solange es Reiselustige gibt, wird auch Bedarf nach geeignetem Personal bestehen. Mehr Infos zu diesem neuen Beruf findest Du zum Beispiel auf den Seiten der Arbeitsagentur.

Als das Internet sich noch in den Kinderschuhen befand, fürchteten viele Zeitungen und Zeitschriften das Aus ihres Mediums. Bisher ist das noch nicht eingetreten, vielmehr sind die Jobanforderungen durch den zusätzlichen Bereich vielfältiger geworden. Ich denke, dass etwas Ähnliches auch die Touristikbranche erwartet. Vielleicht wird es in zwanzig Jahren weniger klassische Reisebüros geben, aber der Markt für den Tourismus wird sicher bestehen bleiben.

Ich denke also, dass Dich diese Überlegungen nicht davon abhalten sollten, deinen Traumjob zu ergreifen. Vielmehr halte ich es für wichtig, durch Weiterbildungen und aufmerksame Beobachtungen rechtzeitig auf neue Entwicklungen zu reagieren. Gerade mit Fachabitur stehen Dir mit einem Studium im Bereich Wirtschaft und Tourismus viele Türen offen. Zusätzlich zur Ausbildung solltest Du deshalb auch ein Studium, beispielsweise an einer Fachhochschule, in Betracht ziehen, um die Bandbreite Deiner Qualifikationen zu erweitern.


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Was denkst du?

  • tegans_girl am 06.06.2011 um 13:52 Uhr

    danke! sehr schöner artikel.

    Antworten