Schwanger in der Ausbildung

Frage: Hallo Steffi, ich habe im April 2008 mit meiner Ausbildung als Altenpflegerin in Frankfurt begonnen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich schwanger bin. Dezember 2008 kam meine kleine Maus auf die Welt. Nun habe ich Erziehungsurlaub. Die Frage ist: Eigentlich darf ich während der Ausbildung in den drei Jahren nur sechs Wochen fehlen, habe aber durch den Erziehungsurlaub ein Jahr Pause. Darf mir die Teilnahme an der Abschlussprüfung verboten werden?

Antwort: Hallo,

um die Rechte von werdenden Müttern zu schützen, gibt es das Mutterschutzgesetz. Die Einzelheiten kannst Du beim Bundesministerium für Justiz nachlesen. Um dieses Recht in vollem Umfang nutzen zu können, ist es aber wichtig, dass der Arbeitgeber rechtzeitig über die Schwangerschaft informiert wurde. Wenn das der Fall ist, hast Du gesetzlichen Anspruch auf Erziehungszeit, auch während der Ausbildung. Ob Du die vollen 36 Monate ausschöpfen möchtest, und ob Du sie am Stück oder in bis zu vier Abschnitte aufteilst, bleibt dabei ganz Dir überlassen.

Nun ist es so, dass während der Elternzeit das Ausbildungsverhältnis sozusagen auf Eis liegt. Deshalb wirst Du vermutlich nicht zu dem Zeitpunkt an den Abschlussprüfungen teilnehmen können, der ursprünglich vorgesehen war. Hättest Du Deine Kleine erst kurz vor den Prüfungen bekommen und wärst vom Fachwissen her in der Lage, Deinen Abschluss zu machen, wäre aber auch das möglich.

In diesem Falle aber stehst Du ja noch am Beginn Deiner Ausbildung, daher greift hier eine andere Regelung. Generell ist es nämlich so, dass sich Deine Ausbildung um die Zeit verlängert, die Du für die Erziehungszeit aussetzt. Fehlst Du also nun ein Jahr, verlängert sich Deine Ausbildung auch automatisch um ein Jahr. Danach kannst Du ganz normal an den Abschlussprüfungen teilnehmen. Hast Du Deinen Arbeitgeber frühzeitig informiert, darf dieser Dir übrigens weder während der Schwangerschaft, noch während der Erziehungszeit kündigen. Allerdings bekommst Du während des Erziehungsurlaubs auch keine Vergütung und keine Berufsausbildungsbeihilfe.

Du siehst also, dass Deine Arbeitsrechte bestens geschützt werden. Nur für Eines kann man Dir keine Garantie geben: Auch Deine Ausbildung basiert auf einem befristeten Vertrag. Das bedeutet, dass Dein Arbeitgeber Dich nach Ende Deiner Ausbildung nicht übernehmen muss.

Eine interessante Alternative nach der Elternzeit: Durch eine Neuerung im Berufsbildungsgesetz besteht seit kurzem für junge Mütter die Möglichkeit zur Teilzeitausbildung. Das macht vor allem dann Sinn, wenn man solch ein Modell schon vor Beginn der Ausbildung einplant. Aber auch für Dich wäre es eventuell eine Option. Die Arbeitsagentur hat hier ein hilfreiches Merkblatt zur Teilzeitausbildung zusammengestellt.


News zu Lifestyle, Liebe, Mode & mehr!

In 2 einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

1. Klicke auf „Start“ und schick in WhatsApp die Nachricht ab

2. Speichere unbedingt unsere Nummer als „Erdbeerlounge“!

Was denkst du?