Weiterbildung

Frage: Ich habe eine Frage bezüglich Weiterbildung. Mein Arbeitgeber bietet regelmäßig Veranstaltungen an, allerdings sind diese oft nach Feierabend oder am Wochenende. Zählt das als Arbeitszeit? Bisher wurde die Teilnahme hier sozusagen als „freiwillig“ angesehen, auch wenn die Anwesenheit dort natürlich erwartet wird. Und wie schaut es aus, wenn ich mir eigene Maßnahmen aussuche? Muss mir mein Chef dafür freigeben und wird das von meinen Urlaubstagen abgezogen?

Antwort: Hallo,
Fragen nach der rechtlichen Lage bei der Weiterbildung sind schwer zu beantworten, denn einerseits unterscheiden sich die Regelungen stark von Bundesland zu Bundesland und anderseits sind viele Dinge gesetzlich auch gar nicht geregelt. Da ich kein Rechtsexperte bin, würde ich Dir deshalb auf jeden Fall einen Besuch beim Arbeitsrechtsexperten empfehlen – ich kann Dir hier nur Richtlinien nennen.

Normalerweise ist es so, dass eine Weiterbildungsmaßnahme dann als Arbeitszeit gilt, wenn der Arbeitgeber sie anordnet. Das bedeutet aber auch, dass der freiwillige Besuch einer Veranstaltung nicht unbedingt als Arbeitszeit anerkannt wird. In Deinem Fall ist es also grenzwertig, ob der Besuch der Veranstaltung als freiwillig anzusehen ist. Schau doch mal in den Betriebsvereinbarungen nach, denn oft ist hier geregelt, ob Weiterbildungen am Wochenende als Arbeitszeit gelten oder nicht.

Generell besteht aber das Recht auf Bildungsurlaub (außer in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen). Diesen bezahlten Urlaub bekommst Du zusätzlich zu Deinen normalen Urlaubstagen, Du musst ihn allerdings beim Arbeitgeber beantragen. Wie viele Tage Bildungsurlaub Du bekommen kannst, hängt wieder vom Bundesland ab – in Nordrheinwestfalen sind es beispielsweise fünf Tage. Das entsprechende Gesetz findest Du hier. Im Zweifelsfall versuche bei Deinem Arbeitgeber (bis zu sechs Wochen vorher), den Bildungsurlaub zu beantragen, vor allem, wenn Du Dir selbst eine Weiterbildungsmaßnahme aussuchst.

Eine Voraussetzung dafür, dass Du ihn auch bekommst, ist, dass der Gesetzgeber die Maßnahme als Weiterbildung anerkennt. Das kannst Du beim jeweiligen Veranstalter ganz einfach vorher erfragen und bekommst dann ein entsprechendes Zertifikat.

Gerade was die Arbeitszeit betrifft, sind die Gesetze in Deutschland aber leider nicht eindeutig – das bedeutet dass es hier oftmals Verhandlungen mit dem Arbeitgeber gibt, ob Du zum Beispiel einen Überstundenausgleich für Weiterbildungsmaßnahmen am Wochenende bekommst.

Mehr Informationen, zum Beispiel zur finanziellen Förderung der Weiterbildung, bieten Dir auch die Arbeitsagentur, der Deutsche Bildungsserver und das Bundesinstitut für Berufsbildung.


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