Schwangerschaft während einer Bewerbungsphase

Frage: Was passiert eigentlich, wenn ich in einer Bewerbungsphase schwanger werde? Wie muss ich reagieren wenn ich feststelle, dass ich schwanger bin, kurz bevor ich einer Stelle fest zusage? Welche Konsequenzen habe ich – abgesehen von einem frostigen Betriebsklima – zu befürchten? Diese Frage gilt aber auch, wenn ich vor der Zusage nicht weiß, dass ich in anderen Umständen bin.

Antwort: Hallo,

im Arbeitsrecht gibt es klare Regelungen, die dafür sorgen, dass Frauen im Job nicht diskriminiert werden. Dazu gehören auch Kinderwunsch und Schwangerschaft. Für werdende Mütter besonders wichtig ist das Mutterschutzgesetz. Für Einzelheiten solltest Du definitiv hier einmal nachlesen.

Nun zur konkreten Frage. Wirst Du während einer Bewerbungsphase schwanger, musst Du das dem potenziellen Arbeitgeber nicht sagen. Da spielt es auch keine Rolle, ob Du zu diesem Zeitpunkt selbst von der Schwangerschaft weißt oder nicht. Wenn Du im Bewerbungsgespräch direkt danach gefragt wirst, darfst Du zur Not sogar lügen, denn die Frage nach einer Schwangerschaft an sich ist diskriminierend und damit unzulässig.

Sieht man einer Frau die Schwangerschaft bereits deutlich an, macht es natürlich wenig Sinn, diesen Umstand zu verschweigen. Trotzdem muss eine schwangere Bewerberin erst einmal behandelt werden, wie jede andere auch. Einzige Ausnahme ist, wenn im Job Tätigkeiten anfallen, die nicht von Schwangeren ausgeführt werden dürfen, oder die Mutter oder Kind schaden könnten.

Sagst Du der Stelle zu und hast den Arbeitsvertrag unterschrieben, musst Du natürlich irgendwann dem Arbeitgeber mitteilen, dass Du schwanger bist. Zuallererst solltest Du Dich jedoch fragen, ob sich zukünftig Kind und Job überhaupt vereinen lassen. Wenn dem so ist, solltest Du dem Arbeitgeber ungefähr ab dem dritten Monat von der Schwangerschaft erzählen. Vorher kannst Du ruhig abwarten, denn die Gefahr von Komplikationen ist in den ersten Monaten besonders hoch.

In Sachen Kündigung hast Du nichts zu befürchten, denn das Mutterschutzgesetz sorgt dafür, dass werdende Mütter bis zum Ablauf von vier Monaten nach Entbindung quasi „unkündbar“ sind. Das gilt aber nur, wenn Du dem Arbeitgeber die Schwangerschaft mitgeteilt hast. Das kannst Du übrigens auch innerhalb einer zweiwöchigen Frist nach Kündigungseingang nachholen. Die Form der Mitteilung – ob mündlich oder schriftlich – ist gesetzlich nicht festgelegt. Allerdings kann der Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung über die Schwangerschaft und den Geburtstermin verlangen.

Eine Ausnahme solltest Du allerdings beachten: der Kündigungsschutz besteht nicht während einer vereinbarten Probezeit. Die dauert in der Regel etwa einen Monat.

Wie das Betriebsklima aussieht und ob der Chef die Nachricht von der Schwangerschaft gelassen aufnimmt, sind natürlich Dinge, die Du nicht vorhersehen kannst und die vielleicht sogar unangenehm sein könnten. Rein rechtlich gesehen bist Du aber im Falle einer Schwangerschaft bestens geschützt – auch während der Bewerbungsphase.


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