Tätowiererin

Frage: Hallo liebe Steffi. Zurzeit bin ich noch in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin (Krankenschwester) und beende diese nächstes Jahr im Oktober (2011). Danach will ich meinen eigentlichen Wunschberuf erlernen und zwar: Tätowiererin/Piercerin. Ich weiß nur vom Hörensagen, dass einige eine Ausbildung im Gesundheitswesen (betrifft v.a die Hygienevorschriften und den Umgang mit Wunden) voraussetzen. Zumindest wäre das ein Pluspunkt! Kannst du mir einige Tipps geben, wo ich möglicherweise “Ausbildungsplätze” dafür finden kann? Es sollte nicht allzu weit von Lüdenscheid in NRW entfernt sein, obwohl ich auch ggf. den Standort (deutschlandweit) wechseln würde. Dabei muss ich noch sagen, dass ich keinen Führerschein besitze. Leider gibt es im Internet viele schwarze Schafe, die einem nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen und nach 5 Tagen schon ein “Zertifikat” ausstellen. Ich hingegen suche seriöse Studios! Ich hoffe, du kannst mir irgendwie weiterhelfen. Irgendwelche nützlichen Internetadressen, Namen, Tipps oder sonst was! Liebe Grüße

Antwort: Hallo,

in Deutschland ist Tätowiererin/Piercerin leider kein anerkannter Ausbildungsberuf. Das bedeutet, dass sich im Grunde jeder Tätowierer nennen und ein Studio eröffnen darf. Das macht zwar den Einstieg in die Selbstständigkeit leichter, allerdings gibt es aus diesem Grund auch jede Menge schwarze Schafe. Ein seriöses Studio will sorgfältig ausgewählt werden.

Wenn Du wirklich professionelle Tätowiererin werden möchtest, musst Du Dich auf einen langen und steinigen Weg gefasst macht. Nicht jeder Shop bildet aus und oftmals hilft auch nur nachfragen, um herauszufinden, wer dazu bereit ist. Die zwei- bis dreijährige Ausbildung ist außerdem in vielen Fällen nur schlecht oder sogar ganz unbezahlt. Tätowierer wird man also aus Leidenschaft, nicht des schnellen Geldes wegen. Allerdings haben Shows wie Miami Ink in letzter Zeit einen regelrechten Boom ausgelöst.

Zuallererst solltest Du Deine eigenen Fähigkeiten überprüfen, denn es heißt nicht umsonst Tattoo-Künstler. Eine kreative Ader und eine große Portion Zeichentalent musst Du auf jeden Fall mitbringen. Wenn Du eine aussagekräftige Mappe zusammengestellt hast und über Trends und Stilrichtungen informiert bist, kannst Du bei den Studios Deiner Wahl anfragen. Dein medizinischer Hintergrund ist hierbei sicher von Vorteil, da Hygiene und Wundbehandlung ein unverzichtbarer Teil des Tätowierens sind. Von schnellen Zertifikaten würde ich mich, wie Du ja bereits sagtest, fernhalten. Das ist oftmals nur Geldmacherei.

Wenn Du ein Studio gefunden hast, das von Deinem Talent überzeugt ist und Dich ausbilden möchte, musst Du dazu bereit sein, in der ersten Zeit während der Ausbildung erst einmal nur Hilfsarbeiten auszuführen. Wenn es dann an die Nadel geht, üben viele Neulinge erst einmal an sich selbst und an Freunden, bevor sie einen Kunden tätowieren dürfen.

Wie findest Du also den passenden Ausbilder? Nach Shops in Deiner Nähe kannst Du über Plattformen wie tattoo-spirit, tattoonet oder tattooscout suchen. Anhaltspunkt für ein seriöses Studio kann Dir zum Beispiel die Mitgliedschaft im Verband Deutsche Organisierte Tätowierer (DOT e.V.) geben.

In vielen Fällen ist es aber das Beste, das Studio zu besuchen und Dir alles genau anzusehen. Stimmt die Hygiene? Schau Dir auch die künstlerische Arbeit des Tätowierers genau an. Auch die Fahrt zu einer Tattoo Convention kann sich lohnen. Hier kannst Du direkt mit bekannten Tätowieren über ihren Werdegang sprechen und Dich mit anderen über die besten Studios austauschen.

Das Gute ist, dass Du ab nächstes Jahr bereits eine Ausbildung in der Tasche hast. Sollte es also mit dem Traum vom Tätowieren nichts werden, kannst Du jederzeit in Deinen gelernten Beruf zurückkehren.


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