Lästern verliert

Üble Nachrede am Arbeitsplatz

Katharina Lübkeam 19.07.2016 um 17:18 Uhr

Wir lästern alle gerne mal, selbst über Freundinnen – auch gerne mal am Arbeitsplatz. Das schafft Gemeinschaft, das verbindet. Und wir können zudem noch unser Selbstwertgefühl ein wenig aufmotzen. Aber Achtung! Wer es übertreibt, schießt sich schnell ins Aus. Wer lästert, gilt im Job als Verlierer.

Stellst Du zu sehr und zu häufig die negativen Seiten Deiner Kollegen in den Fokus und fällst Werturteile über diese, übertreibst Du gar maßlos, sagt das viel über Dich aus. Denn Du investierst Deine Energie lieber in Negatives und Destruktives als in Positives und Produktives. Erfolgreich wirst Du damit nicht im Beruf.

üble nachrede am arbeitsplatz

Wer es mit der üblen Nachrede am Arbeitsplatz übertreibt, gilt als Verlierer.

Erfolgreiche Menschen lästern nicht

Menschen, die Erfolg haben, lästern nicht. Das beruht unter anderem auf der Tatsache, dass sie nichts zum Lästern finden, da sie für sich entschieden haben, ihre Zeit nur mit Menschen zu verbringen, deren Anwesenheit sie schätzen. Wenn sie doch einmal mit einem ihnen seltsam anmutenden Menschen verkehren, stellen sie nicht deren Seltsamkeit zur Debatte. Erfolgsmenschen hören auch ungerne Lästereien von anderen, geschweige denn, beteiligen sich daran.

Geraten sie in eine Runde, die sich gerade an der üblen Nachrede von Kollegen verschrieben hat, verlassen sie zwar nicht sofort den Raum – damit würde ihnen ein womöglicher Informationsvorsprung entgehen. Sie verurteilen auch nicht die Lästermäuler. Aber sie bestärken diese auch nicht und verbreiten das Gerede nicht weiter. Mitunter äußern sie Mitgefühl, das lässt den Tratsch in der Regel schnell verstummen.

übles Geschwätz am Arbeitsplatz

Zuviel des üblen Geschwätzes verbaut die Karriere.

Wem soll das Gerede nützen, fragen sich erfolgreiche Menschen rechtzeitig genug, um die Relevanz anderer Gesprächsthemen zu erkennen und zu nutzen. Erfolgsmenschen reden lieber über die Zukunft, über Visionen, darüber, welche Möglichkeiten es anzupacken gilt, was dafür notwendig ist und wie man sich gegenseitig unterstützen kann. Und sie reden über Positives, Produktives und Spannendes.

Lästerer stehen im Job als Verlierer da

Überhaupt ist es Zeit- und Energieverschwendung, die eigenen Gedanken ausschließlich anderen Menschen zu widmen. Und obendrein kann es andere Menschen verletzen und sozial isolieren – besonders wenn es zum Mobbing ausartet. Aber eben auch der Lästerer steht am Ende als isolierter Verlierer da. Das hat eine Studie der Universität in Baltimore nun bestätigt.

Demnach werden Menschen, die oft Klatsch und Tratsch verbreiten und negativ über abwesende Personen reden, als am wenigsten einflussreich und am unsympathischsten empfunden – im Gegensatz zu Menschen, die vorwiegend positiv über andere sprechen. Das Geschlecht spielte dabei übrigens keine Rolle.

Die Studienautoren führen das Ergebnis auf den „Transfer of attidues recursively effect“ zurück. Laut diesem nehmen wir an, dass ein Mensch eben die Eigenschaften, die er einer anderen Person zuschreibt, auch selbst besitzt.

Lästereien im Team unerwünscht

Lästern verbreitet negative Werturteile über Andere hinter deren Rücken. Beteiligst Du Dich daran, spricht dies für die Kollegen dafür, dass Du

  • wenig wertschätzend agierst. Gerade im Team ist Geringschätzung und mangelnder Respekt aber der Freistoß zum Scheitern.
  • zu feige bist, den Betroffenen direkt auf seine vermeintlichen oder tatsächlichen Fehler anzusprechen. Das spricht also für mangelnde Konfliktfähigkeit – ebenfalls eine Key-Kompetenz in vielen Situationen und Stationen der Karriere
  • nicht vertrauenswürdig bist. Man vertraut Menschen, die sich an heimlicher übler Nachrede beteiligen ungern Informationen an.

Extensives Lästern ist laut Forschern zudem ein Zeichen dafür, dass man unzufrieden, unsozialer und gar depressiver ist. Denn eigene Charaktereigenschaften projiziert man auf sein Gegenüber.

Menschen jedoch, die primär die positiven Eigenschaften anderer wertschätzen, werden als große Bereicherung für das Team und so auch für den Arbeitserfolg wahrgenommen.

Wie entzieht man sich dem Lästern am Arbeitsplatz

Regeln und Grenzen der üblen Nachrede

Kannst Du es Dir doch nicht ganz verkneifen, Dich ab und zu bei leichtem Geschwätz zu vergnügen, solltest Du einige Regeln und Grenzen beachten: Das Gerede sollte niemandem schaden. Tabu-Themen sind etwa Krankheiten, Lebenskrisen sowie Details zur Sexualität. Jemanden als homosexuell zu outen etwa, ist absolut tabu. Auch Betriebsgeheimnisse sind untersagt, sowie die Diskreditierung von Arbeitsergebnissen anderer Kollegen.

Werden zudem gezielt Halb- oder gar Unwahrheiten verbreitet, ist die Grenze zur Verleumdung schnell überschritten. Auch eignet sich nicht jeder Kollege als passender Tratsch-Partner und nicht jeder als Tratsch-Objekt: Über den Chef zum Beispiel lästert man besser nicht, das kann schnell zur Kündigung führen.

Noch ein spannendes Detail zum Schluss: Lästern macht hässlich. Denn grundlegende Emotionen beim Lästern sind Ekel und Verachtung. Und diese lassen ein Gesicht laut Forschern eher unattraktiv erscheinen.

Bildquelle: iStock/Wavebreakmedia

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